Pakistan

Ärzte ohne Grenzen hilft Tausenden Vertriebenen

Auffanglager für Vertriebene in Mardan: Ärzte ohne Grenzen leistet unter anderem medizinische Unterstützung, schafft Zugang zu sauberem Wasser, verteilt Zelte und notwendige Gebrauchsgegenstände und errichtet Latrinen.

Der Konflikt zwischen der pakistanischen Armee und den pakistanischen Taliban-Gruppen hat sich in den Regionen Lower Dir, Buner und Swat seit Mitte April intensiviert. Die Zahl der Vertriebenen steigt durch die brisante Situation in der nordwestlichen Grenzprovinz (NWFP) von Pakistan täglich an.  

Es wurden bisher 27 Vertriebenenlager in sechs Distrikten errichtet, um den Menschen, die vor der Gewalt fliehen, eine Unterkunft zu bieten. Es sind noch immer viele Menschen in der Konfliktzone eingeschlossen. Unsicherheit und strikte Ausgangssperren hindern die Menschen daran, ihre Häuser zu verlassen. Sie haben keinen Zugang zu Wasser, Nahrung und medizinischer Nothilfe.

Die Intensität des Konflikts hat Ärzte ohne Grenzen gezwungen, die medizinische Nothilfe im Swat-Distrikt im Nordwesten von Pakistan einzustellen. Ärzte ohne Grenzen war die einzige Organisation, die das Krankenhaus in der Stadt Mingora im Swat-Tal unterstützt und ambulante Hilfe angeboten hat. Die Menschen sind jetzt von medizinischer Hilfe abgeschnitten.

Die Menschen waren nicht nur gezwungen zu fliehen, ihre Häuser und Familien zu verlassen – sie stehen nun neuen Herausforderungen in den Vertriebenenlagern gegenüber. Steigende Temperaturen, die bis zu 40 Grad erreichen, erschweren die Situation zusätzlich.

Ärzte ohne Grenzen unterstützt derzeit ein Auffanglager im Distrik Mardan nordwestlich der Hauptstadt Islamabad. Die Organisation leistet medizinische Unterstützung, schafft Zugang zu sauberem Wasser, verteilt Zelte und notwendige Gebrauchsgegenstände und errichtet Latrinen. Ärzte ohne Grenzen stellt kostenlose Medikamente und Krankenwagen zur Verfügung und hat einen 24-Stunden Notdienst für Patienten in kritischem Zustand. Außerdem hat Ärzte ohne Grenzen eine Entbindungsstation eingerichtet.

Darüber hinaus verteilt Ärzte ohne Grenzen Kochutensilien und Hygieneboxen an die Menschen, die in den so genannten nicht offiziellen Lagern leben, wie Moscheen und Schulen.

Ärzte ohne Grenzen ist weiterhin in den Regionen Belutschistan, Kurram Agency und in dem Gebiet um die Stadt Peshawar tätig. Ärzte ohne Grenzen unterstützt außerdem seit August 2008 ein Lager in der Stadt Charsadda und verteilt Gebrauchsgegenstände an die Vertriebenen in den Städten Peshawar, Charsadda und Mardan.

Ärzte ohne Grenzen akzeptiert für die Projekte in Pakistan keine Spenden von Regierungen und Geberinstitutionen. Die Projekte werden ausschließlich durch private Spenden finanziert.