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HIV und AIDS

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Nach der Ansteckung mit dem Humane Immundefizienz-Virus (HIV) verbleiben die Viren oft lange unentdeckt im Körper des Menschen und schwächen allmählich das Immunsystem. Bleibt HIV unbehandelt, kann sich innerhalb von drei bis 15 Jahren das erworbene Immunschwächesyndrom entwickeln - AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome). Diese Krankheit ist nicht heilbar, aber mittlerweile gut behandelbar.  

Insgesamt leben weltweit fast 38 Millionen Menschen mit HIV, die meisten südlich der Sahara. Pro Jahr gibt es 1,5 Millionen Neuinfektionen und weltweit leben 38,4 Millionen Menschen mit HIV – 9,7 Millionen dieser Menschen haben keinen Zugang zu Behandlung (UN Global HIV & Aids statistics).

Unsere weltweite medizinische Hilfe gegen HIV und AIDS

Ärzte ohne Grenzen behandelt seit den 1990er Jahren Menschen mit HIV. In unserer Arbeit konzentrieren wir uns auf Schlüsselpopulationen - das heißt auf Menschen, die besonders gefährdet sind, sich mit HIV zu infizieren. Zudem fokussieren wir uns auf Menschen, die an AIDS erkrankt sind.

  • Wir klären über HIV und AIDS auf und stellen Präventionsmittel wie Kondome zur Verfügung.
  • Wir ermöglichen HIV-Tests, die wichtig in der Eindämmung des Virus sind und Voraussetzung für die Behandlung.
  • Wir beraten Eltern zur Übertragung von HIV von Mutter auf Kind und helfen, dieser vorzubeugen.
  • Wir setzten uns für die weitere Erforschung von HIV und AIDS ein, für die Entwicklung von Medikamenten und den gerechten Zugang zu Arzneimitteln. Weitere Informationen zu diesem Teil unserer Arbeit finden Sie hier.

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Wissenswertes über HIV und AIDS

Wie kommt es zu einer Ansteckung mit HIV?

Die Übertragung des HI-Virus erfolgt durch Blut und Körperflüssigkeiten, vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und Drogenkonsum. Das HI-Virus gelangt über die Schleimhäute in den Körper. Dann schleust es seine genetischen Informationen in spezielle Immunzellen, die sogenannten T-Helferzellen, und zerstört die wichtigen Abwehrzellen.

HIV lässt sich mit einem einfachen Bluttest nachweisen.

Welche Symptome haben Patient*innen mit HIV?

Für eine gewisse Zeit kann der Körper HI-Viren durch eigene Antikörper abwehren. Zwei bis vier Wochen nach der HIV-Infektion zeigen sich erste unspezifische Symptome wie Nachtschweiß, grippeähnliche Symptome oder Durchfall. Nach dieser Akutphase, in der sich die Viren stark vermehren, folgt meist eine symptomfreie oder symptomarme Zeit. Monate bis Jahre später ist das Immunsystem dauerhaft geschwächt. 

Die Betroffenen erkranken dann schnell an für sie lebensbedrohlichen Infektionen:

  • Hefepilze (Atemwege, Scheide)
  • Gürtelrose (Herpes zoster)
  • Lungen- und Gehirnentzündungen
  • Hautkrebs (Kaposi-Sarkom)
  • aktive Tuberkulose - Tuberkulose ist Ursache für jeden dritten AIDS-Todesfall.  

Wie wird HIV beziehungsweise AIDS behandelt?

Die regelmäßige, lebenslange Einnahme sogenannter antiretroviraler Medikamente ermöglicht Menschen mit HIV ein vergleichsweise langes und gesundes Leben mit einem weitgehend normalen Alltag. Die Therapie beginnt sofort nach der Diagnose. Meist erhalten die Patient*innen eine Kombination aus drei verschiedenen Medikamenten. Diese sollen das Immunsystem anhaltend stärken und das Fortschreiten der Erkrankung verhindern.

Die regelmäßige Einnahme sorgt einerseits dafür, dass die Anzahl der Viren im Körper so stark reduziert ist, dass Infizierte andere Menschen nicht anstecken können. Andererseits ist die regelmäßige Einnahme wichtig, damit sich keine Resistenzen bilden.

Warum erhalten immer noch so viele Menschen nicht die notwendige Hilfe?

Trotz vorhandener Medikamente werden mehr als 13 Millionen Menschen, die mit HIV infiziert sind, nicht mit antiretroviralen Therapien (ARTs) behandelt - vor allem in afrikanischen Ländern und im Nahen Osten. In der Folge sterben jedes Jahr fast eine Million Menschen, obwohl sie gut behandelbar wären.  

Gründe, warum diese Menschen die notwendige Therapie nicht erhalten, sind:

  • Probleme bei der Versorgung mit HIV-Rohstoffen
  • Vorräte, die nicht ausgeliefert werden
  • Lagerausfälle
  • Mangel an Diagnostika
  • Unklarheiten über den Arzneimittelbedarf
  • schwindende internationale Finanzmittel
  • zu hohe Kosten der Alternativpräparate bei Resistenzen

Außerdem gehören HIV und AIDS trotz großer Therapiefortschritte immer noch zu den vernachlässigten Krankheiten. Man nennt die Erkrankungen so, weil sie sie hauptsächlich Menschen in ärmeren Ländern betreffen und in deren Erforschung daher unzureichend investiert wird. Wir setzen uns auch politisch dafür ein, dass sich das ändert. Mehr zu diesem Teil unserer Arbeit erfahren Sie hier.

Welche Gruppen sind besonders gefährdet für eine HIV-Infektion?

Viele Menschen in ärmeren Ländern haben ein besonders hohes Risiko für eine HIV-Infektion. Denn sie werden sozial ausgegrenzt oder kriminalisiert oder leben in Krisenregionen mit unzureichender Gesundheitsversorgung. Weltweit betrifft das fast jeden zweiten Neuinfizierten, in Osteuropa und Zentralasien nahezu jeden.  

Gleichzeitig haben die Betroffenen – obwohl oft mehrfach zum Beispiel an HIV, Tuberkulose und Hepatitis C erkrankt – keinen Zugang zu einer HIV-Behandlung, Vorsorge- und Gesundheitsdienstleistungen.

Zu den sogenannten Schlüsselpopulationen gehören

  • Sexarbeiter*innen
  • Drogenkonsument*innen
  • Männer, die Sex mit Männern haben
  • Menschen in Gefängnissen