Demokratische Republik Kongo

Ebolafieber: Zugang zu potenziellen Medikamenten muss frühzeitig geregelt werden

Mitarbeiter richtet Schutzausrüstung von Person vor ihm
Mitarbeitende des Ebolafieber-Behandlungszentrums im Hôpital du Cinquantenaire in Kisangani helfen einander, ihre persönliche Schutzausrüstung anzulegen, bevor sie den Hochrisikobereich betreten.

Drei Medikamente sind Kandidaten für die Behandlung von Menschen, die am Bundibugyo-Ebola-Virus erkrankt sind: MBP134, Remdesivir und Obeldesivir. Ärzte ohne Grenzen warnt davor, den Zugang zu den Medikamenten für Betroffene erst dann zu regeln, wenn ihre Wirksamkeit bewiesen ist.

In einem heute veröffentlichten Fachpapier mit dem Titel „Therapeutics for the 2026 Bundibugyo Ebola disease outbreak: access gaps and recommendations“ legt Ärzte ohne Grenzen die Hürden beim Zugang zu den drei Medikamenten dar. So sind etwa öffentlich verfügbare Informationen zu Preisen, Lizenzen, Liefermengen und dem Zugang zu den Medikamenten nach den aktuell durchgeführten Analysen sehr begrenzt – obwohl seit Langem mehr Transparenz gefordert wird.

Entwickelt werden die Medikamente von Mapp Biopharmaceutical (MBP134) sowie Gilead Sciences (Remdesivir und Obeldesivir). Zur Entwicklung und klinischen Prüfung tragen auch öffentliche und zivilgesellschaftliche Gelder bei.

Das Fachpapier richtet sich an Pharmaunternehmen, politische Entscheidungsträger*innen, Geldgeber, UN-Organisationen und zivilgesellschaftliche Akteure.

Die klinischen Studien zu vielversprechenden Behandlungen gegen das Bundibugyo-Ebola-Virus in der DR Kongo schreiten voran. Es ist an der Zeit, sicherzustellen, dass wirksame Mittel für die Menschen zugänglich sind, die sie am dringendsten brauchen.

Monica Rull, stellvertretende Leiterin von MSF Access

MSF Access ist das Team von Ärzte ohne Grenzen, das sich für den Zugang zu bezahlbaren Medikamenten, Impfstoffen und Diagnostika einsetzt.

„Die Erfahrungen aus früheren Ebolafieber-Ausbrüchen haben gezeigt, dass wissenschaftlicher Fortschritt allein nicht genügt. Mehr Transparenz und eine klare Planung für die Finanzierung, das Anlegen von Vorräten und die Berücksichtigung von Kindern in Entwicklungs- und Zugangsstrategien sind entscheidend, damit sich Verzögerungen und Ungleichheiten nicht wiederholen", so Rull.

„Wenn der Zugang zu Medikamenten erst dann berücksichtigt wird, wenn deren Wirksamkeit bewiesen ist, könnte die Verfügbarkeit künftiger Behandlungen gegen das Bundibugyo-Ebola-Virus erneut von intransparenten kommerziellen Entscheidungen der Pharmaunternehmen und von kurzfristigen Notlösungen abhängen. Geldgeber, Forschende und politische Entscheidungsträger*innen, die an klinischen Studien zu diesen Therapien beteiligt sind, müssen jetzt handeln und die richtigen Zugangsbedingungen in transparenter Weise festlegen.“