Darfur

Ärzte ohne Grenzen evakuiert 49 Verwundete aus dem Vertriebenenlager Kalma in Darfur

Ärzte ohne Grenzen hat 49 durch Schusswunden schwer verletzte Patienten aus dem Vertriebenenlager Kalma in das Krankenhaus der benachbarten Stadt Nyala (Darfur) gebracht. Mindestens 65 Patienten waren am frühen Montagmorgen nach Schießereien im Lager in die dortige Klinik von Ärzte ohne Grenzen aufgenommen worden. Mehr als die Hälfte der Verletzten waren Frauen und Kinder. Ein Patient starb in der Nacht zum Dienstag im Krankenhaus. Teams von Ärzte ohne Grenzen wollten am Dienstag in das Lager zurückkehren und Verwundete und andere Patienten medizinisch versorgen.

In Kalma, einem der größten Lager für Vertriebene in Darfur, leben insgesamt mehr als 90.000 Menschen. Die Kämpfe sind eine zusätzliche Belastung für die Bevölkerung, die bereits Überschwemmungen bewältigen muss, die kürzlich etwa 6.000 Behausungen zerstört haben.

Die aktuellen Schießereien folgen auf Wochen ansteigender Spannung in und um das Kalma Vertriebenenlager. Die Überschwemmungen und Wassermangel aufgrund fehlenden Treibstoffs für Wasserpumpen haben dazu geführt, dass Tausende Menschen erneut vertrieben wurden.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit Mai 2004 im Kalma Vertriebenenlager und führt im Rahmen eines ambulanten Programms durchschnittlich 4.500 medizinische Konsultationen pro Monat durch. Die Organisation betreibt außerdem ein Mutter-Kind-Programm und ein Frauengesundheitszentrum, in dem bis zu 200 Konsultationen pro Tag durchgeführt werden. In dem Zentrum wird neben Schwangerschaftsbegleitung und Geburtshilfe auch Beratung und Hilfe für Opfer sexueller Gewalt angeboten. Ein weiteres Programm widmet sich Beschwerden durch psychosozialen Stress und seelische Traumata, unter denen die Menschen aufgrund der schwierigen Lebensbedingungen und als direkte Folge des Konflikts leiden. Das Team von Ärzte ohne Grenzen leistet wenn notwendig auch Nothilfe für neu ankommende Vertriebene.