Mosambik

Die akute Katastrophe ist vorüber, doch Zyklon Idai und Zyklon Kenneth haben Mosambik schwer zugesetzt

Nach den Zyklonen Idai und Kenneth brauchen die Menschen in Mosambik Hilfe. Manche von ihnen haben alles verloren (Video: Mai 2019).

Der Zyklon Idai und wenige Wochen später der Zyklon Kenneth haben Mosambik und die Menschen in dem Land im Südosten Afrikas schwer getroffen. Idai hat die Hafenstadt Beira verwüstet und mehr als 600 Menschen das Leben gekostet. Kenneth wütete im Norden der Povinz Cabo Delgado. Dort starben 41 Menschen. Ärzte ohne Grenzen betreibt seit längerem Projekte in Mosambik. Darum konnten wir das Gesundheitsministerium von Anfang an mit mehreren Teams unterstützen und auf Ausbrüche von Cholera schnell reagieren. Mittlerweile haben wir einige Einsätze erfolgreich beendet. Dennoch bleibt die Lage angespannt: Die Menschen brauchen weiterhin unsere Hilfe in Mosambik, weil Ausbrüche von Malaria zu befürchten sind und sich die Versorgungslage aufgrund von Ernteausfällen verschlechtern könnte. 

Die Zyklone Idai und Kenneth und ihre Folgen – unsere Hilfe in Mosambik

Mehr als 600 Menschen kamen durch Zyklon Idai ums Leben. Mehr als 70.000 Menschen mussten Zuflucht in provisorischen Lagern suchen. Bereits am 21. März, nach Zyklon Idai begannen wir mit der Behandlung von Cholera-Patientinnen und Patienten – in den ersten Wochen des Ausbruchs waren es über 100 täglich. Insgesamt haben wir über 4.000 Patientinnen und Patienten behandelt. Zudem unterstützten unsere Teams die vom Gesundheitsministerium gestartete Cholera-Impfkampagne nach dem Zyklon Idai, bei der 750.000 Menschen erreicht wurden (Stand: 15.04.2019).

Auch Zyklon Kenneth, der Mosambik nur sechs Wochen später traf, zeitigt eine verheerende Bilanz: Mehr als 40 Todesopfer, 37.000 teilweise oder gänzlich zerstörte Häuser und mehr als 20.500 Menschen, die in provisorischen Unterkünften Zuflucht suchen mussten. Cholera-Ausbrüche wurden in Pemba, Mecufe und Metuge gemeldet. Durch das vorbereitende Verlagern medizinischer und logistischer Hilfsgüter in den Norden Mosambiks, waren wir auf den Nothilfeeinsatz gut vorbereitet.

„Wir haben jetzt zwei wesentliche Ziele: das Leben schwerkranker Patienten zu retten und den Ausbruch einzudämmen. Wir müssen kranke Menschen isolieren und behandeln, damit sie sich erholen und niemanden anstecken. Wir müssen sicherstellen, dass die Menschen kein infiziertes Wasser mehr verwenden, und wir müssen alles tun, um zu verhindern, dass Menschen krank werden“, so Danielle Borges, Projektkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Pemba (Stand: 06.05.2019).

In Macomia nördlich von Pemba ist das Gesundheitszentrum stark beschädigt und daher derzeit nicht in Betrieb. In einem Zelt außerhalb des beschädigten Gebäudes behandeln wir die Patientinnen und Patienten ambulant und leisten Mutter-Kind-Versorgung, um die Gemeinde zu unterstützen. Zudem arbeiten wir weiterhin daran, sauberes Wasser bereit zu stellen, die Sanitärversorgung zu verbessern, verteilen Seife und andere Hygieneartikel und leisten Gesundheitsaufklärung.

Trotz Rückgang der Cholerafälle nach Zyklon Idai und Zyklon Kenneth ist weiterhin höchste Wachsamkeit geboten

In Beira haben unsere Teams die Arbeit in den regulären HIV-Projekten wiederaufgenommen. Die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit HIV musste aufgrund der Folgen von Zyklon Idai, teils wegen zerstörter Einrichtungen, teils, weil Personal andernorts dringender gebraucht wurde, unterbrochen werden. Ärzte ohne Grenzen ist nun wieder voll einsatzfähig, um Patienten mit fortgeschrittenem HIV sowie Patienten mit einem statistisch hohen HIV-Risiko zu versorgen. Bereits jetzt wird klar, dass viele Patienten für einige Zeit keinen Zugang zu Medikamenten hatten.

Auch wenn einige Noteinsätze nach Zyklon Idai und Zyklon Kenneth aufgrund positiver Entwicklungen reduziert oder beendet werden können, bleibt die Lage angespannt. Insbesondere die genaue Beobachtung der Gesundheitssituation und ihrer Entwicklung bleibt entscheidend. Mehr als 715.000 Hektar Nutzfläche wurden zerstört, was die Sorge begründet, dass Fälle von Mangelernährung nach der nächsten Ernte zunehmen könnten. Weiterhin wurden bereits mehr als 14.500 Malariafälle allein in der Provinz Sofala gemeldet. Die vielen stehenden Gewässer nach den Zyklonen Idai und Kenneth stellen optimale Bedingungen für Moskitos dar.

Auch Simbabwe und Malawi von Zyklon Idai betroffen

Unsere Hilfe in Simbabwe nach dem Zyklon Idai

In Simbabwe haben durch den Zyklon Idai 21.000 Menschen ihr Zuhause verloren. Am 16. März begannen wir unsere Hilfe für betroffene Menschen in den Distrikten Chimanimani und Chipinge, indem wir gemeinsam mit anderen Helferinnen und Helfern wichtige Hilfsgüter verteilten und uns um den grundlegendsten Wasser- und Sanitärbedarf kümmerten. Ärzte ohne Grenzen unterstützte das Krankenhaus in Chimanimani und weitere Gesundheitsposten.

In Chipinge gaben wir Wasserreinigungs-Tabletten aus und verteilten wichtige Medikamente für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Zudem halfen wir betroffenen Menschen mit psychologischer Hilfe und bildeten andere in psychologischer erster Hilfe aus.

Vom 16. Bis zum 24. April unterstützten wir die Gesundheitsbehörden mit technischer und logistischer Hilfe bei einer Cholera-Impfkampagne, bei der rund 463.000 Menschen geimpft wurden. Den Nothilfeeinsatz nach Zyklon Idai haben wir in Simbabwe zum 30. April beendet.

Unsere Hilfe nach dem Zyklon Idai in Malawi

In Malawi sind fast eine Million Menschen von den Auswirkungen des Zyklons Idai betroffen, 83.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren. Am stärksten wurde der Distrikt Nsanje getroffen, wo Orte oft nur per Boot erreicht werden konnten. Dazu gehört auch Makhanga, wo wir bis zum 11. April das Gesundheitszentrum unterstützten, damit dort unter anderem die Basisgesundheitsversorgung und die HIV-Konsultationen weitergehen konnten.

Bis zum 11. April besuchten unsere Teams hier auch Dörfer, um Aufklärungsarbeit zu Hygienethemen zu leisten und sich um die Wasser- und Sanitärsituation zu kümmern. Sie reinigten Wasserbohrlöcher und bauten Latrinen und Duschen auf, um den Ausbruch von Krankheiten, die über Trinkwasser übertragen werden, zu verhindern. An alle Haushalte wurden Hygienesets verteilt, die unter anderem Eimer, Tassen und Seife enthalten.