Ebola-Film: „Affliction – Ärzte ohne Grenzen im Einsatz gegen Ebola“

Filmvorführung „Affliction“

„Es ist ein Wettlauf mit der Zeit, und Ebola scheint zu gewinnen“, Joanne Liu internationale Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen zum Höhepunkt des Ebola Ausbruchs im Sommer 2014.

Über den Ebola-Film „Affliction“

Der Dokumentarfilm „Affliction“ bietet einen Einblick in die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen während des Ebola-Ausbruchs in Westafrika. Das Kamerateam hatte unbegrenzten Zugang zu den Teams und konnte somit auch schwierige Momente einfangen, die oftmals verborgen bleiben. Neben der Perspektive der Helfenden beeindrucken besonders die Geschichten und Schicksale der Erkrankten und ihrer Familien. Die Furcht der Menschen, die Stigmatisierung und die Auswirkungen der Quarantäne werden thematisiert. Zudem geht es in dem Film um die Schwierigkeiten bei der Versorgung der Patienten und Patientinnen und das Fehlen einer angemessenen Behandlung  für die Ebolavirus-Infektion, sowie das Versagen der internationalen Gemeinschaft bei der Reaktion auf die Epidemie.

Im Anschluss an den Ebola-Film „Affliction“ gibt es Gelegenheit zur Diskussion mit einem Projektmitarbeiter oder einer Projektmitarbeiterin von Ärzte ohne Grenzen.

Kamera: Renaat Lambeets
Schnitt: Maarten Janssens
Ton: Stijn de Meyer und Thomas Wouters
Colorist: Frank Temmerman
Musik: Illumine
Bild-Postproduktion: thefridge.tv
Audio-Postproduktion: Sonicfilm SONICFILM
©MSF 2015

Regie: Peter Casaer arbeitete seit 1989 in der humanitären Hilfe. Er war in vielen Krisengebieten unterwegs, zunächst als humanitärer Helfer, später, um humanitäre Katastrophen zu dokumentieren. „Affliction“ ist sein dritter Dokumentarfilm nach „MSF (un)limited“ von 2011 und „Access to the Danger Zone“ von 2012.

Hintergrund zum Ebola-Film „Affliction“

Die Krankheit Ebola

Ebola ist eine hochansteckende Krankheit, die über ein Virus übertragen wird. Die Erkrankten haben hohes Fieber, Auswurf und Blutungen. Es gibt weder eine Impfung noch eine spezielle Therapie, bis zu 90 Prozent der infizierten Personen sterben. Die Betroffenen müssen streng isoliert und alle Kontaktpersonen überwacht werden. Bei Epidemien richtet Ärzte ohne Grenzen spezielle Behandlungszentren ein, dort können die Mitarbeiter zumindest die Krankheitssymptome behandeln und die hohe Sterblichkeit auf diese Weise verringern.

Die große Ebola-Epidemie in Westafrika

Ende 2013 brach Ebola in Guinea aus-  als Ausbruch wurde dies aber erst im März 2014 erkannt. Anschließend griff die Erkrankung u.a. auf Liberia und Sierra Leone über. Teilweise wurde in diesen Ländern der Gesundheitsnotstand ausgerufen, später rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen weltweiten Gesundheitsnotstand aus. Ärzte ohne Grenzen war von März 2014 an bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika - dem größten bekannten Ebola-Ausbruch - aktiv. Insgesamt waren rund 300 internationale und 4.000 lokal angestellte Mitarbeiter der Organisation im Einsatz gegen die Krankheit. Am 14. Januar 2016 erklärte die WHO die Epidemie offiziell für beendet.  Bei dem Ausbruch starben mehr als 11.300 Menschen. Auch unter dem Gesundheitspersonal haben zahlreiche Menschen im Kampf gegen die Epidemie ihr Leben verloren. Der Film „Affliction“ ist ihnen gewidmet.

Die Zukunft

Noch heute leiden die Gesundheitssysteme in der Region an den Folgen der Epidemie und immer wieder können vereinzelt Fälle von Ebola auftreten. Ärzte ohne Grenzen setzt sich dafür ein, dass die Krankheit stärkere internationale Aufmerksamkeit erhält. Die Menschen in Westafrika waren Ebola hilflos ausgesetzt, weil weder belastbare Gesundheitssysteme noch Medikamente und Impfstoffe vorhanden waren. Die Gefahr durch Ebola liegt nicht unbedingt im Ausbruch selbst, sondern in den ungenügenden Mittel zur Bekämpfung der Krankheit. Es ist dringend erforderlich, bessere Diagnose-, und Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln und besser auf neuerliche Epidemien vorbereitet zu sein. Auch müssen belastbare und nachhaltige Strukturen in den gefährdeten Regionen geschaffen werden. Hier sind eine gemeinsame Anstrengung der internationalen Gemeinschaft und der politische Wille aller unerlässlich.

Mehr Informationen zu Ebola

Verfügbarkeit des Ebola-Films „Affliction“

Der Ebola-Film „Affliction“ ist an verschiedenen Aufführungsorten zu sehen, die wir hier veröffentlichen. Leider ist die DVD mit dt. Untertiteln nicht über den Handel erhältlich und kann auch nicht zur privaten Nutzung an Einzelpersonen verliehen werden.