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Afghanistan

Afghanistan: Sofortige Finanzhilfe für das Gesundheitssystem erforderlich

Kabul/Berlin, 09. November 2021 – Ärzte ohne Grenzen fordert eine sofortige Wiederaufnahme der Finanzhilfen für das staatliche Gesundheitssystem in Afghanistan durch die internationale Gemeinschaft. Dies ist dringend notwendig, damit sich die gesundheitliche Lage der Bevölkerung nicht noch weiter verschlechtert. Die staatlichen Kliniken arbeiten nur noch stark eingeschränkt, weil das Geld für Gehälter und Material fehlt. Ein staatliches Krankenhaus musste bereits 25 Kinder vorzeitig entlassen, die wegen Mangelernährung behandelt wurden. Der totale Zusammenbruch des Gesundheitssystems ist eine reale Gefahr. Regierungen, die die afghanische Bevölkerung unterstützen wollen, müssen dafür sorgen, dass die Gesundheitsversorgung im Land funktioniert.

Mangelernährung bei Kindern ist ein dauerhaftes Problem in Afghanistan, doch derzeit liegen die Zahlen deutlich höher als gewöhnlich. In Herat etwa hat Ärzte ohne Grenzen zwischen Juni und September 40 Prozent mehr kleine Patient*innen behandelt als im Vorjahr. Gründe sind neben der wirtschaftlichen Krise eine anhaltende Dürre, Lebensmittelknappheit und der Umstand, dass viele Menschen vor den Kämpfen aus ihren Dörfern geflohen sind. Zudem kommen sie wegen der Schließung der Banken nicht an ihre Ersparnisse. Der Geldfluss von und nach Afghanistan und innerhalb des Landes muss daher dringend wieder ermöglicht werden.

Ärzte ohne Grenzen kann aufgrund seiner unabhängigen Finanzierung aus privaten Quellen seine Projekte in Herat, Kandahar, Khost, Kundus and Laschkar Gah fortsetzen und teilweise noch weiter ausbauen. Die Teams können jedoch nicht alle Lücken im Gesundheitssystem auffangen. Die Schließung der Banken stellt auch die Hilfsorganisation vor Probleme, Gehälter fristgerecht auszahlen zu können.

Interviews mit Intensivmediziner Tankred Stöbe, der im September in Afghanistan im Einsatz war, sind möglich.

Fotos und Filmaufnahmen finden Sie hier.

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Unsere Pressereferentin Heike Dierbach
Heike Dierbach
- Pressestelle