Haiti

Schwangerschaft und Geburt unter schwierigen Bedingungen

Baby Allejandro Berno Monoleair erblickt in der Geburtsklinik Isaie Jeanty das Licht der Welt - aber auch viele Schwangere mit Komplikationen werden hier versorgt.

"Einen Tag vor der Geburt hatte ich eine Eklampsie und mir war schnell klar, dass meine Lage ernst war" sagt Crisla. Nach der Geburt ihrer Zwillinge wurde die 19-jährige wieder ins Isaïe Jeanty-Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in Port-au-Prince aufgenommen.

Crisla Florestal brachte ihre Zwillingsmädchen unter großen Komplikationen zur Welt. "Sie sind so süß, aber ich kann mich nicht um sie kümmern. Ich habe noch zu viele Schmerzen". Dabei nickt sie einer anderen Frau zu, die zurücklächelt - wie zur Bestätigung, dass diese Abteilung, die Abteilung für komplizierte Geburten, ihren Namen verdient.

Viele Frauen, die hier entbunden haben, litten aus den verschiedensten Gründen unter Schwangerschaftskomplikationen. Crisla Florestal, bei der glücklicherweise alles gut ausgegangen ist, weiß, dass Komplikationen ganz plötzlich und ohne Vorwarnung auftreten können. "Während meiner Schwangerschaft wiesen mich die Ärzte an, möglichst ruhig zu bleiben, damit mein Blutdruck nicht zu sehr steigt. Am Tag vor der Geburt hatte ich aber zu Hause ein Problem. Ich wurde wütend und fiel in Ohnmacht. Als ich am nächsten Tag aufwachte, merkte ich, dass ich im Krankenhaus war. Meine beiden Mädchen lagen bereits neben mir. Die Ärzte erklärten mir, dass ich eine akute Eklampsie erlitten hatte und die Babys per Kaiserschnitt zur Welt gebracht wurden."

Die junge Frau erzählt, dass sie sich eigentlich nach der Geburt gut erholt hatte, bis sie, kaum dass sie wieder zu Hause war, erneut zu bluten begann. "Ich bin sofort wieder ins Krankenhaus gegangen. Die Ärzte stellten fest, dass sich immer noch Blutgerinnsel in meinem Bauch befanden, also operierten sie mich gleich noch einmal, um alle Gerinnsel zu entfernen."

Die Patientin schildert, dass es angesichts der derzeitigen Lebensbedingungen in Haiti sehr schwierig ist, schwanger zu sein. Für sie sei der Tod so vieler Menschen durch das Erdbeben besonders hart, denn Schwangere bräuchten ein stabiles Umfeld. Sie fügt hinzu, dass auch finanzielle Sorgen Stress verursachen, weil die meisten Frauen nicht arbeiten und von anderen Familienmitgliedern abhängig sind.

"Ich wurde im letzten Jahr der High School schwanger. Meine Familie unterstützte mich, so dass ich weiter zur Schule gehen konnte. Von der Eklampsie bin ich jetzt noch einmal verschont geblieben, aber die Zukunft ist nicht rosig. Nun habe ich noch mehr Verantwortung: ich muss zwei Kinder großziehen."