Sri Lanka

Hilfe für die durch den Konflikt isolierte Bevölkerung

In Sri Lanka arbeiten die Teams von Ärzte ohne Grenzen in Point Pedro auf der Halbinsel Jaffna, deren Bevölkerung durch den gewaltsamen Konflikt zwischen Rebellen und Regierungsarmee vom Rest des Landes isoliert ist. Trotz Restriktionen durch die offiziellen Behörden setzten die Mitarbeiter ihre Aktivitäten in dieser immer stärker von dem Konflikt betroffenen Region fort. Der Norden Sri Lankas ist Schauplatz intensiver Kämpfe zwischen der sri-lankischen Armee (SLA) und der Rebellengruppe Tamil Tigers (LTTE). In den vergangenen Monaten hat sich die Gewalt zwischen den beiden Gruppen intensiviert. Am 2. Januar 2008 hat die Regierung den Waffenstillstand mit den Rebellen offiziell aufgekündigt.

Ärzte ohne Grenzen versorgt als einzige internationale Nichtregierungsorganisation in Point Pedro - und damit weniger als 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt - die isolierte Bevölkerung der Region medizinisch. Die Lebensbedingungen der rund 450.000 Einwohner der Halbinsel Jaffna sind typisch für eine militarisierte Konfliktzone: Es gibt kaum Waren, nicht einmal die nötigsten Güter, dafür Ausgangssperren und Militärkonvois. Außerdem sind die Bewohner der Halbinsel ständig der Gefahr von bewaffneten Übergriffen und Entführungen, von Hinrichtungen ohne Gerichtsverfahren oder des plötzlichen Verschwindens ausgesetzt.

In diesem Kontext arbeiten Teams von Ärzte ohne Grenzen im Krankenhaus von Point Pedro mit einem Einzugsgebiet von 113.000 Menschen. Sie leisten Basisgesundheits- sowie chirurgische Versorgung und haben eine Notaufnahme und eine Gynäkologie bzw. Geburtsstation eingerichtet. Die Anwesenheit der spezialisierten Ärzte erlaubt die lebensnotwendige medizinische Versorgung der Bevölkerung in und um Point Pedro. So wurden beispielsweise im November 2007 insgesamt 159 medizinische Notfälle eingewiesen, von denen nur 17 Prozent in das Referenzkrankenhaus in Jaffna überstellt werden mussten. Zusätzlich wurden 203 chirurgische Eingriffe, 308 Konsultationen im Bereich Gynäkologie/Geburtshilfe und 87 Geburten durchgeführt.

Einschränkungen für die Arbeit in der militarisierter Zone

Auf der Halbinsel Jaffna leidet die gesamte Bevölkerung unter Beschränkungen, und der freie Personenverkehr ist durch viele bewaffnete Checkpoints stark eingeschränkt. Nichtsdestotrotz gelingt es den Mitarbeitern von Ärzte ohne Grenzen, Patienten, die nicht vor Ort behandelt werden können, aus Point Pedro in das Jaffna Krankenhaus zu überweisen. Dafür bedarf es der Erlaubnis des Militärs. Ist diese jedoch gegeben, können Patienten in den Ambulanzen von Ärzte ohne Grenzen auch während der Ausgangssperre von 19 Uhr bis 5 Uhr morgens verlegt werden. Damit internationale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen auf der Halbinsel aktiv werden können, brauchen sie jedoch die offizielle Autorisierung unterschiedlicher Ministerien. Dieser Vorgang kann bis zu acht Wochen dauern. Diese erst kürzlich von den Behörden eingeführten Auflagen behindern die Möglichkeiten von Ärzte ohne Grenzen stark, beizeiten Spezialisten in das Point Pedro-Krankenhaus zu vermitteln.