Ebolafieber: Betroffene brauchen gerechten Zugang zu medizinischen Hilfsmitteln
Gegen das Bundibugyo-Virus, das den aktuellen Ausbruch des Ebolafiebers in der Demokratischen Republik Kongo auslöst, gibt es keinen Impfstoff, keine Medikamente und zu wenig Tests, um die Krankheit zu diagnostizieren. Dabei hat das Virus 2007 und 2012 bereits zwei Ausbrüche des Ebolafiebers verursacht; Expert*innen haben in der Folge auf den Bedarf insbesondere von ausreichend Diagnostika hingewiesen.
Dass bei dem aktuellen Ausbruch der Ebola-Krankheit Schnelltests, Medikamente und ein Impfstoff fehlen, zeigt einmal mehr, dass die Gesundheit von Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen in der medizinischen Forschung nicht priorisiert wird.
Jasmin Behrends, Expertin für globale Gesundheit bei Ärzte ohne Grenzen Deutschland.
Jetzt, da auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene Ressourcen mobilisiert werden, um den Ausbruch der Ebola-Krankheit einzudämmen, ist es wichtig, sich die Lehren aus vergangenen Epidemien nochmal vor Augen zu führen.
Bei früheren Ausbrüchen des Ebolafiebers, aber auch bei der Covid-19-Pandemie, haben wir gesehen, dass medizinische Hilfsmittel so schnell wie möglich die am stärksten betroffenen Gemeinschaften erreichen müssen. Damit dies geschehen kann, muss schon zu Beginn der Forschung und Entwicklung von medizinischen Hilfsmitteln ein gerechter Zugang mitgedacht werden
Betroffene Menschen stärker in den Mittelpunkt stellen
Ärzte ohne Grenzen fordert Forschungseinrichtungen, Geldgeber*innen und Regierungen auf, verbindliche Zugangsbedingungen für neue medizinische Hilfsmittel gegen das Bundibugyo-Virus umzusetzen. Forschungs- und Entwicklungsinitiativen sowie Investitionen in neue medizinische Produkte müssen über die anfänglichen Notfallphasen hinausgehen und betroffene Menschen stärker in den Mittelpunkt stellen.
Entscheidend ist, dass Menschen einen gerechten Zugang zu neuen lebensrettenden Impfstoffen, Tests und Medikamenten haben, auch wenn sie in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen leben. Vor allem, wenn sie an klinischen Studien teilnehmen und ihre Daten zur Verfügung stellen, sollten sie von den Ergebnissen auch profitieren.
Ärzte ohne Grenzen fordert, dass die Zulassung von medizinischen Gütern vorrangig in Ländern und Regionen erfolgen sollte, in denen klinische Studien stattfinden und die besonders gefährdet sind. Wenn öffentliche Gelder für Forschung und Entwicklung eingesetzt werden, sollten deren Ergebnisse allen Menschen weltweit zur Verfügung stehen. Deshalb braucht es zum Beispiel Transparenz über die Kosten und Ergebnisse von klinischen Studien sowie über Preise.
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