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Haiti: Gewalteskalation zwingt Ärzte ohne Grenzen zur vorläufigen Schließung seiner Klinik in Cité Soleil

Port-au-Prince/Berlin, 12. Mai 2026. Infolge schwerer Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppen in der Hauptstadt Port-au-Prince muss Ärzte ohne Grenzen seine Arbeit im Stadtteil Cité Soleil bis auf Weiteres einstellen.

Mit der Eskalation der Kämpfe am Sonntag hatten mehr als 800 Menschen in der Klinik von Ärzte ohne Grenzen Zuflucht gesucht. Die Mitarbeitenden vor Ort behandelten dutzende Menschen mit Schussverletzungen. Dann verschlechterte sich die Sicherheitslage rapide und ein Weiterbetrieb war nicht möglich.

„In nur zwölf Stunden haben unsere Teams mehr als 40 Menschen mit Schussverletzungen behandelt“, sagt Landeskoordinatorin Davina Hayles in Haiti.

Ein Querschläger verletzte einen Sicherheitsmitarbeiter der Organisation auf dem Klinikgelände. Sein Zustand ist inzwischen stabil, die Situation sei aber untragbar gewesen, so Hayles.

Wir können nicht unter Beschuss arbeiten. Ein Krankenhaus, in dem das Personal nicht sicher ist, kann nicht funktionieren.

Davina Hayles, Landeskoordinatorin in Haiti

Bis zur vorläufigen Schließung der Klinik hatten die Teams von Ärzte ohne Grenzen auch Patient*innen aus der nahegelegenen Fontaine-Klinik versorgt, darunter Schwangere, die in der Nacht von Sonntag auf Montag entbunden hatten. In dem Gebiet, in dem die Kämpfe stattfinden, ist derzeit keine Klinik mehr geöffnet.

Ärzte ohne Grenzen appelliert eindringlich an alle Konfliktparteien, die Sicherheit von medizinischem Personal und der Zivilbevölkerung zu gewährleisten.