Somalia: Gewalteskalation in Baidoa – Zivilbevölkerung und medizinisches Personal müssen geschützt werden
- Drei Tote und Dutzende Verletzte nach erneuten Kämpfen
- Blockierte Straßen erschweren Zugang zu medizinischer Versorgung
Nairobi/Baidoa/Berlin, 29. September 2026. Ärzte ohne Grenzen ist zutiefst besorgt über die Auswirkungen der eskalierenden Gewalt in Baidoa im Südwesten Somalias.
Am Morgen des 28. September war es in der Stadt und deren Umland zu schweren Kämpfen gekommen. Berichten zufolge wurde dabei unter anderem eine Gesundheitseinrichtung schwer beschädigt und eine Person getötet, die im Gesundheitswesen arbeitete. Darüber hinaus wurden Wohnhäuser angegriffen und ein Krankenwagen geplündert.
Ärzte ohne Grenzen arbeitet nicht in der Gesundheitseinrichtung, die schwer beschädigt wurde, sondern in dem ebenfalls in der Stadt gelegenen Bay Regional Hospital.
Innerhalb von sechs Wochen sind in Baidoa nun zum dritten Mal Kämpfe ausgebrochen – mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung. Es ist inakzeptabel, dass Zivilist*innen und die Gesundheitsversorgung in die Gewalt hineingezogen werden. Verletzte benötigen sofortige medizinische Hilfe. Doch viele Menschen können das Krankenhaus, in dem wir arbeiten, nicht erreichen und drohen, ohne rechtzeitige Behandlung zu verbluten. Gesundheitseinrichtungen, medizinisches Personal und Patient*innen dürfen niemals angegriffen werden. Patient*innen müssen Gesundheitseinrichtungen außerdem sicher, ohne Angst, Verzögerung oder Behinderung erreichen können.
Elshafie Mohammed, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Somalia
Bislang haben die medizinischen Teams von Ärzte ohne Grenzen, die gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium im Bay Regional Hospital arbeiten, nach dem jüngsten Vorfall 69 von der Gewalt betroffene Patient*innen aufgenommen, darunter fünf Kinder. Drei Menschen sind gestorben.
Die Straßen zu den Krankenhäusern in Baidoa sind seit Beginn der Kämpfe blockiert, was den Zugang zu medizinischer Versorgung stark einschränkt.
Ärzte ohne Grenzen befürchtet, dass viele Verwundete keine ausreichende Behandlung bekommen, und rechnet damit, dass weitere Patient*innen im Krankenhaus eintreffen, sollte sich der Zugang verbessern. Die Unterbrechung betrifft nicht nur die Verletzten, sondern auch Menschen, die andere dringende und lebenswichtige medizinische Versorgung benötigen.
Für weitere Auskünfte sprechen Sie uns an