Nepal

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen bis 2009 im Überblick

Ärzte ohne Grenzen leistete seit dem Jahr 2002 Nothilfe für die Menschen, die von dem Konflikt zwischen der Regierung und der kommunistischen Partei Nepals betroffen waren. Dieser Konflikt dauerte von 1996 bis 2006. Es folgte eine gewalttätige Phase, die den chaotischen Friedensprozess begleitete. Ärzte ohne Grenzen arbeitete dort, wo die Hilfe am dringendsten nötig war. Dies schloss Basisgesundheitsversorgung, reproduktive Gesundheit sowie Wasser- und Sanitäraktivitäten ein.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Trotz Nepals Kampf um politische Stabilität nach dem Friedensprozess verließ Ärzte ohne Grenzen Ende 2009 das Land, da Regierungs- und Entwicklungshilfe-Organisationen eine längerfristige Strategie verfolgen, um die medizinischen Bedürfnisse der Bevölkerung zu decken. Während des Jahres konzentrierte sich Ärzte ohne Grenzen daher in den laufenden Projekten vor allem auf die Qualifizierung von Fachkräften und Training am Arbeitsplatz. Die Teams qualifizierten ihre nepalesischen Kollegen in Sachen reproduktiver Gesundheit und setzten sich für einen besseren Zugang zu qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung ein. Durch Radiowerbung und Aufklärung auf lokaler Ebene thematisierten sie auch den Missbrauch von Oxytoxin. Dieses Medikament, das bei Schwangeren Wehen stimuliert, wird weithin falsch angewendet. Dies kann zu Todesfällen bei Föten und Neugeborenen oder zum Gebärmutterriss führen. Das Medikament kann in kleinen Dosen sicher angewendet werden, wenn der Geburtstermin eines Kindes deutlich überschritten ist. In Nepal jedoch ist es üblich, hohe Dosen einzunehmen, um eine Geburt frühzeitig einzuleiten, insbesondere damit sie an einem wichtigen religiösen Datum stattfindet.
  • Im Mai 2009 übergab Ärzte ohne Grenzen die Projekte in dem abgelegenen, gebirgigen Kalikot-Distrikt. Bis zu dem Zeitpunkt hatte Ärzte ohne Grenzen dort ambulante und stationäre medizinische Hilfe angeboten sowie Tuberkulose-Behandlung und Notdienste, die sich vor allem auf Schwangere und Kinder unter fünf Jahren konzentrierten. Im Jahr 2009 führten die Teams mehr als 10.000 Konsultationen und 192 Entbindungen durch.
  • Im Dezember übergaben die Mitarbeiter das letzte Projekt in der Terai-Region. Auch hier boten sie kostenlos basismedizinische Hilfe, Notdienste, Schwangerenversorgung und die Behandlung von akut mangelernährten Kindern an. In den Gebieten, in denen es zu internen Konflikten kam, fuhren die Teams mit mobilen Kliniken in die am meisten vernachlässigten Gebiete und brachten behandlungsbedürftige Patienten in das von Ärzte ohne Grenzen unterstützte Distriktkrankenhaus von Gaur. Die Teams gaben mehr als 10.000 Sprechstunden und halfen bei rund 1.300 Entbindungen.
  • In beiden Distrikten hinterließ Ärzte ohne Grenzen eine verbesserte Versorgung von Müttern und Neugeboren sowie trainiertes Personal. Seit dem Jahr 2002 leisteten die Teams mehr als 30.000 Konsultationen, führten vorgeburtliche Untersuchungen bei 6.000 Frauen durch und behandelten 2.000 mangelernährte Kinder.
Ärzte ohne Grenzen arbeitete seit 2002 in Nepal.