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Wo wir arbeiten

Unsere Hilfe in der Zentralafrikanischen Republik

  • 55.5
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 83.7 Jahre
  • 51.1
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 78.9 Jahre
  • 2775
    Mitarbeiter*innen waren für uns im Einsatz.
  • 58.2
    Millionen Euro haben wir für unsere Hilfe vor Ort aufgewendet.

Quellen: UNDESA (2019a), MSF International Activity Report 2019

Mit den Präsidentschaftswahlen im Dezember 2020 eskalierte die Gewalt. In wenigen Tagen wurden Tausende Patient*innen vertrieben - viele nicht das erste Mal. Insgesamt sind nahezu ein Viertel der Einwohner*innen seit Ausbruch des Bürgerkriegs 2013 auf der Flucht. Wir behandeln sowohl Kriegsverletzte in aktuen Notfällen, als auch Patient*innen bei der Geburtshilfe, bei endemisch auftretenden Krankheiten, wie Malaria, und mit chronischen Erkrankungen wie HIV/Aids.

Unsere Hilfe 2019 

  • 967.000 ambulante Sprechstunden 
  • 612.700 Malariabehandlungen 
  • 69.400 stationäre Aufnahmen 
  • 8.600 Entbindungen 
  • 9.700 chirurgische Eingriffe 
  • 4.260 Behandlungen infolge sexualisierter Gewalt 
  • 4.140 HIV-Behandlungen  

Ärzte ohne Grenzen leistet seit 1997 medizinische und psychosoziale Hilfe in der Zentralafrikanischen Republik. 

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Malaria und Mangelernährung

Die fragile Sicherheitslage in der Zentralafrikanischen Republik begrenzt den Zugang der Menschen zu Lebensmitteln und Gesundheitsversorgung. Die Wege sind weit und gefährlich, darum suchen viele Patient*innen nur dann Hilfe auf, wenn es nicht anders geht. Krankheiten sind, wenn uns Patient*innen erreichen, oft schon weit forgeschritten. Für Frauen bedeutet es, keine Hilfe bei komplizierten Schwangerschaftsverläufen zu erhalten oder nachdem ihnen sexuelle Gewalt angetan wurde.

Bei Kindern sehen wir einen enormen Anstieg schwerer Mangelernährung. Gleichzeitig bleibt Malaria nach wie vor die häufigste Todesursache bei Kindern unter fünf Jahren. Einen besonderen Teufelskreis setzt die Regenzeit in Gang, wenn die Zahl der Malaria-Erkrankungen steigt. Malaria und Mangelernährung stehen in Wechselwirkung, sodass sich der Zustand vieler Kinder rapide verschlechtert. Vielerorts in der Zentralafrikanischen Republik gibt es keine Anlaufstation, um diese Fälle zu behandeln.

Mobile Gesundheitsversorgung

Wenn die Menschen nicht zu den Gesundheitszentren kommen können, muss die medizinische Hilfe zu den Menschen gebracht werden. Im Norden der Zentralafrikanischen Republik transportieren wir per Mototaxi monatlich mehr als 200 Patient*innen in das Regionalkrankenhaus in Bossangoa. Neben dem Überweisungssystem konzentrieren wir uns auf die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung. Im Zentrum des Landes, in der Region Bambari, schulen wir Gesundheitsberater*innen, damit sie in ihren Dörfern Patient*innen mit leichten Formen von Malaria- und Durchfallerkrankungen testen und behandeln können. Unsere mobilen Teams helfen zudem Menschen in schwer zugänglichen Gebieten und in Camps für Vertriebene. Zudem kümmern wir uns um Präventionsarbeit: In Vakaga, der Grenzregion zum Tschad und zum Sudan, impfen wir Kinder routinemäßig gegen Diphtherie, Tetanus, Hepatitis B, Keuchhusten, Polio und Masern

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Mann in Ärzte-ohne-Grenzen-Weste gestikuliert

"Wenn du in der Zentralafrikanischen Republik auf dich allein gestellt bist, ist HIV eine tödliche Bedrohung. Aber in der Gemeinschaft hast du eine echte Chance damit zu leben."

Laurent Lwindi Mukota

Entstigmatisierung von HIV/Aids 

Einen besonderen Ansatz verfolgen wir im Umgang mit HIV, einem mit Scham und Stigmatisierung verbundenen Thema in der Zentralafrikanischen Republik. Schätzungsweise 110.000 Menschen im Land leben mit dem Virus. Wir arbeiten mit einer Strategie, die die lokalen Gemeinschaften stark und direkt einbezieht: das sogenannte CAG-Modell. Dabei beraten und unterstützen sich die Patient*innen gegenseitig. Inzwischen organisieren sich mehr als 1.132 Patient*innen in 75 Gruppen und sorgen gemeinsam dafür, dass alle ihre Medikamente erhalten. Dank des sichtbaren Erfolges der CAG-Strategie im Pilotprojekt in Zemio, im Süden der Zentralafrikanischen Republik, konnten wir das Projekt während der vergangenen zwei Jahre auf die Region um Boguila im Norden ausweiten.