DR Kongo: Ebola breitet sich auf weitere Gebiete aus
Berlin, 16. September 2026. Teams von Ärzte ohne Grenzen beobachten eine besorgniserregende Entwicklung in der Demokratischen Republik Kongo. Ebola-Infektionen treten in neuen, unzureichend vorbereiteten Gebieten auf. Während in bisherigen Hauptgebieten der Epidemie einige Indikatoren wie sinkende Aufnahmezahlen darauf hindeuten, dass sich die Lage etwas beruhigt, mangelt es auch dort nach wie vor an grundlegender Versorgung. Ärzte ohne Grenzen passt die Einsätze an die Situation an.
In Ituri, dem ursprünglichen Epizentrum, verlangsamt sich die Ausbreitung derzeit. Doch landesweit ist die Zahl der Neuinfektionen nicht gesunken. Der Ausbruch verkleinert sich nicht, er wandert.
Anthony Kergosien, Notfallkoordinator von Ärzte ohne Grenzen in der DR Kongo
„Mit Süd-Ubangi ist nun die siebte Provinz betroffen. Nord-Kivu wiederum verzeichnet inzwischen fast die Hälfte aller neu bestätigten Fälle. Es gibt nach wie vor unentdeckte Übertragungsketten. Es wäre ein Fehler, anzunehmen, der Ausbruch sei unter Kontrolle, nur weil einige Ebola-Behandlungszentren weniger Patient*innen aufnehmen. Die neuen Ausbruchsgebiete sind mangelhaft vorbereitet und haben nur geringe Kapazitäten. Das stellt ein ernstes Risiko dar“, erklärt Kergosien.
Um eine möglichst wirksame Reaktion auf diese Entwicklung sicherzustellen, setzt Ärzte ohne Grenzen nun verstärkt sogenannte Rapid-Response-Teams ein. Diese Schnelleinsatzteams unterstützen bei der frühzeitigen Erkennung der Fälle, bei der Beobachtung und Behandlung von Patient*innen, bei Maßnahmen zur Infektionsprävention sowie bei der Kontaktnachverfolgung.
„Bei dieser Strategie geht es darum, neue Cluster frühzeitig zu erkennen und einzudämmen, bevor sie zu großen Ausbrüchen werden", erklärt Anthony Kergosien. „In Gesundheitszonen wie Bambu, wo wir derzeit ein Rapid-Response-Team im Einsatz haben, ist das Gesundheitssystem durch chronische Finanzierungslücken, Personalmangel und schwache Überweisungskapazitäten bereits stark überlastet. Ebola bringt diese fragilen Strukturen endgültig an ihre Grenzen. Unsere Teams leisten unmittelbare Hilfe, um die dringendsten Lücken zu schließen, während die umfassendere Reaktion ausgeweitet wird."
Die Teams von Ärzte ohne Grenzen können jedoch nicht ohne Mitwirkung anderer Organisationen auf die Ausbreitung der Epidemie reagieren. Um die Eindämmung des Ausbruchs zu gewährleisten, ist eine deutliche Aufstockung der operativen Unterstützung durch UN-Organisationen erforderlich, einschließlich der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Es braucht ein schnelleres und umfassenderes Engagement, das alle Säulen der Ebola-Bekämpfung stärkt – insbesondere in abgelegenen Gebieten.
Die DR Kongo ist derzeit mit dem größten je im Land verzeichneten Ausbruch der Ebola-Krankheit konfrontiert. Seit Mai wurden mehr als 7.200 bestätigte Fälle und 3.500 Todesfälle gemeldet, wobei die tatsächliche Zahl aufgrund von Lücken in der Überwachung und Erkennung der Fälle wahrscheinlich höher liegt.
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