Somalia

Krankenschwester hilft in Somalia - Anja Braune arbeitet bei Ärzte ohne Grenzen

Die Krankenschwesterb Anja Braune hat für Ärzte ohne Grenzen in Peshawar gearbeitet.

Kriebstein. Anja Braune arbeitet bei „Ärzte ohne Grenzen“. Vier internationale Einsätze hat sie absolviert.

Von Peggy Zill

Zurzeit ist Anja Braune in ihrer Heimat Grünlichtenberg. Das war sie in den vergangenen Jahren nicht oft. Denn seit Mai 2007 arbeitet sie bei der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“. Nach ihrer dreijährigen Ausbildung zur Krankenschwester in Chemnitz zog sie nach Berlin. Dann machte sie ihr Abitur und eine Ausbildung zur Ergotherapeutin. „In diesem Beruf habe ich zwar nie gearbeitet, aber es ist trotzdem hilfreich“, erklärt Braune.

Freunde und Familie bleiben

Gereist ist die Krankenschwester schon immer gern. Als Rucksacktouristin besuchte sie unter anderem Afrika und Südamerika. „Irgendwann hatte ich den Wunsch, nicht immer nur als Touristin zu kommen, sondern in den Ländern zu arbeiten“, sagt die Krankenschwester. Also bewarb sie sich bei „Ärzte ohne Grenzen“. Ein Job, der nicht für jeden geschaffen ist. „Man muss bestimmte Kriterien erfüllen: Englischkenntnisse, Berufs- und Reiseerfahrungen“, so Braune. Zudem ist der Freiwilligendienst nicht besonders gut bezahlt und das Leben in Deutschland wird fast komplett aufgegeben. „Die Familie und Freunde bleiben natürlich, aber alles Materielle, wie ein Auto, spielen dann keine Rolle mehr“, sagt die Grünlichtenbergerin. Ihre Wohnung in Berlin hat sie zwar nur untervermietet, allerdings kaum wieder genutzt.

Einsätze in Afrika

Denn die internationalen Hilfseinsätze dauern unterschiedlich lang und kommen oft kurzfristig. Ihre ersten Erfahrungen sammelte Anja Braune in Äthiopien an der somalischen Grenze. Danach war sie in Somalia, für neun Monate im Südsudan und zuletzt in Pakistan. Zu ihren Aufgaben vor Ort zählen neben der medizinischen Betreuung auch das Training und die Ausbildung der nationalen Mitarbeiter. Die Ärzte und Mitarbeiter sind immer gern gesehen in den Entwicklungsländern. Ab und zu wird es aber auch gefährlich: Im Jahr 2008 wurden alle Ausländer aus Somalia geschickt, nachdem es einen Anschlag auf die Mediziner gab. Aber auch auf viele schöne Erlebnisse kann die Krankenschwester zurückblicken. Im Sudan hat eine Mutter ihre frisch geborene Tochter Anja genannt. „Ich finde das toll, dass dort jemand mit meinem Namen lebt“, so Braune. Auf die Frage, wie sie das Leid in den Ländern erträgt, antwortet sie: „Es nur zu sehen, wäre schlimm. Aber ich helfe ja.“

Vortrag in Kirche

Solange sie noch die Energie für die Arbeit hat, will Anja Braune weiter für die Hilfsorganisation arbeiten. „Im Moment habe ich noch große Lust auf Einsätze im Feld“, so die 35-Jährige. Wo ihr nächster Arbeitsort ist, weiß sie noch nicht. „Ich möchte einen Französischkurs belegen, damit ich auch in die französischsprachigen Länder Afrikas gehen kann“, erklärt Braune ihre Pläne. Bis dahin genießt sie die Zeit in der Heimat und unterstützt diese. Gestern hielt sie in der Kirche in Grünlichtenberg einen Diavortrag über ihre Arbeit. „Meine Eltern werden immer gefragt, was ich mache. So kann ich es selbst erklären“, so Braune. Außerdem gehen die Einnahmen des Abends an die Gemeinde zur Sanierung der Kirche.