*Namen geändert
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Seenotrettung auf dem Mittelmeer
Seit 2015 sind wir auf Rettungsschiffen im zentralen Mittelmeer im Einsatz
Das zentrale Mittelmeer ist eine der tödlichsten Fluchtrouten der Welt. Menschen in Seenot zu retten, ist eine humanitäre und rechtliche Pflicht. Doch europäische Staaten kommen dieser Verantwortung nicht ausreichend nach und setzen stattdessen auf Abschottung.
Ärzte ohne Grenzen ist deshalb mit der „Oyvon“, einem ehemaligen norwegischen Ambulanzschiff, aktuell im Einsatz. Wir versorgen Gerettete, die oft unterkühlt und verletzt sind. Viele von ihnen berichten von willkürlicher Gewalt wie Inhaftierung, Folter, sexualisierter Gewalt und anderen Misshandlungen. Seit 2015 haben wir mit unseren Schiffen allein oder in Kooperation mit anderen Nichtregierungsorganisationen im zentralen Mittelmeer mehr als 94.000 Menschen gerettet.
So helfen wir Menschen auf dem Mittelmeer
Wir fordern
- keine deutsche Unterstützung für Abfangmaßnahmen und Rückführungen nach Libyen.
- dass die Bundesregierung für einen staatlichen Seenotrettungsmechanismus auf EU-Ebene eintritt.
- dass die Bundesregierung sich dafür einsetzt, humanitäre Seenotrettung rechtlich abzusichern.
- die konsequente Aufklärung von Angriffen auf zivile Rettungsschiffe.
Jetzt unseren Live-Podcast zur Seenotrettung hören
Camil El-Khoury war 2025 als interkultureller Vermittler an Board der Oyvon, unseres Rettungsschiffs auf dem Mittelmeer. In unserem Podcast "Notaufnahme" erzählt er wichtig Sprache, Respekt und Zuhören bei einer Rettung sind.
Häufige Fragen zur Seenotrettung
Staaten werden ihrer Aufgabe nicht gerecht, koordinierte Rettungsmechanismen einzurichten. Daher versuchen wir, wie auch andere zivile Organisationen, diese Lücke zu füllen und Menschen in Seenot zu retten. Ärzte ohne Grenzen ist seit 2015 in der Seenotrettung im zentralen Mittelmeer aktiv. Als humanitäre Nothilfeorganisation ist es unsere Aufgabe, Leben zu retten, medizinische Nothilfe zu leisten und Zeugnis darüber abzulegen, was wir in unseren Projekten beobachten.
Eine Seenotrettung ist nach internationalem Recht erst abgeschlossen, wenn die Geretteten an einem sicheren Ort an Land gehen können. Aus diesem Grund bemühen wir uns auf dem Mittelmeer, schutzbedürftige Menschen so schnell wie möglich in den uns zugewiesenen sicheren Hafen zu bringen.
Wir behandeln Menschen auf dem zentralen Mittelmeer wegen verschiedener Gesundheitsprobleme:
- Unterkühlung,
- gebrochene Gliedmaßen sowie
- Verätzungen vom Treibstoff-Salzwasser-Gemisch, das sich häufig in den Booten sammelt.
- Oft sehen sie zudem Verletzungen durch Gewalt, etwa Schuss- oder Stichverletzungen, schlecht verheilte Knochenbrüche oder infizierte Wunden.
- Darüber hinaus beobachten wir Folgen schlechter Hygienebedingungen, denen Menschen auf der Flucht oder in Internierungslagern in Libyen ausgesetzt sind.
Viele Menschen benötigen aufgrund ihrer Fluchterfahrung auch psychologische Unterstützung. An Bord der Oyvon können wir uns jedoch nur um die akuten medizinischen Bedürfnisse der Menschen kümmern.
Nein. Menschen fliehen aufgrund der Umstände, denen sie entkommen wollen, darunter Konflikt, Verfolgung, Gewalt und fehlende Lebensgrundlagen. Menschen riskieren die lebensgefährliche Überfahrt in seeuntauglichen Booten über das zentrale Mittelmeer unabhängig davon, ob Rettungsschiffe präsent sind oder nicht. Das Fehlen von Rettungsschiffen erhöht lediglich das Risiko, dass Menschen auf See sterben.
Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass es keinen entscheidenden „Pull-Faktor“ durch Rettungsschiffe gibt:
- University of London et al. (Charles Heller/Lorenzo Pezzani): Blaming the Rescuers
- Oxford University et al. (Elias Steinhilper/Rob Gruiters): Border Deaths in the Mediterranean
- Doctors without Borders Operational Research Unit LuxOr: Humanitarian NGOs conducting Search and Rescue Operations at Sea: A “pull factor”?
- Peace Research Institute Oslo: "Preventing the Work of Rescue Vessels in the Mediterranean Will Not Save More Migrants"
* Namen zum Schutz der Identität geändert