Öffentliche Gelder, private Gewinne? CEPI - Coalition for Epidemic Preparedness Innovations

Ziel von CEPI ist es, die Erforschung und Entwicklung von Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten mit Pandemiepotenzial zu finanzieren.

Der globale Schock nach dem Ausbruch von Ebola in Westafrika 2014 war Wegbereiter für die Gründung der Forschungsplattform CEPI im Jahr 2017. Nie wieder wollte die Weltgemeinschaft vor einem solchen Ausbruch mit leeren Händen stehen – ohne ein wirksames Medikament oder einen effektiven Impfstoff. Doch obwohl die Forschungsplattform ausschließlich durch öffentliche und philanthropische Gelder finanziert wird, sind momentan weder die Bezahlbarkeit noch der Zugang zu den durch CEPI finanzierten Impfstoffen gesichert -  ein gravierender Missstand der Menschenleben kosten kann.

CEPI hat es sich zum Ziel gesetzt die Erforschung und Entwicklung von Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten mit Pandemiepotenzial zu finanzieren. Vom Start bis zum fertigen Produkt: Die Forschungsplattform finanziert die gesamte Entwicklung eines Impfstoffes. Hier unterscheidet sich CEPI von anderen Kooperationspartnerschaften zwischen öffentlichen Gebern und der Wirtschaft. Auch Deutschland unterstützt die Plattform mit 90 Millionen Euro. Andere Geber sind zum Beispiel die Europäische Kommission, Norwegen, Japan und große philanthropische Stiftungen. Doch die Initiative wird die Ausbreitung von Pandemien nicht verhindern, wenn Zugang und Bezahlbarkeit der entwickelten Impfstoffe nicht garantiert werden.

Öffentliche Gelder zu selten an strenge Bedingungen gebunden

Bereits vor der Gründung von CEPI gab es Fälle in denen öffentliche Gelder in die Erforschung und Entwicklung von Impfstoffen investiert wurden, ohne dass die notwendigen Bedingungen an die Gelder geknüpft wurden. Doch nur diese Bedingungen können garantieren, dass Forschungspartner die Produkte auch tatsächlich für die Öffentlichkeit zu bezahlbaren Preisen zugänglich machen.

So könnten beispielsweise beim aktuell größten Ebola-Ausbruch im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo mehr Menschen geimpft werden, wenn der Impfstoff, der mit Hilfe öffentlicher Gelder entwickelt wurde, zugelassen wäre. Die Vergabe kann daher nur in streng kontrollierten Studien erfolgen, was die ohnehin schon schwierige Eindämmung der Epidemie behindert.

Impfstoffe müssen bezahlbar sein

CEPI kommt also für die gesamte Forschung und Entwicklung finanziell auf und verwendet dafür vor allem öffentliche Mittel. Doch alle direkten Forschungsergebnisse, aber auch biologische Proben, Daten, neue Technologien und andere Materialien sowie geistige Eigentumsrechte und Veröffentlichungen werden den Vertragspartnern ohne garantierte Gegenleistungen überlassen.

Zudem gibt es keine Preisgarantie für die entwickelten Impfstoffe. Krankheiten mit Pandemiepotenzial, wie zum Beispiel Ebola, treten häufig in ärmeren Ländern auf. Hier müssen Patient*Innen meist ihre Gesundheitskosten selbst tragen. Teure Medikamente oder Impfstoffe können sich nur die Wenigsten leisten. Gesundheit sollte nicht vom Geldbeutel eines Menschen abhängen dürfen. Die Garantie für bezahlbare Preise für CEPIs Impfstoffe ist damit absolut notwendig.

Wenn die Öffentlichkeit investiert, müssen die Menschen profitieren

Wenn die öffentliche Hand Gelder investiert, muss sichergestellt werden, dass am Ende alle Menschen davon profitieren. Die Betroffenen dürfen nicht doppelt zahlen müssen: Einmal durch ihren Steuerbeitrag und ein zweites Mal durch die hohen Preise, die sie für die entwickelten Produkte zahlen müssen.

Die Zugangspolitik von CEPI muss daher dringend gestärkt und verbessert werden. CEPI sollte als Leuchtturmprojekt, das ausschließlich durch erhebliche öffentliche und philanthropische Gelder finanziert wird, eine Vorreiterrolle im Bereich des bezahlbaren Zugangs zu Impfstoffen und Medikamenten einnehmen und Forschung neu organisieren. Die betroffenen Menschen und ihre medizinischen Bedürfnisse sollten dabei im Mittelpunkt stehen.