Sri Lanka

Ohne Medikamente und sanitäre Einrichtungen - Die Lage in der Region Vanni verschlimmert sich, hinzu kommt heftiger Regen

Die Lage in der Region Vanni im Norden von Sri Lanka hat sich durch heftigen Regenfall in den letzten Tagen weiter verschlimmert. Ärzte ohne Grenzen befürchtet, dass die mehr als 150.000 Menschen, die sich schätzungsweise noch in der Region aufhalten, von wässrigem Durchfall und Atemswegsinfektionen bedroht sind. Es mangelt den Menschen seit Wochen an Trinkwasser, Medikamenten und sanitären Einrichtungen. Bis jetzt wird Hilfsorganisationen der Zugang zu den Menschen verwehrt.

Es wird berichtet, das die Menschen, die in behelfsmäßigen Unterkünften oder aber unter freiem Himmel leben, unter Beschuss leiden, während eine Flucht durch die Rebellengruppe LTTE verhindert wird. Eine steigende Zahl von Menschen versucht, verzweifelt auf der Suche nach Nahrung, medizinischer Hilfe und Sicherheit, die Grenze zum staatlich kontrollierten Gebiet zu überschreiten, obwohl sie nicht wissen, ob sie es überleben werden. Letzte Woche kam eine Welle von 5.000 Menschen in das von der Regierung kontrollierte Gebiet um Vavuniya. Damit beläuft sich die Zahl derer, die aus dem Vanni fliehen konnten, auf knapp 50.000.

Patientenzustrom wird erwartet

Ärzte ohne Grenzen erwartet in den nächsten Tagen einen Zustrom von neuen Patienten. Es wird immer noch von 1.000 Patienten berichtet, die eine Amputation benötigen und auf eine Evakuierung an den Stränden der Region Vanni warten. Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen befürchten, das die medizinischen Bedürfnisse der Flüchtlinge die lokalen Möglichkeiten überschreiten.

In der Region Jaffna auf der Jaffna-Halbinsel wohnen bislang gut 3.400 Vertriebene in fünf Lagern. Zwei weitere Camps wurden in Kodikamam und Mirosuvil im Chavakachcheri-Gebiet im südlichen Jaffna eingerichtet. Der Zugang zu diesen Lagern ist eingeschränkt. Trotz offizieller Anfragen an die Behörden, wurde es Ärzte ohne Grenzen vom Verteidigungsministerium verweigert, diese beiden Lager zu begutachten. Ärzte ohne Grenzen versucht weiterhin, Zugang zu den Vertriebenen in Jaffna zu bekommen. Einige wurden an die Klinik in Point Pedro verwiesen, wo die Schusswunden, die sie beim Durchqueren des Konfliktgebietes erlitten haben, behandelt werden.

 

Zweiter Chirurg von Ärzte ohne Grenzen angekommen

Im Krankenhaus von Vavuniya ist ein zweiter Chirurg von Ärzte ohne Grenzen angekommen, um mit den chirurgischen Mitarbeitern vom Gesundheitsministerium zusammenzuarbeiten. Vergangene Woche hat das dortige chirurgische Team 204 Operationen durchgeführt. 193 der Operierten hatten Gewaltverletzungen.

DasKrankenhaus in Vavuniya ist überfüllt, es teilen sich zwei oder mehr Patienten ein Bett. Doch es gibt nicht ausreichend medizinische Einrichtungen, auf die die Patienten aus dem Krankenhaus ausweichen könnten, und ihre gesundheitliche Situation erlaubt es nicht, dass die Patienten in einem der Zeltlager außerhalb von Vavuniya unterkommen.