Konflikt und Krieg
Kriege und Konflikte zerstören Gesundheitssysteme
In Ländern wie Syrien, Jemen, Sudan oder DR Kongo erleben wir, wie bewaffnete Konflikte ein Land, seine Infrastruktur und das Leben der Menschen verändern. Medizinische Versorgung bricht oft genau dann zusammen, wenn sie am dringendsten notwendig ist. Gesundheitseinrichtungen werden beschädigt oder zerstört. Mitarbeitende des Gesundheitswesens fliehen oder kommen ums Leben. Die Versorgung mit Lebensmitteln und sauberem Wasser sind gefährdet. So zerstören bewaffnete Konflikte die Grundlagen, die Menschen brauchen, um gesund zu bleiben.
Gleichzeitig steigt der medizinische Bedarf. Verletzungen durch Gewalt müssen behandelt werden, Geburten finden unter unsicheren Bedingungen statt, chronisch erkrankte Patient*innen verlieren den Zugang zu Medikamenten und Kinder verpassen lebenswichtige Impfungen. Die psychische Belastung durch Gewalt, Verlust und Vertreibung wächst.
In etwa einem Viertel unserer weltweiten Projekte unterstützen wir Menschen, die in Kriegs- oder Konfliktgebieten leben.
So helfen wir in Konflikt- und Kriegsgebieten
- Wir bauen Krankenhäuser auf, unterstützen Gesundheitseinrichtungen und versorgen Geflüchtete in Camps medizinisch.
- Wir operieren und versorgen Kriegsverletzte inklusive postoperativer Versorgung und Rehabilitation.
- Wir betreuen Schwangere, Neugeborene und Mütter.
- Wir versorgen chronisch kranke Patient*innen.
- Wir versorgen traumatisierte Menschen psychologisch.
Einsatz in Gewaltkontexten
Immer wieder beobachten unsere Mitarbeiter*innen, das unvorstellbare Ausmaß an Gewalt, das Kriege und Konflikte mit sich bringen. Neben den körperlichen Spuren, hinterlassen diese extremen Formen von Brutalität psychische Narben. Insbesondere Folter, wie sie den Menschen in den Internierungslagern in Libyen angetan wird, oder sexualisierte Gewalt, von der uns nicht nur die geflüchteten Rohyngia in Bangladesch berichten, traumatisieren die Menschen ein Leben lang. In vielen Projekten weltweit versorgen unsere Teams Überlebende dieser grausamen Formen der Gewalt.
In der Ukraine, im Sudan, in Afghanistan, Südsudan oder im Nahen Osten: Immer wieder werden medizinische Einrichtungen, Krankenwagen und Zufluchtsorte für Geflüchtete Ziel von Angriffen. Wir verurteilen diese Kriegsverbrechen auf das Schärfste und fordern die Einhaltung internationalen humanitären Rechts.
Bericht "Medizinische Hilfe im Kreuzfeuer (2026)" auf Englisch
Bei unserer Hilfe in Konfliktgebieten bleiben wir entsprechend der humanitären Prinzipien neutral. Was zählt, ist allein die medizinische Notwendigkeit. Wir versuchen diejenigen Menschen zu erreichen, die Hilfe am dringendsten benötigen. Damit das gelingt, sprechen wir mit allen Konfliktparteien. So gewinnen wir gerade in komplexen Situationen mit vielen Akteuren, wie in der Zentralafrikanischen Republik, das notwendige Vertrauen. Dass wir keine Seite bevorzugen, bedeutet nicht, das wir auf allen Seiten eines Konflikts präsent sind. Das kann daran liegen, dass uns Parteien trotz Gesprächen kein Zugang gewähren, an der aktuellen Sicherheitslage in einem Gebiet oder daran, dass die wichtigsten medizinischen Bedürfnisse bereits gedeckt sind.