Demokratische Republik Kongo

Zwei Mitarbeiter von bewaffneten Männern in Süd-Kivu angegriffen - Ärzte ohne Grenzen stellt medizinische Aktivitäten ein

Teams von Ärzte ohne Grenzen sind in zwei verschiedenen Orten der Provinz Süd-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo (D.R. Kongo) angegriffen worden. Bei einem der Zwischenfälle erlitten zwei Mitarbeiter der Organisation Schusswunden. Ärzte ohne Grenzen ist äusserst besorgt über die Verschlechterung der Sicherheitslage in Süd-Kivu und verurteilt die Gewalt gegen ihre Mitarbeiter. Angesichts der unsicheren Lage und dem fehlenden Respekt für humanitäre Arbeit hat Ärzte ohne Grenzen entschieden, bis auf weiteres die medizinischen Aktivitäten in den Gebieten Uvira, Hauts Plateaux und Shabunda einzustellen.

Am Sonntagmorgen überfielen bewaffnete, uniformierte Männer zwei Fahrzeuge von Ärzte ohne Grenzen, die sich auf dem Weg nach Marung, in der Nähe von Hauts Plateaux, befanden. Sie feuerten Schüsse in die Luft, raubten die Fahrer von Ärzte ohne Grenzen aus und entwendeten das gesamte Material. Etwas später am gleichen Nachmittag wurde ein weiteres Fahrzeug der Organisation ebenfalls von bewaffneten, uniformierten Männern auf dem Weg zwischen Bukavu und Uvira, in der Nähe von Kamanyola, angegriffen. Zwei Personen, ein nationaler und ein internationaler Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen, erlitten Schussverletzungen. Beide wurden sofort medizinisch versorgt und befinden sich zurzeit in einem stabilen Zustand.

Eine schwierige Entscheidung

"Nach diesen schweren Zwischenfällen haben wir entschieden, bis auf weiteres unsere medizinischen Aktivitäten in Süd-Kivu einzustellen", sagt Jean Marc Cordaro, Direktor der Einsätze von Ärzte ohne Grenzen. "Es ist eine schwierige Entscheidung, denn sie trifft viele Menschen in der Region, die kaum Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Doch ohne ein Mindestmass an Sicherheit und ohne den Respekt für humanitäre Mitarbeiter können wir nicht arbeiten." Ärzte ohne Grenzen wird die lebensrettenden Nothilfeaktivitäten in den Krankenhäusern aber weiterhin fortführen.

Ärzte ohne Grenzen ist über die Verschlechterung der Sicherheitslage in dieser Gegend äußerst besorgt und verurteilt jegliche Art von Gewalt gegen humanitäre Helfer scharf. Ärzte ohne Grenzen betont einmal mehr, dass die Neutralität von medizinischen Einrichtungen, Fahrzeugen und Mitarbeitern von allen beteiligten Parteien respektiert werden muss, wenn die dringend notwendige medizinische Versorgung für die Menschen in Süd-Kivu weiter bestehen soll.

Ärzte ohne Grenzen leistet medizinische Hilfe für Tausende Vertriebene sowie für die lokale Bevölkerung in Süd-Kivu und reagiert zudem auf Notfälle. Teams der Organisation konnten viele isolierte Gegenden von Süd-Kivu erreichen, wie etwa Hauts Plateaux und Shabunda, in denen die Menschen nur begrenzten Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Ärzte ohne Grenzen führt zudem ein medizinisches Projekt in Kalonge und ein Krankenhaus in Baraka. In vier Projekten bietet Ärzte ohne Grenzen zurzeit medizinische Versorgung für mehr als 3.000 Menschen monatlich.