Bangladesch

Klinik von Ärzte ohne Grenzen bei Brand in Bangladesch zerstört

Geflüchtete vor ihren zerstörten Unterkünften im Balukhali “Camp 9” in Cox's Bazar.

45.000 Menschen obdachlos –  Lage der Rohingya hat sich durch die Zerstörung noch einmal verschlechtert

Bei dem Großbrand im Flüchtlingslager Cox's Bazar in Bangladesch wurde auch eine Klinik von Ärzte ohne Grenzen vollständig zerstört. Alle Patienten und Mitarbeiter aus der Klinik konnten zum Glück rechtzeitig evakuiert werden. In Cox's Bazar leben etwa 900.000 Rohingya-Geflüchtete aus Myanmar. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden durch das Feuer 15 Menschen getötet und 560 verletzt. Mehr als 45.000 Menschen wurden obdachlos.

Es ist nicht erste Mal, dass in Cox's Bazar ein Feuer ausbricht. Die provisorischen Unterkünfte dort sind aus instabilen brennbaren Materialien gebaut, so dass sich in dem dicht besiedelten Camp Feuer schnell ausbreiten. Die Menschen haben nur eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung und leiden unter unzureichenden Lebensbedingungen und zunehmender Gewalt. 

„Das ganze Ausmaß der Zerstörung ist derzeit noch nicht abzusehen“, sagt Natalia Torrent, Landeskoordinatorin für Bangladesch bei Ärzte ohne Grenzen, „In jedem Fall ist das Feuer aber ein schwerer Schlag für die Rohingya-Gemeinschaft. Den Geflüchteten wird die Möglichkeit verweigert, sicher in ihre Heimat in Myanmar zurückzukehren. Zugleich dürfen sie sich in Bangladesch nicht frei bewegen und nicht arbeiten. Sie sind dadurch völlig von humanitärer Unterstützung abhängig. Nun haben viele durch das Feuer auch noch ihre letzten Habseligkeiten verloren.“