Libanon

Südlibanon: Erhebliche Schäden der Wasserinfrastruktur durch israelische Angriffe

Zerfallenes Gebäude mit blauen Leitungen darin
Durch einen israelischen Angriff beschädigte Wasseranlage unter dem Dorfreservoir im Südlibanon.

Beirut/Berlin, 9. September 2026. Die anhaltenden Angriffe der israelischen Streitkräfte haben erhebliche Schäden der Wasserinfrastruktur im Südlibanon hinterlassen. Zu diesem Ergebnis kommen Teams von Ärzte ohne Grenzen, die zahlreiche Dörfer in der Region besucht haben. Ärzte ohne Grenzen fordert die israelischen Streitkräfte auf, den Schutz von Wasser als unentbehrliches Gut für das Überleben der Zivilbevölkerung zu respektieren.   

Wenn wir durch die Dörfer im Südlibanon fahren, kommt überall ein Thema auf: Bevor sich die Menschen nach Gesundheitsversorgung, Bildung oder Unterkünften erkundigen, fragen sie nach Wasser.

Charlene Silvin, Projektkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen im Libanon

Im gesamten Südlibanon hat das israelische Militär seit März 2026 Wasserinfrastruktur beschädigt und zerstört. Trotz des im April erklärten Waffenstillstands werden die Angriffe fortgesetzt. In den Dörfern, die Teams von Ärzte ohne Grenzen besucht haben, war ein klares Muster zu erkennen: Direkte und indirekte Angriffe haben historische Gebäude, Gebetsstätten, Gesundheitseinrichtungen, Häuser und lebenswichtige Infrastruktur beschädigt und dabei besonders die Wasser- und Stromversorgung getroffen. Die Schäden betreffen das ganze System der Wasserinfrastruktur: Brunnen, Pumpen, Filteranlagen, Speichertanks, Generatoren, Leitungen und solarbetriebene Systeme wurden in Mitleidenschaft gezogen.  

Ärzte ohne Grenzen unterstützt die Wasserversorgung im Süden des Landes, doch das reicht nicht aus. Humanitäre Organisationen können nicht immer wieder lebenswichtige Systeme reparieren, die dann möglicherweise erneut angegriffen und zerstört werden.  

„Die Angriffe haben erhebliche Schäden an Wasserquellen und anderer lebenswichtiger Infrastruktur verursacht. Sie stellen enorme Hindernisse für Menschen dar, die in ihre Heimat zurückkehren und ihr Leben wieder aufbauen wollen“, erklärt Charlene Silvin.

Im Dorf Yater im äußersten Süden des Libanon wurde beispielsweise der Wassertank der Gemeinde direkt getroffen und so stark beschädigt, dass er nicht mehr repariert werden konnte. Um sicherzustellen, dass die Menschen weiterhin Zugang zu Wasser haben, stellten Teams von Ärzte ohne Grenzen vorübergehend Kunststoff-Wassertanks zur Verfügung, während eine längerfristige Lösung ausgearbeitet wird. In Froun im Verwaltungsbezirk Nabatieh war ein Tank ebenfalls irreparabel beschädigt. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen reparierten also die Wasserfilteranlage und schlossen sie direkt an die Wasserquelle an, um die beschädigte Infrastruktur zu umgehen.

Die israelischen Angriffe auf die Wasserinfrastruktur müssen aufhören. Die Schäden haben direkte Auswirkungen auf das Leben, die Sicherheit und die Würde der Zivilbevölkerung. Die Wiederherstellung der Wassersysteme ist eine absolute Notwendigkeit. 

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