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Sudan: Medizinische Hilfe

Wie Bevölkerung und Helfer*innen füreinander einstehen

Im Sudan bedeutet medizinische Hilfe während des Krieges zu leisten, vor allem das: Medikamentenlieferungen werden behindert und Visa für Personal nicht ausgestellt. Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen sind Ziel von Angriffen, und wir müssen uns aufgrund von Kampfhandlungen zurückziehen. Wir konzentrieren uns auf das Wichtigste, wo immer es geht: Die Behandlung von Verletzten, von Mangelernährung und ansteckenden Krankheiten sowie die Mutter-Kind-Versorgung u.a.  

Ganz überwiegend leisten unsere sudanesischen Mitarbeitenden diese Hilfe. Wir sind tief beeindruckt von dem, was sie leisten. Genauso geht es uns mit der selbstorganisierten Hilfe der Bevölkerung. Davon erzählen wir im Folgenden.

Ein Krankenhaus im Krieg bleibt Lebensader

Die Geschichte des Bashair-Krankenhauses: 

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Mehrere Menschen sitzen vor einem Krankenhaus
Das Bashair-Krankenhaus heute: Patient*innen nach der medizinischen Ersteinschätzung im Wartebereich am Haupteingang.
© Kristen Poels/MSF

Im April 2023 beginnen die Kämpfe im Sudan, zunächst in der Hauptstadt Khartum. Das Bashair-Krankenhaus, eine Einrichtung des Gesundheitsministeriums, muss wegen der Gewalt schließen. Mitarbeitende aus der Umgebung kehren jedoch zurück, unterstützt von Freiwilligen: 

”Wir fingen mit fast nichts an. Ein paar Ärzt*innen. Ein paar Chirurg*innen. Krankenpfleger*innen. Freiwillige. [...] Es war das einzige funktionierende Krankenhaus in der Gegend. Wir konzentrierten uns auf Explosionsverletzungen, Kriegsverletzte. Das Krankenhaus war nicht mehr nur ein Arbeitsplatz. Es war eine Lebensader”, erzählt die Ärztin Jamila* [Name zum Schutz geändert] 

Im Mai trifft ein Team von Ärzte ohne Grenzen ein: Wir machen den Operationssaal wieder einsatzbereit, bauen ein Intensivpflegeteam auf und bilden Personal weiter. Abläufe werden neu organisiert, Verantwortlichkeiten geklärt. Kein Tag gleicht dem anderen, doch das Krankenhauspersonal hält durch – unterstützt von unserem Team. 

Anpassen 

Mit der Zeit werden in Khartum immer mehr medizinische Einrichtungen, darunter Kliniken, zerstört. Der Druck auf das Bashair-Krankenhaus wächst. Die Lage bleibt in jeder Hinsicht instabil. Wiederholte Sicherheitsvorfälle zwingen Ärzte ohne Grenzen 2024 dazu, neun Monate lang nicht vor Ort zu sein. Die Unterstützung erfolgt aus der Ferne. Wir schicken Medikamente sowie medizinisches Material und beraten technisch. Dem Personal gelingt es, lebenswichtige Dienste für die Bevölkerung aufrechtzuerhalten. 

Anfang 2025 müssen die Aktivitäten schließlich ganz eingestellt werden. Bewaffnete Vorfälle im Zusammenhang mit der Rapid Support Forces (RSF) machen die Arbeit unmöglich. Das lokale Personal arbeitet weiter – unter extrem gefährlichen Bedingungen. 

Neu anfangen

Nachdem die Sudanesischen Streitkräfte (SAF) das Gebiet zurückerobert haben, verbessert sich ab März 2025 die Sicherheitslage. Ärzte ohne Grenzen nimmt die Aktivitäten schrittweise wieder auf: Die Cholera-Behandlungseinheit, die Notaufnahme und die Ambulanz öffnen erneut. Das Personal kehrt zurück. 

Nach und nach übergeben wir daher die wichtigsten Aktivitäten an das Gesundheitsministerium. Unser Fokus liegt nun auf der Geburtshilfe und der Versorgung von Neugeborenen, wo der Bedarf besonders hoch ist: Zeitweise lag die Neugeborenensterblichkeit bei bis zu 25 Prozent. Inzwischen zeigen sich erste Verbesserungen.  

Gemeinsam mit der Community helfen – flexibel und mutig

Zur Arbeit in Kriegssituationen gehören Anpassungsfähigkeit, Improvisation, Flexibilität – und immer wieder Mut: Damit die Hilfe so gestaltet ist, wie sie vor Ort in dem Moment richtig ist und gebraucht wird. Uns hilft, dass wir seit Jahrzehnten im Sudan arbeiten und das Vertrauen der Bevölkerung haben. Wir arbeiten eng mit den Menschen zusammen, wie das Beispiel des Bashair Teaching Hospitals zeigt.  

Wir möchten daran erinnern: Mehr als 1.700 sudanesische Mitarbeitende tragen die Unterstützung von Ärzte ohne Grenzen. Unzählige sudanesische Initiativen außerhalb unserer Organisation leisten in diesem Krieg so viel für ihre Mitmenschen. Diese Geschichten müssen gehört werden. Danke fürs Weitertragen: #talkaboutsudan. 

So können Sie helfen

Werden Sie aktiv und unterstützen Sie unsere weltweite humanitäre Arbeit.