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Wo wir arbeiten

Unsere Hilfe in der Ukraine

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Die aktuelle Situation in der Ukraine

Der Krieg in der Ukraine hat laut Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mehr als 9,1 Millionen Menschen zur Flucht ins Ausland gezwungen, und es gibt Millionen Vertriebene innerhalb der Ukraine. Nicht alle können aber aus heftig umkämpften Regionen wie im Osten und Süden des Landes fliehen: Vor allem Ältere, Menschen mit Behinderung und solche, denen die Mittel für die Reise in die Westukraine oder ins Ausland fehlen, stecken in umkämpften Gebieten fest. Wir arbeiten in der Ukraine von 17 Orten aus und sind auch in den Nachbarländern Belarus, Polen und Russland präsent.

Derzeit sind rund 580 ukrainische und 133 aus dem Ausland eingereiste Mitarbeiter*innen im Land im Einsatz und leisten Hilfe. Da sich die Lage in den Kampfgebieten schnell ändert, beobachten wir kontinuierlich die Dynamiken, um unsere Mitarbeiter*innen zu schützen und unsere Aktivitäten an die Bedürfnisse der Menschen in Not anzupassen.

So helfen wir

  • Wir liefern medizinische und humanitäre Hilfsgüter 
  • Wir schulen und beraten Personal in Krankenhäusern im Umgang mit Kriegsverletzten und Notfällen, in denen eine große Zahl an Verletzten in kurzer Zeit eingeliefert wird.
  • Wir evakuieren Patient*innen mit einem medizinischen Zug aus überlasteten Kliniken nahe der Front.
  • Wir unterstützen bei der Versorgung von Überlebenden sexualisierter Gewalt. Wir versorgen Menschen in mobilen Kliniken.
  • Wir sorgen dafür, dass Menschen mit chronischen Krankheiten ihre Behandlung fortsetzen können.
  • Wir bieten Physiotherapie zur Rehabilitation von Kriegsverletzten an und bauen entsprechende Kapazitäten auf. 

Christopher Stokes, unser Landeskoordinator in der Ukraine, zur aktuellen Situation:

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Christopher Stokes
Christopher Stokes (rechts im Bild) und sein Kollege Stephan Goetghebuer bei einer Pressekonferenz im Jahr 2009.
©Bruno De Cock

„Die massiven Stromausfälle in der Ukraine, die bei Angriffen auf die Energie-Infrastruktur verursacht wurden, bringen Millionen Zivilisten in Gefahr.

Diese Angriffe auf kritische Infrastruktur sind inakzeptabel. Der Wintereinbruch und die sinkenden Temperaturen haben Auswirkungen auf die Menschen in frontnahen und frontfernen Gebieten, die in den vergangenen acht Monaten unter sehr schwierigen Bedingungen gelebt haben.

Tausende, die bereits in vom Krieg zerstörten Häusern leben, sind nun mit Temperaturen konfrontiert, die in Teilen des Landes bis zu -20 Grad erreichen können. Ausfälle bei der Energie- und Wasserversorgung werden sich auch auf den Zugang der Menschen zur Gesundheitsversorgung auswirken, da Krankenhäuser und Gesundheitszentren nur schwer funktionieren werden."

Medizinische Züge für den Krankentransport

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Patient:innen werden in einem Zug von Mitarbeitenden von Ärzte ohne Grenzen versorgt
Auf dem Weg in Sicherheit: Gemeinsam mit der ukrainischen Eisenbahn und dem Gesundheitsministerium evakuieren unsere Teams Menschen aus Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen nahe der Front.
©AFP PHOTO/GENYA SAVILOV

In Zusammenarbeit mit der ukrainischen Bahn betrieben wir zwei Züge, mit denen wir Patient*innen aus Krankenhäusern nahe der Front im Osten und Süden in Kliniken im Westen des Landes evakuierten. Inzwischen ist nur noch einer der Züge in Betrieb, dieser verfügt über eine intensivmedizinische Ausstattung. Bislang wurden auf diese Weise mehr als 2.010 Patient*innen und 78 Waisenkinder transportiert. Oft reisen auch Angehörige oder andere Begleitpersonen im Zug mit.

Wie funktionieren unsere medizinischen Züge in der Ukraine?

Mit unseren medizinischen Zügen bringen wir Patient*innen aus Krankenhäusern nahe der Kriegsfront im Osten und Süden in Kliniken im Westen des Landes.

Hilfsgüter liefern und medizinisches Personal schulen

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Ukraine Krieg Lieferung von Hilfsgütern und medizinischem Material auf ihrem Weg nach Kyjiw
Medizinische Hilfsgüter werden in unserem Lager in Lwiw auf Züge mit dem Ziel Kyjiw verladen.
©MSF

Wegen des Mangels an Medikamenten und medizinischem Materialliefern wir seit Kriegsbeginn  Hilfsgüter für Chirurgie, Notaufnahmen und Intensivstationen. Wir konnten beispielsweise medizinische Güter nach Tschernihiw, Odesa und Schytomyr liefern. Neben akuten Notfällen gibt es auch Bedarf an Medikamenten für chronisch erkrankte Menschen. In Winnyzja in der Zentral-Ukraine leben beispielsweise zahlreiche Geflüchtete aus anderen Landesteilen. Unsere Teams betreiben in mehreren Notunterkünften mobile Kliniken, in denen Menschen mit chronischen Krankheiten wie Bluthochdruck, Asthma, Diabetes, Herzkrankheiten und Epilepsie versorgt werden. Außerdem versorgen sie die Menschen mit wichtigen Haushalts- und Hilfsgütern und bieten psychologische Beratungen an. Schließlich haben wir in einem Krankenhaus auch ein Physiotherapie-Angebot.

Darüber hinaus haben wir Mitarbeiter*innen zahlreicher ukrainischer Krankenhäuser vor Ort oder aus der Ferne darin geschult, eine Vielzahl an Verletzten zu behandeln, die gleichzeitig eingeliefert werden (Triage) – so zum Beispiel in einem Kinderkrankenhaus in Kyjiw. Dort haben wir auch praktische Übungen in Kriegschirurgie abgehalten. In einem Krankenhaus der Stadt, in dem es 200 Betten allein für Kriegsverwundete gibt, bieten wir Physiotherapie an und bauen dort nachhaltige Kapazitäten dafür auf, Der Bedarf an postoperativen Behandlungen ist enorm. Denn ohne Nachsorge und Rehabilitationsangebote besteht die Gefahr, dass  viele Verletzte, Einschränkungen ihrer Beweglichkeit davontragen.

In der Umgebung von Kyjiw unterstützen wir außerdem mit Schulungen und Beratungen zu psychischer Gesundheit. So brauchen z.B.  Bahnangestellte, die traumatisierte und verletzte Menschen aus hart umkämpften Gebieten evakuieren, häufig eine professionell begleiteten Aufarbeitung des Erlebten.

Wir hören Tag und Nacht entfernte Raketeneinschläge. Das normale Leben gibt es nicht mehr.

Gerade älteren, chronisch kranken Patient*innen, die zwischen den Fronten gefangen sind, können wir mit Medikamenten helfen, wenn sie es schaffen, zu uns zu gelangen.

- Dr. Tankred Stöbe

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Tankred Stöbe Hilfe Ukraine
Dr. Tankred Stöbe ist aktuell in der Ukraine im Einsatz und leitet dort die medizinischen Aktivitäten in Kyjiw und Mykolajiw.

Krankenhäuser werden getroffen

In der ukrainischen Stadt Mykolajiw wurden unsere Mitarbeiter*innen Anfang April bei einem Treffen mit Vertreter*innen der Gesundheitsbehörden und dem anschließenden Besuch einer onkologischen Klinik Zeug*innen eines Angriffs auf ein Krankenhaus.

Etwa zehn Minuten lang ereigneten sich mehrere Explosionen in unmittelbarer Nähe unserer Mitarbeitenden. Als unser Team die Umgebung des Krankenhauses verließ, haben sie mehrere Verletzte und mindestens eine Leiche gesehen. Wir können jedoch keine genaue Zahl an Toten und Verletzten nennen. Glücklicherweise wurden unsere Mitarbeitenden nicht verletzt.

- Michel-Olivier Lacharité, unser Einsatzleiter in Odesa

Zivilist*innen und humanitäre Helfer*innen müssen geschützt werden! Fliehende brauchen sichere Fluchtwege und den Zugang zu humanitärer Hilfe – nicht nur in für humanitäre Korridore ausgewiesenen Zeiten. Und humanitäre Helfer*innen, Gesundheitspersonal und Patient*innen dürfen kein Ziel von Angriffen sein.

Ostukraine: Versorgung in Dnipro, Saporischschja und der Oblast Donezk

In der Oblast Donezk unterstützen wir Krankenhäuser und Gesundheitszentren unter anderem bei der medizinischen Grundversorgung, bei der Behandlung von chronischen Krankheiten und bei der Traumabehandlung. Außerdem werden einige Krankenhäuser mit sogenannten Autonomie-Kits mit Solaranlagen, Generatoren und Wasservorräten ausgestattet, damit sie ihre Arbeit auch dann fortsetzen können, wenn die Strom- oder Wasserversorgung unterbrochen ist. Weiterhin unterstützen wir einige Krankenhäuser bei der Vorbereitung auf einen möglichen Massenzustrom von Verwundeten oder beim Ausbau ihrer Kapazitäten für die Notfallmedizin. So haben wir in der Klinik in Kostjantiniwka den Operationssaal instandgesetzt. Zudem bieten wir Trainings für lokale medizinische und psychologische Angestellte an, da diese zunehmend an Burnout-Symptomen leiden. 

Wir betreiben einen Ambulanzdienst, mit dem Patient*innen aus Krankenhäusern nahe der Frontlinie in weiter entfernte Kliniken oder zum medizinischen Zug gebracht werden. Wir versuchen in der Region auch, mit Unterstützung von Freiwilligen jene Menschen zu erreichen, die zurückgeblieben sind oder zurückgelassen wurden. Diese meist älteren Menschen leben oft in unterirdischen Räumen und unter teils katastrophalen Bedingungen – ohne ausreichend Lebensmittel und Wasser, Licht, Sanitäranlagen und medizinische Versorgung. In Hinblick auf den kommenden Winter arbeiten wir daran, die Wärmeversorgung für diese Menschen sicherzustellen. 

Sasha Sholokov arbeitet seit 2017 als Arzt in unserem Team. Als der Krieg im Februar 2022 begann, floh er gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn aus seiner Heimatstadt Mariupol. Nachdem er seine Familie in Sicherheit gebracht hatte, kehrte er in die Ostukraine zurück und ist erneut mit uns im Einsatz.

Unser Mitarbeiter Sasha Sholokov brachte seine Familie im Ausland in Sicherheit, bevor er in die Ukraine zurückkehrte: "Jetzt kann ich nicht mehr nach Mariupol zurückkehren. Unser Haus wurde am 28. Februar zerstört. Deshalb muss ich mir ein neues Leben aufbauen."

Mit Beginn des Kriegs mussten wir unsere bisherige Arbeit im Luhansk und Donezk einstellen: Schon vorher war der Bedarf an medizinischer Hilfe groß. Seit acht Jahren sind die Menschen vom Konflikt in der Region betroffen.

Psychologische Unterstützung in mobilen Kliniken

In Dnipro helfen wir Menschen, die aus Donezk und Luhansk geflohen sind, in mehr als 40 Unterkünften. Unter den Menschen, für die wir psychologische Unterstützung leisten, sind auch Überlebende sexuallisierter Gewalt. Viele der Vertriebenen entscheiden sich dazu, längerfristig in der Region zu bleiben. Deshalb helfen unsere Teams dabei, die Basisgesundheitsversorgung wieder aufzubauen. Auch in Saporischschja unterstützen wir Vertriebene, die zu Tausenden aus Mariupol und anderen umkämpften Gebieten kommen. Mobile Teams sind im Hauptaufnahmezentrum und in mehr als 30 weiteren Unterkünften aktiv und versorgen die Menschen medizinisch, psychologisch sowie mit Hilfsgütern. Die Menschen sind schwer traumatisiert und viele haben die Hoffnung aufgegeben, in ihr altes Leben zurückkehren zu können. Auch im September 2022 nahmen die täglichen Bombardements in Saporischschja kein Ende. Infolgedessen kam es zu Schwierigkeiten insbesondere mit der Wasserversorgung. Deshalb versorgten wir sowohl eine Entbindungsklinik als auch Gesundheitszentren mit Trinkwasser.

Mit der psychologischen Unterstützung, die unsere Teams anbieten, wollen wir den Menschen helfen, ein Gefühl von Kontrolle zurückzuerhalten.

- sagt unsere psychosoziale Beraterin, Lina Villa.

Anya und ihre Familie mussten aus ihrer Heimat Wolnowacha in der Ostukraine fliehen: "Wir möchten in Sicherheit leben. Genau wie vor dem 24. Februar. Aber jetzt gibt es ein Leben "vorher" und ein Leben "nachher"."

Weitere Videos über unsere Ukraine-Hilfe finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

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Hilfe in weiteren Landesteilen

Auch im Westen und Süden der Ukraine leisten wir u.a. in mobilen Kliniken eine medizinische Grundversorgung, so z.B. in der Stadt  Uschhorod, in der wir Trainings zu sexualisierter Gewalt und psychischer Gesundheit anbieten, Auch in Iwano-Frankiwsk unterstützen wir eine mobile Klinik, deren Ärzt*innen selbst durch den Krieg vertrieben wurden. Im Großraum Kryvyi Rih betreiben wir mobile Kliniken, deren medizinisches Personal sich insbesondere auf reproduktive und mentale Gesundheit fokussiert. Mithilfe dreier Krankenwagen stellen unsere Teams außerdem den Transport verletzter und kranker Patient*innen in der Region sicher. 

Im Norden arbeiten wir in Schytomyr, wo wir TB-Patient*innen unterstützen. In Charkiw haben wir mehrere mobile Kliniken eingerichtet. Insbesondere seit der ukrainischen Gegenoffensive im September 2022 ist es unseren Teams möglich, auch abgelegene Dörfer abseits der Großstadt zu erreichen. Dort zurückgeblieben sind vor allem alte und chronisch kranke Menschen, denen wir sowohl eine medizinische Versorgung als auch psychologische Unterstützung anbieten. Insbesondere in den letzten beiden Wochen des Oktobers 2022 hat sich die Anzahl der Patient*innen in der Region drastisch erhöht, da in diesem Zeitraum auch die ländlichen Gebiete wieder an das mobile Netz angeschlossen wurden. 

Hilfe für Vertriebene und Geflüchtete

Zu Fuß, in Autos und Bussen fliehen Menschen vor den Kämpfen Ukraine. Es sind vor allem Frauen, Kinder und Ältere, die ihr Zuhause verlassen. Viele sind erschöpft und traumatisiert.
Die Stadt Saporischschja ist für viele Geflüchtete aus dem Südosten der Ukraine die erste Station. Unsere Teams helfen im zentralen Aufnahmezentrum, sie unterstützen die Menschen psychologisch und behandeln chronische Krankheiten.

Wir helfen den Fliehenden – teilweise auch auf beiden Seiten der Grenzen. Unsere Unterstützung passen wir kontinuierlich an die Bedarfe in Nachbarländern wie Polen, Russland und Belarus an.

Geflüchtete aus der Ukraine

Zu Fuß, in Autos und Bussen überqueren die Menschen die Grenze und fliehen vor den Kämpfen in der Ukraine. Wir leisten auch in Nachbarländern Hilfe.

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Mitarbeiten bei Ärzte ohne Grenzen

Wir freuen uns über die große Bereitschaft, sich für die Menschen in der Ukraine zu engagieren! Unser Bewerbungsverfahren läuft allerdings generell so ab, dass sich Interessent*innen nicht für bestimmte Länder bewerben können. Nach einem erfolgreichen Verfahren entscheiden wir auf Grundlage der aktuellen Dringlichkeit, in welchem unserer weltweiten Projekte ggf. neue Mitarbeiter*innen eingesetzt werden.

04. November 2022

 

  • 77.8
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 83.7 Jahre
  • 68
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 78.9 Jahre
  • 179
    Mitarbeiter*innen waren für uns im Einsatz.
  • 6.2
    Millionen Euro haben wir für unsere Hilfe vor Ort aufgewendet.

Quellen: WHO (2019), MSF International Activity Report 2021 (2022)

Unsere Hilfe in der Ukraine im Jahr 2021

  • 2.670 ambulante Sprechstunden 

  • 2.130 psychologische Einzelgespräche 

  • 660 Neubehandlungen gegen Hepatitis C 

  • 26 Neubehandlungen gegen resistente Tuberkulose 

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1999 Hilfe in der Ukraine an. 

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Soziale Unterstützung eines Patienten durch Ärzte ohne Grenzen Mitarbeitende in der Ukraine
Krankenpfleger*innen, Sozialarbeiter*innen und Psycholog*innen sind Teil unserer Betreuungssysteme für Patient*innen, die an verschiedenen Formen von Tuberkulose erkrankt sind.
©Oksana Parafeniuk/MSF

Unsere Aktivitäten in der Ukraine bis Februar 2022 

Wir unterstützten die Behörden in der Ukraine dabei, die Gesundheitsversorgung in der entlegenen und konfliktreichen Region Donezk zu verbessern. Dabei halfen uns auch Freiwillige, die beispielsweise kranke Dorfbewohner*innen mit ihren privaten Autos in medizinische Einrichtungen fuhren. In diesen Einrichtungen boten wir dem Personal technische und praktische Hilfe an. Wir spendeten medizinisches Zubehör, darunter wichtige Medikamente für Gesundheitseinrichtungen.

HIV- und Tuberkulose-Versorgung 

Die Behandlung fortgeschrittener HIV-Infektionen war auch im Jahr 2021 in der Ostukraine eine Herausforderung. In Luhansk arbeiteten unsere Mitarbeiter*innen mit einer spezialisierten Einrichtung des Gesundheitsministeriums für HIV-Patient*innen und dem Hauptlabor für HIV-Tests zusammen. Unsere Teams betreuten und schulten das Pflege- und medizinisches Personal und boten den Patient*innen psychologische und soziale Unterstützung an. Außerdem spendeten wir Test- und Laborausrüstung.

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Behandlung Tuberkulose Patient durch Pflegepersonal von Ärzte ohne Grenzen Ukraine
Tuberkulose ist die zweittödlichste Infektionskrankheit der Welt - nach Covid-19. Erschwerend kommt hinzu, dass manche Patient*innen verschiedene Arten einer resistenten Tuberkulose entwickeln, die noch schwerer zu behandeln sind.
©Oksana Parafeniuk/MSF

In Zhytomyr betreuten wir ein Tuberkulose-Projekt, in dem Patient*innen mit resistenten Tuberkuloseformen behandelt werden. Hier arbeiteten wir mit dem regionalen Tuberkulosekrankenhaus zusammen, um ein patientenzentriertes Versorgungsmodell für multiresistente Tuberkulose umzusetzen. Seit 2019 forschen wir zu der Wirksamkeit kürzerer, rein oraler Behandlungen von Tuberkulose. Zu dieser Form der Behandlung gehören auch Beratungsmodelle und Versorgung der Patient*innen, unter anderem mit Brennholz und Lebensmittelpaketen. Zudem halfen wir beim Ausbau eines Labors mit modernen Diagnoseinstrumenten, damit die Patient*innen so schnell wie möglich die richtige Behandlung beginnen können.

Unterstützung in der Pandemie 

In Kyjiw, Donezk und Zhytomyr unterstützten wir zudem die Behörden bei der Covid-19-Bekämpfung. Wir spendeten Schutzausrüstung, Schnelltests und Sauerstoffkonzentratoren für Gesundheitseinrichtungen. Darüber hinaus boten wir den unter starkem Druck stehenden Mitarbeiter*innen des Gesundheitswesens sowie den Patient*innen und Gemeinden psychologische Unterstützung an. In Donezk behandelten wir Patient*innen mit leichten bis mittelschweren Symptomen mit unseren mobilen Kliniken direkt bei ihnen zu Hause.