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Dr. Jenny Dörnemann

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Dr. Jenny Dörnemann, Vorstandsmitglied
Jenny Dörnemann, Vorstandsmitglied
© privat

Schon als Medizinstudentin interessierte ich mich für globale Gesundheit und verfolgte die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen. Ich habe zunächst klinische Erfahrung in Deutschland gesammelt und einen Master in International Health abgeschlossen. Anschließend ging ich 2011 als Kinderärztin zu meinem ersten Projekteinsatz in die Zentralafrikanische Republik. Dort begegneten mir viele der Herausforderungen, die die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen prägen: Malaria, HIV und Tuberkulose, Mangelernährung, ein durch bewaffnete Konflikte erschwerter Zugang zu medizinischer Versorgung sowie Gewalt gegen Frauen. Es folgten weitere Einsätze in Äthiopien, Sierra Leone und schließlich in der medizinischen Projektabteilung. Dort unterstützte ich Projekte weltweit bei besonderen fachlichen Herausforderungen. So habe ich beispielsweise in der Demokratischen Republik Kongo ein Pflegeteam im Aufbau einer Neugeborenenstation ausgebildet. Im Südsudan habe ich ein Projekt zur Verbesserung der Versorgung mangelernährter Kinder begleitet und in Mauretanien staatliche Gesundheitseinrichtungen evaluiert sowie ein Konzept zu deren Unterstützung mitentwickelt. In all meinen Einsätzen war ich davon beeindruckt, wie viel Menschen erreichen können, wenn sie sich zusammentun und für ein gemeinsames Ziel arbeiten. Als Vorstandsmitglied möchte ich meine Projekterfahrung einbringen, um bei Entscheidungen die Interessen unserer Patient*innen in den Mittelpunkt zu stellen. Das gilt insbesondere für Kinder, die rund die Hälfte der von uns behandelten Patient*innen ausmachen. Darüber hinaus ist es mir wichtig, dass wir humanitäre Werte auch in Deutschland entschlossen vertreten, etwa in Debatten über den europäischen Grenzschutz oder die zivile Seenotrettung. Neben meinem Engagement im Vorstand arbeite ich als Kinderärztin am Universitätsklinikum Dresden in der Kinderonkologie und der ambulanten Kinderpalliativversorgung. Ich bin dankbar für die Möglichkeiten, die das deutsche Gesundheitssystem bietet. Gleichzeitig werde ich täglich daran erinnert, wie groß und inakzeptabel die Unterschiede in der Versorgung zwischen wohlhabenden Ländern und der Mehrheit der Weltbevölkerung noch immer sind.