Demokratische Republik Kongo

Trotz Unsicherheit arbeitet Ärzte ohne Grenzen weiter in Pinga

Die Gesundheitsstation in Pety, Pinga in der Demokratischen Republik Kongo (Archivbild)

Zehn Tage nachdem in der Stadt Pinga in Nord-Kivu kriegerische Auseinandersetzungen stattgefunden haben, bleibt die Situation weiterhin angespannt und unberechenbar. Viele Einwohner sind weiterhin auf der Flucht, da sich Gerüchte über das mögliche Aufflammen neuer Kämpfe verbreiten. Nur noch die Hälfte der Bevölkerung ist in der Stadt verblieben.

Durch die Gefechte der letzten Woche waren tausende Menschen gezwungen, in die Wälder zu fliehen. Mit dem Beginn der Kampfhandlungen am 28. April wurden elf nationale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen vermisst. Glückerweise konnten alle Teammitglieder am 8. Mai unversehrt wieder aufgefunden werden. "Zwei Mitarbeiter haben 160 km zu Fuß zurückgelegt, bis sie vor einigen Tagen in Goma angekommen sind," teilte Hugues Robert, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen in der Demokratischen Republik Kongo, mit. Die medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten ist jedoch schwierig und herausfordernd, weil viele Angestellte im Gesundheitssektor geflohen sind oder erschöpft und überlastet.

Ärzte ohne Grenzen ist die einzige medizinische humanitäre Hilfsorganisation, die dem kongolesischen Gesundheitsministerium in Pinga zur Seite steht. Im Verwaltungsbezirk Walikale unterstützt Ärzte ohne Grenzen das wichtigste Krankenhaus der Stadt, das für mehr als 60.000 Personen im Umkreis zuständig ist. Vor Ausbruch der Kämpfe hat Ärzte ohne Grenzen in drei Gesundheitszentren (Kasseke, Mpety und Nkassa) sowie durch mobile Kliniken medizinische Grundversorgung geleistet. Leider mussten die medizinischen Aktivitäten in Mpety und Kasseke eingestellt werden, da die Sicherheitslage weiterhin fragil und unsicher bleibt.