Über Christian Katzer
Christian Katzer arbeitet seit 1999 in unterschiedlichen Funktionen für Ärzte ohne Grenzen. Seine Einsätze führten ihn u.a. nach Liberia, Afghanistan, Somalia und Osttimor. Im Berliner Büro arbeitete er als Leiter der Personalabteilung und verantwortete die Projektabteilung mit den Länderschwerpunkten Jemen, Zentralafrikanische Republik, Äthiopien, Tschad und Eswatini.
Seit 2020 ist er der Geschäftsführer der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen. Christian Katzer ist Ingenieur und hat einen Master in Business Administration.
Christian Katzer in den Medien
Im Rahmen seiner Tätigkeit als Geschäftsführer engagiert er sich in der öffentlichen Aufklärung über humanitäre Krisen. Christian Katzer ist Co-Host unseres Podcasts Notaufnahme und bei diversen deutschen Medien als Interviewpartner zu Gast.
Über das zu sprechen, was ich und meine Kolleg*innen sehen, gehört zu den Kernaufgaben von Ärzte ohne Grenzen. Und es liegt mir auch persönlich am Herzen, zur Berichterstattung über humanitäre Krisen beizutragen – insbesondere, wenn sie wenig mediale Beachtung erfahren. Denn wir sind nicht sicher, dass Reden Leben rettet. Wir wissen aber, dass Schweigen töten kann.
Christian Katzer
Christian Katzer zum aktuellen Ebola-Ausbruch
Als Logistiker war Christian Katzer vor seiner Tätigkeit als Geschäftsführer mehrfach in afrikanischen Ländern, um Epidemien zu bekämpfen, - u.a. 2000 in Uganda und 2001 in Gabun zur Bekämpfung von Ebola und 2005 in Angola angesichts eines Ausbruchs des Marburg-Fiebers.
Die Gefahr der Ausbreitung ist groß. Das liegt unter anderem an der schlechten gesundheitlichen Versorgung in betroffenenen Regionen: Menschen versuchen, in Gebiete mit besseren medizinischen Angeboten zu reisen; auch über Ländergrenzen.
Christian Katzer
Christian Katzer zur Lage in den Palästinensischen Gebieten
Unsere Hilfe im Gazastreifen und dem Westjordanland ist aktuell in Gefahr: Unsere Registrierung ist ausgelaufen. Die israelische Regierung hat auf Gesprächsgesuche, um eine Lösung zu finden, welche die israelischen Bedürfnisse und die humanitären Bedürfnisse der Palästinenser*innen in Betracht zieht, bislang nicht reagiert. Wir leisten weiterhin an 20 Standorten im Gazastreifen und an 4 Orten im Westjordanland medizinische Hilfe. Wir sehen allerdings auch erste Auswirkungen: Jegliche Lieferungen und Einreisen von Personal unserer Organisation in den Gazastreifen wurden in den vergangenen Tagen abgelehnt. Humanitäre Hilfe ist keine Wohltätigkeit, sondern eine Verpflichtung nach internationalem Recht. Die palästinensische Bevölkerung braucht dringend mehr Hilfe, nicht weniger.
Ärzte ohne Grenzen ist einer der großen Gesundheitsversorger im Gazastreifen. Wir leisten dort spezialisierte Intensivpflege, die sonst weitgehend nicht mehr verfügbar ist. Dazu gehören u.a. Unfallchirurgie, Geburtshilfe und Neugeborenen-Pflege, Behandlung von Verbrennungen und psychologische Betreuung. Wir sind mit mehr 1.000 Mitarbeitenden vor Ort und sehen keinen Akteur, der diese Arbeit übernehmen kann.
Christian Katzer
Christian Katzer als Co-Host unseres Podcasts "Notaufnahme"
In unserem Podcast nehmen wir Sie mit auf unsere weltweiten Einsätze und geben Einblick in unsere politische Arbeit. In dieser Folge der "Notaufnahme" sprechen Christian Katzer und Anna Dushime mit der Intensivkrankenpflegerin Katja Storck nach ihrem zweiten Einsatz im Gazastreifen. Warum kommen dort vier LKW-Lieferungen Instant-Cappuccino an, aber kein Reis oder medizinisches Equipment? Es geht um Mangelernährung, um fehlende Rollstühle, um intransparente Evakuierungslisten und den Wunsch, endlich wieder gemeinsam Tee zu trinken und Brot zu teilen.
Christian Katzer zur Lage im Südsudan nach einem Projektbesuch 2026
Fast 10 Millionen Menschen sind laut Vereinten Nationen im Südsudan auf humanitäre Hilfe angewiesen - das sind ca. 70 Prozent der Bevölkerung. Unter ihnen auch viele Geflüchtete aus dem Nachbarland Sudan, in dem Krieg herrscht. 1,4 Millionen Menschen waren in den vergangenen 2 Jahren von Überschwemmungen betroffen. Ernteausfälle, akute Mangelernährung, aber auch die Ausbreitung von Krankheiten sind die Folge. Wir leisten Hilfe – durch Angriffe werden unsere Aktivitäten aber immer wieder zurückgeworfen.
Es gibt immer mehr Angriffe auf Zivilst*innen und auf zivile Infrastruktur wie Krankenhäuser. 2025 ist die Zahl der Menschen, die allein aufgrund von Schussverletzungen versorgt werden mussten, gegenüber dem Vorjahr um 77 Prozent gestiegen. Zwölf unserer Einrichtungen wurden seit Januar 2025 angegriffen, teilweise auch aus der Luft.
Christian Katzer