Krieg im Sudan: Extreme Gewalt und Ausbruch von Krankheiten
Im Sudan spielt sich aktuell die größte humanitäre Katastrophe der Welt ab, so die Vereinten Nationen. Seit April 2023 bekriegen sich die Sudanese Armed Forces (SAF) und die Miliz Rapid Support Forces (RSF) und verursachen enormes Leid: Sie töten, vergewaltigen und attackieren Menschen, zerstören zivile Lebensgrundlagen und Infrastruktur und vertreiben Millionen Menschen.
38 % der Gesundheitseinrichtungen sind nicht funktionsfähig, und nur 14 % der Krankenhäuser sind noch in Betrieb. Mehr als 30 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Da auch Millionen in Nachbarländer geflohen sind, helfen wir z. B. auch im Tschad und Südsudan.
So helfen wir im Sudan
Wir sind mit mehr als 1.600 Mitarbeiter*innen im Einsatz. Von Januar 2025 bis Juli 2025 haben wir
Wir fordern
- Alle Kriegsparteien müssen das humanitäre Völkerrecht einhalten und die Zivilbevölkerung schützen!
- Humanitäre Hilfe muss ausgeweitet und die Versorgung der Menschen sichergestellt werden!
- Humanitäre Hilfe muss unabhängig von politischen Verhandlungen geleistet werden!
- Deutschland muss seinen Einfluss als wichtiger Geberstaat bei der UN für wirksame Hilfe nutzen!
Sudan: Aktuell die größte humanitäre Krise der Welt
In al-Faschir war das Leben schon sehr schwer. Wir hatten oft nur Tierfutter zu essen oder eben gar nichts. Die Bombardierungen waren sehr heftig. [...] Ich habe etwa 4 Tage zu Fuß gebraucht, um mit meinen Kindern hierher zu kommen. Meine Nichte starb im Ort Garni. Wir sind mit nichts hierher gekommen – wir haben nur die Kleider, die wir am Leib tragen.
Ein Mann über sein Leben in der Stadt al-Faschir und seine Flucht nach Tawila
Gewalt in Darfur
Seit die RSF am 26. Oktober gewaltsam die Kontrolle über die Stadt al-Faschir übernommen hat, bleibt die Lage in Nord-Darfur extrem kritisch. Rund 10.000 Menschen konnten seither ins 60 Kilometer westlich gelegene Tawila fliehen. Das sind besorgniserregend wenige im Vergleich zu den geschätzten 260.000 Menschen, die laut Vereinten Nationen Ende August noch in al-Faschir eingeschlossen waren.
Menschen, die wir in Tawila in unseren Einrichtungen behandeln, berichten uns von schrecklichen Gräueltaten an Zivilist*innen. Und auch in Tawila selbst ist die Not groß: Überlebende, die es bis dorthin schaffen, finden Camps vor, in denen bereits mehr als 650.000 Vertriebene während der vergangenen zwei Jahre Zuflucht gesucht haben. Es fehlt an Unterkünften, medizinischer Versorgung, Lebensmitteln und Trinkwasser. Manche Menschen erhalten gerade einmal 1,5 Liter Wasser pro Person und Tag, weit weniger als der humanitäre Mindeststandard von 15 Litern vorsieht.
Wir leisten seit 1979 humanitäre Hilfe im Sudan – seit kurz vor dem zweiten sudanesischen Bürgerkrieg (1983-2005) zwischen dem Norden und dem Süden des Landes. Das Land war seit den 1970er Jahren geprägt von der Herrschaft Omar al Bashirs: Langjährige Konflikte zwischen dem Zentrum des Landes um die Hauptstadt Khartum und marginalisierten Gebieten wie der Region Darfur im Westen verschärften sich. Dort kam es ab 2003 zum Krieg, der angesichts schwerster Menschenrechtsverletzungen internationale Aufmerksamkeit erhielt. Die sudanesische Zivilgesellschaft trug ab 2018 durch Proteste maßgeblich zum Ende des bisherigen Regimes 2019 bei. Nach einer kurzen Übergangsphase unter Beteiligung der Zivilgesellschaft übernahmen die Armee (SAF) mit Unterstützung der Rapid Support Forces (RSF) de facto die Macht. Ab 2023 mündete der Konflikt zwischen SAF und RSF in den aktuellen Krieg.
Zuletzt aktualisiert am 21.01.2026
So können Sie helfen
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