Philippinen

Ärzte ohne Grenzen leistet mit mehr als 150 Mitarbeitern medizinische Hilfe – mehrere hundert Tonnen Hilfsgüter eingetroffen

Viele Menschen kommen mit Durchfall, chronischen Beschwerden und Atemwegserkrankungen in das Krankenhaus der Region Burauen, welches von MSF unterstützt wird.

Auch wenn die logistischen Herausforderungen nach wie vor sehr groß sind, können die Teams von Ärzte ohne Grenzen auf den am meisten vom Taifun Haiyan betroffen Inseln Hilfe leisten. 152 internationale Mitarbeiter sind derzeit vor Ort, mehrere hundert Tonnen Hilfsgüter wurden bisher geliefert. Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen evaluieren die Lage der Bevölkerung in Gebieten außerhalb der großen Städte, gleichzeitig bieten sie eine sofortige medizinische Versorgung auf den Inseln Samar, Leyte und Panay an und haben eine Bedarfserhebung auf Masbate begonnen. Weitere Mitarbeiter sowie Hilfsgüter sind auf dem Weg.

Das Notfall-Team von Ärzten ohne Grenzen hat in Guiuan, im stark betroffenen Osten der Insel Samar, begonnen, medizinische Hilfe zu leisten. Am ersten Tag führten die Mitarbeiter 600 medizinische Konsultationen durch und behandelten vor allem infizierte Wunden. Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen werden von zwei philippinischen Ärzten und vielen freiwilligen Helfern aus der Gemeinde unterstützt.

Die Hälfte des Krankenhauses in Guiuan ist zerstört. Zurzeit arbeitet das medizinische Personal zwischen den Trümmern, und die Errichtung eines provisorischen Krankenhauses hat begonnen. 30 Tonnen Material und Zubehör sind in Guiuan angekommen. Weitere Frachtmaschinen mit Hilfsgütern sind auf dem Weg, die eine mit sanitärer Ausrüstung und eine weitere mit rund 1.700 Zelten.

„In Guiuan, einer Stadt mit 45.000 Einwohnern, hat es jedes einzelne Dach weggefegt“, sagt Dr. Natasha Reyes, Notfallkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen auf den Philippinen. „Die Hälfte des städtischen Krankenhauses wurde zerstört. Es gibt kein Dach und keinen Strom. Früher war es ein voll ausgestattetes 50-Betten-Krankenhaus mit Röntgengeräten und Operationssälen. Der Taifun hat alles zerstört.”

Aufbau eines aufblasbaren Krankenhauses in Tacloban wird vorbereitet

Das Team von Ärzte ohne Grenzen in Tacloban wurde mit zusätzlichen Mitarbeitern verstärkt. Ärzte, Krankenschwestern, Logistiker und ein Psychologe bereiten dort den Aufbau eines aufblasbaren Krankenhauses vor. Es wird neben dem Bethany-Krankenhaus stehen, an der Küste von Tacloban, die stark von der Flutwelle beschädigt wurde. Eine umfassende medizinische Versorgung soll dort eingerichtet werden – einschließlich Notaufnahme, Ambulanz, Operationssaal, post-operativer Station, Geburtshilfe und Gynäkologie, Kreißsaal, psychosozialen Aktivitäten, Blutbank, Röntgen-Einheit und Isolierstation.

In der Stadt Palo, zwölf Kilometer südlich von Tacloban, kümmern sich drei Mitarbeiter um die medizinische Grundversorgung. In der Stadt Ormoc und Umgebung leiten ein Arzt , Krankenschwestern, Logistiker und ein Psychologe mobile Kliniken und evaluieren den Bedarf der Bevölkerung. Der Fokus liegt dabei vor allem auf der Evakuierung der Zentren, in denen sich die Menschen nach dem Taifun angesammelt haben.

Zwei Teams erkunden die Insel entlang der Ost-und Westküste. Die meisten Häuser entlang der Westküste wurden stark beschädigt. Die Situation ist aber nicht ganz so schlimm, wie an der Ostküste, an der die meisten Gesundheitseinrichtungen beschädigt wurden und somit große Versorgungsprobleme bestehen.

In der Stadt Dulang, mit einer Bevölkerung von rund 48.000 Menschen, wurde die Gesundheitseinrichtung teilweise zerstört, und das medizinische Personal berichtet über eine zunehmende Zahl an Patienten mit Durchfallerkrankungen. Es wurden auch einige Verwundete eingeliefert, vorwiegend mit Schnittwunden. Überweisungen sind nicht möglich, da es keinen Kraftstoff gibt, um die Patienten zu transportieren. Das Team von Ärzte ohne Grenzen plant die Verteilung von Hilfsgütern und die Unterstützung der medizinischen Einrichtung.

Schwerpunkt der Hilfe auf Panay: Mobile Kliniken und Hilfsgüter-Verteilung

Auf der Insel Panay plant Ärzte ohne Grenzen, sich auf die Basisgesundheitsversorgung durch mobile Kliniken und die Verteilung der Hilfsgüter zu konzentrieren. Analysen von Ärzte ohne Grenzen an anderen Orten der Insel ermitteln weiterhin, in welchen Regionen die Hilfe am meisten benötigt wird.

Hilfsgüter werden in die Stadt Roxas  geliefert, und Ärzte ohne Grenzen wird zwei medizinische Einrichtungen in den Städten Cartes und Estancia eröffnen. Auf der Insel Masbate hat Ärzte ohne Grenzen angefangen, den Bedarf zu evaluieren.