Sudan

Ärzte ohne Grenzen behandelt Verletzte nach erneuten Angriffen im Staat Jonglei

Am 20. September sind im Ort Duk Patdiet, im südsudanesischen Staat Jonglei, erneut Kämpfe ausgebrochen. Seit Anfang des Jahres eskaliert die Gewalt in dieser Region.

Bis heute sind 43 Verwundete im Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in dem Ort Pieri angekommen. Einige hatten Glück und wurden von Familienmitgliedern auf behelfsmäßigen Tragen gebracht, andere mussten Stunden oder Tage zu Fuß zurücklegen. Die Wunden reichten von oberflächlichen Hautabschürfungen bis zu Knochenbrüchen und Schusswunden in Brust und Bauch. Neben der Behandlung der Verwundeten hat Ärzte ohne Grenzen außerdem geholfen, zehn Kinder vom Ort der Angriffe nach Juba zu evakuieren, damit sie dort im staatlichen Krankenhaus medizinische Hilfe erhalten.

Die Teams arbeiten rund um die Uhr

Die Ärzte, Krankenpfleger und Logistiker von Ärzte ohne Grenzen haben in Pieri seit Ankunft der Patienten rund um die Uhr gearbeitet. Sie haben die Notfälle behandelt, zusätzliche Betten aufgebaut und sichergestellt, dass die Generatoren Tag und Nacht laufen. Außerdem haben sie Blutspender für die Schwerverletzten gesucht.

Elf Patienten wurden bisher für chirurgische Eingriffe in die Krankenhäuser von Ärzte ohne Grenzen in den Städten Nasir und Leer geflogen. Aufgrund der trockenen und staubigen Umgebung besteht ein hohes Infektionsrisiko, das die Nachsorge in den kommenden Wochen erschweren wird.

"Die Arbeitsbedingungen für unsere Teams sind bei 38 Grad im Schatten extrem. Nichtsdestotrotz arbeiten sie unermüdlich weiter und versorgen jeden Patienten bestmöglich, der in die Klinik kommt", sagt Ross Duffy, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Juba.

Eine ganze Reihe gewalttätiger Angriffe

Die Angriffe in Duk Patdiet sind die jüngsten in einer Reihe gewalttätiger Angriffe in diesem Jahr. Ärzte ohne Grenzen hat seit März 343 Verletzte behandelt, hauptsächlich in den Staaten Jonglei und Upper Nile.

Offizielle Zahlen gehen davon aus, dass bis zu 140.000 Menschen aufgrund von Gewalt und Unsicherheit in der Region vertrieben wurden. Angriffe der Rebellengruppe Lords Resistance Army (LRA) im Staat Equatorial haben 65.000 Sudanesen gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Dadurch starben Menschen und Hunderte wurden entführt.

Ärzte ohne Grenzen leistet seit 1978 im Sudan medizinische Nothilfe. Neben den jüngsten Gewaltausbrüchen, sind Mangelernährung, Tuberkulose, Kala Azar und Malaria ein Problem. Die Müttersterblichkeit ist eine der höchsten weltweit. Es gibt häufig Meningitis-, Masern-, Cholera- und Malariaausbrüche.