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Unsere Hilfe in Griechenland

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Die aktuelle Situation in Griechenland

In der Nacht vom 8. auf den 9. September 2020 stand das Geflüchtetencamp Moria in Flammen und brannte bis auf die Grundmauern nieder: Verängstigte Kinder, schockierte Männer und Frauen waren auf der Suche nach einem sicheren Ort. Ein Jahr später leben viele von ihnen im neuen Lager in Kara Tepe. Doch geändert hat sich nichts für die Geflüchteten auf Lesbos. Auf den griechischen Inseln hat sich in den vergangenen fünf Jahren eine humanitäre Krise entwickelt, die verheerende Folgen für Geflüchtete und Migrant*innen hat. Während fast 10.000 Menschen in sogenannten “Hotspots” auf den Inseln Lesbos, Samos, Chios, Leros und Kos auf ein faires Asylverfahren hoffen, werden sie behandelt wie Häftlinge. In den Hotspots erhalten sie kaum medizinische Hilfe. In Zeiten der Covid-19-Pandemie eine gefährliche Situation, denn die Lebenssituation in den Lagern macht die Menschen zur Hochrisikogruppe. Viele der Geflüchteten leiden an psychischen Erkrankungen wie posttraumatischen Belastungsstörungen und bedürften dringend einer Therapie. 

Wie wir in Griechenland helfen

  • Wir bieten Geflüchteten auf den griechischen Inseln Lesbos und Samos psychologische Hilfe.

  • Wir behandeln Kinder sowie Patient*innen mit chronischen Krankheiten und versorgen Opfer von Folter und sexualisierter Gewalt. 

  • Wir setzen uns für die Unterbringung aller Asylsuchenden von den griechischen Inseln in sichere Unterkünfte auf dem Festland oder in anderen europäischen Ländern ein. 

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Warum wir in Griechenland helfen

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Geflüchtete Familie auf Samos
Mohammed und Sharide leben mit ihren vier Kindern in einer provisorischen Behausung auf der Insel Samos – so wie rund 3.500 Menschen, die zusammengepfercht in einem Lager ausharren, das für 648 Menschen angelegt ist.
©Dora Vangi/MSF

Griechenland und besonders die Inseln der Agäis wie Lesbos, Samos oder Chios sind seit der Umsetzung des EU-Türkei-Deals 2016 ein symbolträchtiger Ort für das Scheitern Europas. Zehntausende Menschen sitzen hier, teilweise seit Jahren, unter unmenschlichen und entwürdigenden Bedingungen fest und warten auf eine Entscheidung über ihren Asylantrag. Ihnen werden grundlegende Rechte und eine elementare Versorgung verwehrt. 

Fast alle Geflüchteten haben bei ihrer Ankunft im Land mehrere Monate oder Jahre der Flucht hinter sich. Sie fliehen vor Krieg, Gewalt und Armut. Einige Kinder haben noch nie eine Schule besucht, manche leben seit ihrer Geburt in Zelten. Sie hoffen, in Europa endlich Schutz zu finden. Doch auf den griechischen Inseln wiederholt sich ihre Geschichte: ständige Unsicherheit, prekäre Lebensbedingungen, Gewalt, Krankheiten. Medizinische Versorgung gibt es kaum. Schwangere müssen in unbeheizten Zelten oder gar unter freiem Himmel leben, ebenso wie Frauen und Neugeborene wenige Tage nach der Geburt. Die Gefahr sexualisierter Gewalt ist besonders für allein reisende Frauen und unbegleitete Minderjährige groß. Dank unabhängiger Spenden können wir auf einigen Inseln und in der Hauptstadt Athen ein Minimum an medizinischer und humanitärer Hilfe leisten. 

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1991 Hilfe in Griechenland an.

  • 84.7
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 83.7 Jahre
  • 79.8
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 78.9 Jahre
  • 291
    Mitarbeiter*innen waren für uns im Einsatz.
  • 13.3
    Millionen Euro haben wir für unsere Hilfe vor Ort aufgewendet.

Quellen: UNDESA (2019a), MSF International Activity Report 2020

Unsere Hilfe in Griechenland 2020

  • 48.800 ambulante Beratungen  

  • 10.400 psychologische Einzelberatungen  

  • 100 Behandlungen von Folteropfern  

  • 460 Behandlungen infolge sexualisierter Gewalt  

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Griechenland: Impfung gegen Pneumonie für Geflüchtete
Unser Arzt Stefanos Tsallas impft Geflüchtete auf den griechischen Inseln gegen Pneumokokken.
©MSF/Sophia Apostolia

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Hilfe für Geflüchtete, wo Europa seine Verantwortung ignoriert

Seit Jahren leben auf den griechischen Inseln Männer, Frauen und Kinder unter widrigen Umständen. Auf der politischen Ebene fordern wir, dass sich die EU endlich ihrer Verantwortung stellt und umgehend die Menschen von den griechischen Inseln in andere EU-Staaten bringt. In einem offenen Brief an die Bundesregierung fordern wir: Aufnahmen von Geflüchteten aus Griechenland fortsetzen und das Hotspot-Experiment beenden!

Die Mitgliedsstaaten müssen ein Asylsystem etablieren, das wirklich funktioniert, und sie müssen aufhören, Geflüchtete unter unmenschlichen Bedingungen ausharren zu lassen. 

Wir, die wir entwürdigende und schreckliche Gewalt erlitten haben, haben es nicht verdient, so unmenschlich und demütigend behandelt zu werden. Jeder Mensch verdient es, mit Menschlichkeit behandelt zu werden, mit Respekt vor seiner Würde und Freiheit.“ 

- Stellungnahme der „Survivors²”, einer Gruppe von Überlebenden von Folter. Alle Survivors²-Mitglieder sind aktuell Patient*innen der Rehabilitationsklinik von Ärzte ohne Grenzen in Athen oder waren es. 

Zuletzt aktualisiert am: 9.September 2021