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Sexualisierte Gewalt ist ein medizinischer Notfall

Wir versorgen Überlebende von sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt mit medizinischer, psychologischer und psychosozialer Hilfe.

Hilfe für Überlebende sexualisierter Gewalt

Sexualisierte Gewalt betrifft Millionen von Menschen - weltweit, in unterschiedlichen Kontexten. Sie hinterlässt seelische und körperliche Wunden, die Betroffen oft ein Leben lang begleiten. Doch viel zu oft fehlt eine niedrigschwellige und vertrauensvolle Versorgung.

Eine schnelle Notfallversorgung schützt vor Infektionskrankheiten und vor ungewollten Schwangerschaften. Auch psychologische Versorgung ist immens wichtig. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Betroffene schnell und umfassend betreut werden - unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität. 

1 von 3 Frauen

erlebt in ihrem Leben körperliche oder sexualisierte Gewalt.

1 von 4 Frauen

zwischen 15 und 49 Jahren erleben (sexualisierte) Gewalt durch ihren Partner.

73.800 Patient*innen

haben wir 2024 nach sexualisierter Gewalt weltweit behandelt.

So helfen wir

Wir bemühen uns sicherzustellen, dass wir in all unseren Projekten Überlebende von sexualisierter Gewalt versorgen können, da sexualisierte Gewalt überall und jederzeit verübt werden kann. An einigen Orten mit einem hohen Maß an sexualisierter Gewalt stellen wir spezielle Dienste für Überlebende rund um die Uhr zur Verfügung. Wir bemühen uns eine umfassende Versorgung mit einem Überlebenden zentrierten Ansatz anzubieten:  

Psychologische Betreuung

  • Erstberatung, um den Patient*innen zu helfen, den Schock zu verarbeiten. 
  • Beratungen und Nachsorge, um posttraumatischen Stress zu verhindern oder zu bewältigen. 
  • Beratung bei ungewollter Schwangerschaft

Medizinische Behandlung

  • Versorgung von Körperverletzungen
  • Schwangerschaftstests
  • Sichere Schwangerschaftsabbrüche
  • Medizinische Nachsorge nach unsachgemäßen Abbrüchen. 
  • Ärztliche Bescheinigungen für rechtliche Zwecke

Prävention

  • Postexpositionsprophylaxe (PEP): Medikamente, die nach einem Übergriff vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen schützen können. Sie müssen möglichst innerhalb von 72 Stunden eingenommen werden.
  • Impfungen gegen Hepatitis B und Tetanus
  • Notfallverhütung, um eine Schwangerschaft zu verhindern

Ein strukturelles Problem

Image
Streetart erinnert an Femizid
Streetart in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince: Die Wandmalerei wurde zu Ehren von Regina Nicolas gestaltet, die von ihrem Partner getötet wurde.
© Valerie Baeriswyl

Gewalt gegen Frauen, Mädchen und als weiblich wahrgenommene Menschen ist weltweit ein strukturelles Problem.  Sie leiden überdurchschnittlich häufig unter Formen sexualisierter Gewalt. Doch auch Jungen, Männer und als männlich gelesene Menschen sind betroffen. 

In vielen Ländern wird sexualisierte Gewalt tabuisiert, obwohl sie weit verbreitet ist. Aus Angst vor Scham, Ausgrenzung oder den Reaktionen ihres Umfelds sprechen viele Menschen nicht über ihre Erlebnisse. In einigen Sprachen in der Zentralafrikanischen Republik gibt es beispielsweise nicht einmal ein Wort für „Vergewaltigung“. Das erschwert den Zugang zu schneller und vertrauensvoller Hilfe zusätzlich.

Sexualisierte Gewalt in Kriegen und Konflikten

Kriege, Flucht und Vertreibung machen Menschen besonders verletzlich. Für viele Frauen, Mädchen und weiblich gelesene Menschen wächst in solchen Situationen die Gefahr, sexualisierte Gewalt zu erleben.

Sexualisierte Gewalt wird in Konflikten immer wieder gezielt eingesetzt:

  • als Mittel der Folter
  • zur Demütigung 
  • Bestrafung
  • zur Verbreitung von Angst

Besonders schutzlos sind häufig Frauen, LGBTQIA+-Personen und Kinder auf der Flucht – vor allem dann, wenn sie allein reisen. Gleichzeitig nimmt in bewaffneten Konflikten oft auch die Gewalt gegen Frauen im Alltag insgesamt zu.

Sexualisierte Gewalt in Darfur

Verstöße gegen humanitäres Völkerrecht dürfen nicht straflos bleiben!

Sexualisierte Gewalt gegen Sexarbeiter*innen 

In Ländern wie beispielsweise Malawi und Mosambik, in denen viele Menschen keine Arbeit und kein Einkommen haben, wenden sich Frauen verstärkt der Sexarbeit zu. Sexarbeiter*innen sind neben enormer Stigmatisierung und einem hohen HIV-Infektionsrisiko, auch immer wieder sexualisierter Gewalt ausgesetzt.  

Viele der Betroffenen, die sexualisierte Gewalt während ihrer Arbeit erfahren, scheuen den Besuch von Gesundheitszentren aus Angst vor Diskriminierung. Für diese Berufsgruppe ist daher neben der Vermittlung von Wissen und Präventionsmethoden eine vertrauensvolle medizinische Betreuung besonders wichtig. 

Südafrika, 2019  
Demokratische Republik Kongo, 2022 

 

So können Sie helfen

Werden Sie aktiv! Wir bieten Ihnen vielseitige Möglichkeiten, unsere humanitäre Arbeit zu unterstützen.

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[1] Wir möchten darauf hinweisen, dass selbstverständlich alle von sexualisierter Gewalt betroffene Menschen Zugang zu medizinischer und humanitärer Versorgung brauchen. Neben dem Geschlecht und der Geschlechtsidentität, also beispielsweise auch der Zugehörigkeit zu LGBTQIA+, gibt es weitere Merkmale, die Menschen besonders vulnerabel machen können: Sexarbeiter*innen, Geflüchtete oder Menschen mit Behinderung gehören etwa zu Gruppen, die sexualisierter Gewalt besonders ausgesetzt sein können.