Verstärkter Einsatz von nährstoffreicher Fertignahrung erforderlich, um Mangelernährung bei Kindern zu verringern

Mangelernährung

Akute Mangelernährung in früher Kindheit ist in weiten Gebieten am Horn von Afrika, in der Sahelzone und in Südasien üblich. Diese Regionen gehören zu den Krisenherden in Sachen Mangelernährung.
Mangelernährung ist mitverantwortlich für den Tod von jährlich fünf Millionen Kindern unter fünf Jahren. Als wirksame Gegenmaßnahme gibt es seit einigen Jahren nährstoffreiche Fertignahrung, die das Leben von akut mangelernährten Kindern retten kann. Dabei handelt es sich um eine Paste aus Milch und Erdnussbutter. Sie ist angereichert mit allen Vitaminen und Nährstoffen, die für eine schnelle Genesung nötig sind. Das Produkt muss weder gekühlt noch angerührt werden, so dass die meisten mangelernährten Kinder zu Hause behandelt werden können. Allerdings steht diese Spezialnahrung bislang nur einem kleinen Teil schwer mangelernährter Kinder zur Verfügung.
In Niger startete Ärzte ohne Grenzen 2007 ein Pilotprojekt mit therapeutischer Fertignahrung, um Mangelernährung bei rund 62.000 Kindern während der jährlich auftretenden Phase des Nahrungsmittelengpasses zwischen Aussaat und Ernte zu verhindern. Dieses Programm trug dazu bei, den Anstieg akuter Mangelernährung in einem der am meisten betroffenen Distrikte des Landes zu stoppen. Ärzte ohne Grenzen fordert daher nicht nur, Fertignahrung insbesondere für Kinder einzusetzen, die erkrankt sind und sie dringend benötigen. Die Organisation mahnt auch verstärkte Bemühungen für den Einsatz von Fertignahrung als Nahrungsmittelzusatz an, um zu verhindern, dass Kinder überhaupt an akuter Mangelernährung leiden müssen.

 

Ärzte ohne Grenzen ruft internationale Geldgeber dazu auf, den systematischen Kauf und Gebrauch von Fertignahrung in den Ländern zu unterstützen, in denen es nötig ist. Die Fertignahrung verhindert zudem bei frühzeitiger Einnahme, dass Kinder überhaupt an akuter Mangelernährung leiden müssen. Internationale Nahrungsmittelprogramme für junge Kinder sollten daher in besonders betroffenen Gebieten auf diese Behandlung setzen.