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Wir sind für dich da! Egal, wer du bist.

Humanitäre Hilfe braucht finanzielle Unabhängigkeit und mutige Menschen, die trotz widriger Umstände in den Krisengebieten dieser Welt entschlossen und menschlich handeln.
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Meine Spende wird dort eingesetzt, wo Hilfe am dringendsten benötigt wird.

Wir fragen nicht nach Religion, Nationalität oder politischer Überzeugung. Wir helfen jedem Menschen.

Ich erinnere mich noch genau an diesen Moment: Als ich verstand und mit dem Herzen fühlte, wofür Ärzte ohne Grenzen steht. Das war 2017. Wir arbeiteten in einem provisorischen Krankenhaus in Nablus, einem Viertel im Westen Mossuls, nahe der Front. Stündlich trafen Verletzte bei uns ein, eines Tages auch ein verwundetes Kind.

- Abdulrahman Dhannoon Chaleel ist stellvertretender Projektkoordinator von Ärzte ohne Grenzen in West-Mossul

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Abdulrahman Dhannoon Chaleel
Abdulrahman Dhannoon Chaleel
© Peter Bräunig

Um Mossul tobte damals der Kampf zwischen der Gruppe “Islamischer Staat” und den Irakischen Streitkräften. Nach dreieinhalb Jahren Besatzung durch die Gruppe "Islamischer Staat" drängten die Irakischen Streitkräfte die Gruppe schließlich bis in die Altstadt Mossuls zurück, einem Labyrinth aus kleinen Straßen und historischen Häusern. Die Situation war chaotisch. “Der verletzte Sechsjährige sollte verhört werden. Denn sein Vater wurde verdächtigt, Mitglied der Gruppe zu sein und sich in der Altstadt aufzuhalten,” berichtet Abdulrahman Dhannoon Khaleel weiter.

Für uns gab es in dieser Situation nur eine Möglichkeit: Wir stellten uns vor den Jungen und schützten ihn. Für uns zählte nur, dass er medizinische Hilfe brauchte.  

Am Ende stellte sich heraus, dass er und seine Eltern Zivilist*innen waren. Sie waren geflohen, hatten es jedoch nicht geschafft, den Kämpfen zu entkommen. Sie saßen in der Altstadt fest, als ihr Häuserblock hinter die Frontlinie geriet. Im Chaos wurde die Familie auseinandergerissen.

Wir sind für dich da - egal wer du bist! Wir glauben an die Gleichheit aller Menschen, deshalb behandeln wir unsere Patient*innen unabhängig von ihrer Herkunft, politischen Überzeugung oder ethnischen Zugehörigkeit. In Mossul, Irak - und in all unseren anderen Projekten in mehr als 70 Ländern weltweit.

Humanitäre Prinzipien bilden das Fundament unserer Arbeit

Im Irak spüren die Menschen bis heute die Auswirkungen des verheerenden Kriegs. Die schwersten Kämpfe gegen die Gruppe "Islamischer Staat" sind zwar seit vier Jahren beendet, doch die Zahl der Vertriebenen bleibt hoch, das psychische Trauma der Menschen unbehandelt. Viele zerstörte Gesundheitseinrichtungen sind noch nicht wieder vollständig funktionsfähig. “In komplexen Gemengelagen wie in Mossul oder auch in Afghanistan oder dem Jemen sind sie [die humanitären Prinzipien] ganz besonders wichtig,” erklärt Abdulrahman Dhannoon Chaleel. “Weil wir uns strikt an Unparteilichkeit, Neutralität und Unabhängigkeit halten, können wir in diesen schwierigen Situationen arbeiten.”

Unabhängigkeit

Wir entscheiden wo, wann und wie wir helfen - unabhängig von politischen Akteur*innen und ihren Zielen. Diese Unabhängigkeit verdanken wir der Unterstützung durch private Spender*innen.

Unparteilichkeit

Wir unterstützen Menschen, die dringend Hilfe benötigen, unabhängig ihrer Herkunft, ihres Geschlechts und politischer sowie religiöser Überzeugungen. Was zählt ist die medizinische Notwendigkeit.

Neutralität

Wir sind dort aktiv, wo Menschen uns brauchen. Um das zu erreichen, verhandeln wir mit möglichst allen Parteien eines Konflikts. Wir beziehen jedoch keine Stellung.

Indem wir uns unabhängig finanzieren und unsere Hilfe unparteilich und neutral leisten, allein auf der medizinischen Ethik beruhend, erlangen wir das Vertrauen der Konfliktparteien und der Zivilbevölkerung. Die humanitären Prinzipien schützen unsere Mitarbeitenden und Patient*innen und machen unsere weltweite medizinische Hilfe möglich.

Hoffnung auf Zukunft in Mossul

Die Spuren des Krieges sind im Stadtbild Mossuls allgegenwärtig. Auch wenn der Wiederaufbau vorangeht, sind viele Krankenhäuser noch nicht wieder ganz funktionsfähig. “Die Menschen wollen nach vorne schauen,” erklärt Abdulrahman Dhannoon. “Viele würden sagen, dass sie glücklich sind. Aber in Wirklichkeit haben wir eine Menge Elend gesehen, wirklich eine Menge Elend. Ich war hier in Mossul. Von der Zeit, als 2014 alles begann, bis zum Ende des Krieges. Niemand kann erklären, wie das war. Es gibt keine Worte dafür.. es war, als würde man von innen gefoltert. Da war keine Zukunft. Nichts. Das hat den Menschen, die hier geblieben sind, eine schwere Last aufgebürdet. Doch darüber spricht niemand. - Ja, wir haben unsere Stadt zurück. Ja, die Stadt ist sicherer, aber da ist viel Wut und Schmerz in den Augen der Menschen, wohin man auch geht."