Somalia

Nach 22 Jahren verlässt Ärzte ohne Grenzen Somalia

Nach 22 Jahren medizinischer Nothilfe im Land schließt Ärzte ohne Grenzen im August 2013 sämtliche Projekte in Somalia. Grund für den Rückzug sind zahlreiche äußerst gewalttätige Angriffe auf Mitarbeiter bis hin zu Entführungen und Ermordungen und ein Umfeld, in dem bewaffnete Gruppen und zivile Autoritäten solche Angriffe zunehmend unterstützen, tolerieren oder stillschweigend dulden. Den höchsten Preis für die Angriffe und deren Duldung zahlt die Zivilbevölkerung, die hilfsbedürftigen Frauen, Männer und Kinder.
Bislang arbeiteten mehr als 1.500 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in Somalia. Allein im Jahr 2012 haben die Teams mehr als 624.000 medizinische Behandlungen durchgeführt, 41.100 Patienten in Krankenhäuser aufgenommen, 30.090 mangelernährte Kinder behandelt, 58.620 Menschen geimpft und die Geburt von 7.300 Kindern begleitet.
Die Entscheidung, Somalia zu verlassen, ist der Organisation wegen der immensen Bedürfnisse der Bevökerung sehr schwer gefallen.