Angriffe der USA und Israels, gefolgt von militärischen Reaktionen Irans und verbündeter bewaffneter Gruppen, haben die Gewalt im Nahen Osten eskalieren lassen. Trotz Waffenstillständen gehen die Luftangriffe in vielen Regionen weiter – und treffen oft dicht besiedelte Gebiete. Die Zahl der Opfer steigt, die Zahl der Vertriebenen ist weiterhin hoch.
Ärzte ohne Grenzen passt seine Programme entsprechend an und beobachtet aufmerksam die sich rasch verändernden humanitären Bedürfnisse. Wir verfügen in der gesamten Region über medizinische Hilfsgüter, die jederzeit eingesetzt werden können. Im Libanon und im Iran haben wir unsere Aktivitäten ausgeweitet. Die Krise in der Straße von Hormus macht humanitäre Hilfe jedoch schwieriger und teurer, mit Folgen über die Region hinaus.
Wir fordern, dass alle an dem Konflikt beteiligten Parteien Zivilist*innen, Krankenhäuser, Gesundheitseinrichtungen und andere wichtige Infrastrukturen schützen! Hilfsmaßnahmen für die betroffenen Bevölkerungen müssen dringend verstärkt werden.
Unsere Hilfe im Libanon: Notfallaktivitäten
Im Libanon wurden im Zuge der Eskalation mehr als 1 Million Menschen vertrieben - oftmals ohne sicheren Ort, an den sie gehen können. Unsere Teams haben die Notfallaktivitäten im ganzen Land ausgeweitet. Gleichzeitig stellen wir sicher, dass die Arbeit in unseren bestehenden Projekten im Land weitergeht.
Die Eskalation kam für die Bevölkerung 15 Monate nach einem “Waffenstillstandsabkommen”, das den Menschen nie wirklich Sicherheit gebracht hat.
Für viele bedeuten die aktuellen Evakuierungsbefehle, dass sie das Trauma der Vertreibung erneut durchleben müssen.
So helfen wir aktuell:
- Medizinische Versorgung durch mobile Teams im ganzen Land sowie Telemedizin
- Psychologische Erste Hilfe, u.a. durch eine Telefonhotline
- Versorgung von Notunterkünften mit sauberem Wasser, Decken und Hygieneartikeln
- Unterstützung von Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen, u.a. in der Notfallversorgung und durch Materialspenden
Teilweise mussten wir unsere Standorte aus Sicherheitsgründen an andere Orte verlegen. Auch wenn viele unserer Kolleg*innen persönlich betroffen sind oder ihre Heimat verlassen mussten, bleiben unsere Teams weiterhin voll engagiert und im Einsatz.
Unsere Hilfe im Iran
Das iranische Gesundheitssystem steht stark unter Druck. Vor der Eskalation am 28. Februar hatte Ärzte ohne Grenzen 3 Projekte im Iran. Im Rahmen dieser Projekte versorgen wir u.a. afghanische Geflüchtete medizinisch und psychologisch. Mittlerweile konnten wir unser Angebot ausweiten.
Unsere Hilfe in den Palästinensischen Gebieten: immenser Bedarf
Unsere Teams kümmern sich in den Palästinensischen Gebieten weiterhin um die erheblichen medizinischen und psychologischen Bedürfnisse vor Ort. Im Gazastreifen arbeiten wir in etwa 20 Gesundheitseinrichtungen:
- Behandlungen nach Explosionsverletzungen
- Versorgung mangelernährter Kinder
- Versorgung bei chronischen Erkrankungen
Helfen wird schwieriger und teurer
Die Krise in der Straße von Hormus und die Einschränkungen des Luftraums wirken sich auch auf unsere weltweiten Lieferketten aus. So müssen wir beispielsweise Fracht umleiten, was sowohl Lieferzeiten als auch Kosten erhöht.
Die Auswirkungen sind bereits über die Region hinaus spürbar. Wir verzeichnen z.B.:
- Verzögerte Medikamentenlieferungen in Syrien
- Höhere Fracht- bzw. Treibstoffkosten im Jemen, in Somalia und in Afghanistan
- Gestiegene Preise für wichtige Güter wie z.B. Moskitonetze
So können Sie helfen
Wir bieten Ihnen vielseitige Möglichkeiten, unsere humanitäre Arbeit zu unterstützen.
Zuletzt aktualisiert: 11.05.2026