Direkt zum Inhalt

Seenotrettung auf dem Mittelmeer

Seit 2015 ist Ärzte ohne Grenzen an Bord von Rettungsschiffen im zentralen Mittelmeer im Einsatz. Jedes Menschenleben zählt. Seenotrettung ist eine Pflicht.
Jetzt spenden

Spendenbetrag

Meine Spende wird dort eingesetzt, wo Hilfe am dringendsten benötigt wird.

Das zentrale Mittelmeer ist eine der tödlichsten Fluchtrouten der Welt. Tausende Menschen kamen in den vergangenen Jahren hier bei dem Versuch ums Leben, Europa in seeuntauglichen Booten zu erreichen. Seit 2014 starben mehr als 26.700 Menschen auf dieser Route. Betrachtet man das gesamte Mittelmeer, waren es sogar mehr als 35.700. 

Eigentlich ist es eine humanitäre und rechtliche Pflicht, Menschen in Seenot zu retten. Die europäischen Staaten kommen dieser Verantwortung jedoch seit 2015 nicht mehr ausreichend nach. Stattdessen setzen sie vermehrt auf eine Politik der Abschottung. Gemeinsam mit anderen zivilen Seenotrettungsorganisationen versuchen wir diese lebensgefährliche Lücke zu schließen. Aktuell sind wir mit der "Oyvon", einem ehemaligen norwegischen Ambulanzschiff, im Einsatz. 

Die Menschen, die wir retten, sind häufig unterkühlt und haben Verätzungen durch das Gemisch aus Treibstoff und Salzwasser in den seeuntauglichen Booten. Oder leiden unter Folgen anderer Verletzungen, die ihnen zuvor beigebracht wurden. Viele berichten von willkürlicher Inhaftierung, Folter, sexualisierter Gewalt und anderen Misshandlungen, die sie in Libyen erlebt haben.

Yusuf*, 17 Jahre

"Meine Botschaft an die Menschen in Europa ist: Wenn ihr die Möglichkeit habt, mehr Menschen auf See zu retten, tut es für diejenigen, die aus Libyen fliehen. Denn dort hat man keine Wahl. Man wird gezwungen, auf’s Meer zu gehen."
* Name zum Schutz der Identität geändert

So helfen wir Menschen auf dem Mittelmeer

Seit 2015 haben wir mit unseren Schiffen allein oder in Kooperation mit anderen Nichtregierungsorganisationen im zentralen Mittelmeer mehr als 94.000 Menschen gerettet. Aktuell sind wir mit unserem neuen Schiff Oyvon unterwegs.

Wir fordern

  • keine deutsche Unterstützung für Abfangmaßnahmen und Rückführungen nach Libyen.
  • dass die Bundesregierung für einen staatlichen Seenotrettungsmechanismus auf EU-Ebene eintritt.
  • dass die Bundesregierung sich dafür einsetzt, humanitäre Seenotrettung rechtlich abzusichern.
  • die konsequente Aufklärung von Angriffen auf zivile Rettungsschiffe.

Jetzt reinhören in unsere Podcastfolge zum Thema:

In unserem Podcast "Notaufnahme" berichten Mitarbeitende von ihrer Arbeit. Vor einem Live-Publikum in Neukölln sprachen Moderatorin Anna Dushime und Geschäftsführer Christian Katzer mit Camil El-Khoury. Camil war 2025 als interkultureller Vermittler an Board unseres Rettungsschiffs Oyvon und berichtet darüber, warum Sprache, Respekt und Zuhören bei einer Rettung besonders wichtig sind. 

Kritik an libyscher Küstenwache

Ärzte ohne Grenzen appelliert an die EU und ihre Mitgliedsstaaten, die finanzielle und materielle Unterstützung der libyschen Küstenwache und die damit einhergehende erzwungene Rückführung von Menschen nach Libyen zu beenden.

Fragen und Antworten zur Seenotrettung

Weshalb sind wir auf dem Mittelmeer im Einsatz? Wie helfen wir Geflüchteten in Seenot und weshalb wagen sie überhaupt die gefährliche Überfahrt nach Europa?