Indien

Flut geht zurück - humanitäre Not bleibt

Nach den Fluten erhalten Dorfbewohner Hilfsgüter von Ärzte ohne Grenzen.

Das Flutwasser geht in den Staaten Karnataka und Andhra Pradesh zurück, es sind aber noch immer Millionen Menschen heimatlos. Die Sorge um ausreichend Unterkünfte, Nahrung und Schutz gegen Krankheiten wie Malaria wächst. Ärzte ohne Grenzen war eine der ersten internationalen humanitären Organisationen, die Nothilfe für die betroffene Bevölkerung in Andhra Pradesh leistet und unterstützt die Betroffenen jetzt weiter.

"Wenn ich mich hier im Dorf umschaue, sehe ich kein einziges Gebäude, das nicht zerstört wurde", sagt Simon Burroughs, Nothilfekoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Andhra. "Dieser Ort wurde von drei oder vier Meter hohem Flutwasser getroffen, so dass die Menschen nicht nur ihre Häuser verloren haben, sondern auch all ihren Besitz. Sie mussten sofort fliehen, um dem Wasser zu entkommen. Vielen ist die Lebensgrundlage genommen worden, Fischernetze wurden weggespült und Felder wurden komplett zerstört."

Ärzte ohne Grenzen hat mehr als 1.000 Notfallkits im Distrikt Kurnool verteilt, die Küchengegenstände, Decken, Hygienematerial und Plastikplanen für Unterkünfte enthielten. Die Organisation wird bis Sonntag weitere 2.000 Kits in den Distrikten Kurnool und Vijaywada verteilen. Außerdem wurden in Vijaywada 1.000 Moskitonetze ausgeteilt, da die Region für Malaria anfällig ist.

Es wird lange dauern, bis Normalität zu den Menschen zurückkehrt

"Ärzte ohne Grenzen, andere Hilfsorganisationen und die indische Regierung gewährleisten, dass die grundlegenden und kurzfristigen Bedürfnisse der Menschen gedeckt sind. Viele Menschen haben nichts, womit sie kochen können, daher haben wir Kochutensilien verteilt. Mit den Plastikplanen können sie Zelte errichten und da es bereits kälter wird, waren die Decken auch sehr willkommen", erklärt Simon.

Auch wenn es lange dauern wird, bis Normalität in das Leben der Menschen zurückkehrt, sieht Simon Zeichen, dass die Lage sich verbessert. "An vielen Orten steht das Wasser noch, aber die Infrastruktur und der Zugang zu den Gebieten, die wir anfangs nur mit dem Hubschrauber erreichen konnten, wird allmählich besser. Es gibt aber vermutlich noch immer abgelegene Regionen, in denen die Menschen mehr Hilfe benötigen. Wir versuchen weiterhin, sie zu erreichen."