Angriffe der USA und Israels, gefolgt von militärischen Reaktionen Irans und verbündeter bewaffneter Gruppen, haben die Gewalt im Nahen Osten eskalieren lassen. In vielen Regionen dauern die Luftangriffe an – oft treffen sie dicht besiedelte Gebiete – und die Zahl der Opfer und Vertriebenen steigt. Ärzte ohne Grenzen passt seine Programme entsprechend an und beobachtet aufmerksam die sich rasch verändernden humanitären Bedürfnisse. Wir verfügen in der gesamten Region über medizinische Hilfsgüter, die jederzeit eingesetzt werden können. Im Libanon weiten wir unsere Aktivitäten im ganzen Land aus.
Wir fordern, dass alle am Konflikt beteiligten Parteien Zivilist*innen, Krankenhäuser, Gesundheitseinrichtungen und andere wichtige Infrastrukturen schützen! Hilfsmaßnahmen für die betroffenen Bevölkerungen müssen dringend verstärkt werden.
Unsere Hilfe im Libanon: Notfallaktivitäten
Im Libanon wurden mehr als 1 Million Menschen vertrieben - sie haben oftmals keinen sicheren Ort, an den sie gehen können. Unsere Teams weiten die Notfallaktivitäten im ganzen Land aus. Gleichzeitig sind sie dabei sicherzustellen, dass die Arbeit in unseren bestehenden Projekten im Land weitergeht. Die Eskalation kommt für die Bevölkerung 15 Monate nach einem “Waffenstillstandsabkommen”, das ihnen nie wirklich Sicherheit gebracht hat.
Für viele Menschen bedeuten die aktuellen Evakuierungsbefehle, dass sie das Trauma der Vertreibung erneut durchleben müssen.
Familien, die sich langsam von den früheren Kämpfen erholt hatten, werden nun aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Einige sind mit Kindern, älteren Verwandten und kranken Familienmitgliedern auf der Straße gestrandet und müssen unter extrem harten Bedingungen leben.
Francesca Quinto, Programmleiterin im Libanon
So helfen wir aktuell:
- Medizinische Versorgung durch mobile Teams im ganzen Land
- Psychologische Erste Hilfe, u.a. durch eine Telefonhotline
- Versorgung von Notunterkünften mit sauberem Wasser, Decken und Hygieneartikeln
- Unterstützung von Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen, u.a. durch Materialspenden
Teilweise mussten wir unsere Standorte aus Sicherheitsgründen an andere Orte verlegen. Auch wenn viele unserer Kolleg*innen persönlich betroffen sind oder ihre Heimat verlassen mussten, bleiben unsere Teams weiterhin voll engagiert und im Einsatz.
Unsere Hilfe im Iran
Unsere Teams stehen bereit, auf entstehende Bedarfe an medizinischer Hilfe zu reagieren.
Vor der Eskalation am 28. Februar hatte Ärzte ohne Grenzen 3 Projekte im Iran. Wir haben marginalisierten Menschen, darunter u.a. afghanische Geflüchtete, eine grundlegende Gesundheitsversorgung geboten. Trotz der Herausforderungen durch die Luftangriffe u.a. können wir in den bestehenden Projekten einiges fortsetzen.
- Medizinische Versorgung: In Maschhad und Kerman bislang rund 6.000 medizinische Behandlungen pro Monat
- Schwangerschaftsversorgung für afghanische Frauen
- Psychosoziale Hilfe für afghanische Geflüchtete, u.a. in Maschhad
- Gesundheitszentren wollen wir rund um die Uhr öffnen – Genehmigung der Behörden ausstehend
Unsere Hilfe in den Palästinensischen Gebieten: immenser Bedarf
Unsere Teams kümmern sich in den Palästinensischen Gebieten weiterhin um die erheblichen medizinischen und psychologischen Bedürfnisse vor Ort. Im Gazastreifen arbeiten wir in etwa 20 Gesundheitseinrichtungen:
- Behandlungen nach Explosionsverletzungen
- Versorgung mangelernährter Kinder
- Versorgung bei chronischen Erkrankungen
So können Sie helfen
Wir bieten Ihnen vielseitige Möglichkeiten, unsere humanitäre Arbeit zu unterstützen.
Zuletzt aktualisiert: 24.03.2026