Direkt zum Inhalt

Ebola-Ausbruch: Ärzte ohne Grenzen bereitet Großeinsatz in der DR Kongo vor

Berlin, 16. Mai 2026. Das Gesundheitsministerium der Demokratischen Republik Kongo hat am 15. Mai offiziell einen Ebola-Ausbruch erklärt. Ärzte ohne Grenzen bereitet nun eine rasche Ausweitung der medizinischen Hilfe in der Provinz Ituri im Nordosten des Landes vor.

Nach Angaben der kongolesischen Behörden wurden in den drei Gesundheitszonen Mongwalu, Bunia und Rwampara bisher mehr als 80 Todesfälle und 246 Verdachtsfälle gemeldet. Dieser Ausbruch wurde durch das Bundibugyo-Ebola-Virus verursacht. Der Bundibugyo-Stamm unterscheidet sich vom häufiger vorkommenden Zaire-Stamm dadurch, dass es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine zugelassene Behandlung gibt.

Die Zahl der Fälle und Todesfälle, die wir in so kurzer Zeit beobachten, ist äußerst besorgniserregend. Dazu kommt die Ausbreitung über mehrere Gesundheitszonen hinweg und nun auch über die Grenze hinweg in Uganda. In Ituri haben viele Menschen bereits Schwierigkeiten, Zugang zu medizinischer Versorgung zu erhalten. Sie leben in ständiger Unsicherheit, weshalb schnelles Handeln entscheidend ist.

Trish Newport, Leiterin des Nothilfeprogrammes von Ärzte ohne Grenzen

Am Wochenende vom 9. und 10. Mai erhielt Ärzte ohne Grenzen Meldungen über eine steigende Anzahl von Todesfällen aufgrund eines vermuteten viralen hämorrhagischen Fiebers im Gesundheitsbezirk Mongwalu, einem Gebiet nordwestlich von Bunia, der Hauptstadt der Provinz Ituri. In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium begab sich ein Team vor Ort, um die Lage zu beurteilen. Dabei wurde festgestellt, dass seit Anfang April 55 Menschen gestorben waren. Ärzte ohne Grenzen erhielt anschließend Berichte, wonach auch Fälle in den Gesundheitszonen Bunia und Rwampara identifiziert worden waren.

Am 15. Mai bestätigten die Gesundheitsbehörden im benachbarten Uganda ebenfalls einen Fall der Ebola-Bundibugyo-Viruserkrankung bei einem 59-jährigen kongolesischen Mann, der am 14. Mai verstorben war. Ärzte ohne Grenzen steht bereit, die Maßnahmen der Gesundheitsbehörden in Uganda zu unterstützen.

In Ituri ermitteln Teams von Ärzte ohne Grenzen derzeit die medizinischen Bedarfe in den betroffenen Gebieten und arbeiten eng mit den kongolesischen Gesundheitsbehörden zusammen. In der Salama-Klinik von Ärzte ohne Grenzen in Bunia gibt es drei Verdachtsfälle, die inzwischen isoliert wurden.

Derzeit stellt Ärzte ohne Grenzen weitere Teams zusammen, bestehend aus medizinischen, logistischen und unterstützenden Mitarbeitenden, die Erfahrung im Umgang mit Ausbrüchen von viralem hämorrhagischem Fieber haben. Außerdem werden lebenswichtige Hilfsgüter mobilisiert, um so schnell wie möglich eine groß angelegte Hilfsaktion zu starten. Die Teams sorgen außerdem dafür, dass in den bestehenden Projekten vor Ort strenge Präventionsmaßnahmen getroffen werden, um Mitarbeiter*innen, Patient*innen und deren Zugang zur medizinischen Versorgung zu schützen.

Die geschätzte Sterblichkeitsrate des Bundibugyo-Stammes liegt zwischen 25 und 40 Prozent. Dies ist der dritte nachgewiesene Ausbruch des Bundibugyo-Stammes nach Ausbrüchen in Uganda in den Jahren 2007–2008 und in der Demokratischen Republik Kongo im Jahr 2012.

Ärzte ohne Grenzen hat in den vergangenen Jahren auf mehrere Ebola-Ausbrüche in der DR Kongo reagiert. Dieser Ausbruch ist der siebzehnte in dem Land seit der Entdeckung des ersten Falls im Jahr 1976.

Was ist Ebola?

Medizinische Hilfe unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen