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Coronavirus und Covid-19

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Medizinische Hilfe gegen Covid-19

Weltweit leistet Ärzte ohne Grenzen medizinische Hilfe in der Covid-19-Pandemie. Die schnelle Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 hat überall enorme Auswirkungen auf das Leben von Menschen. Gesundheitssysteme und medizinisches Personal geraten an ihre Grenzen, weil Menschen schwer an Covid-19 erkranken. Covid-19 wird für die große Mehrheit der Menschen eine milde Atemwegserkrankung sein, aber die Rate von ziemlich schweren Komplikationen für gefährdete Menschen ist höher als bei anderen Coronaviren. Deshalb sind wir in mehr als 40 Ländern weltweit im Einsatz gegen Covid-19.

Unsere weltweite Hilfe

  • Wir unterstützen Kliniken bei der Behandlung von Covid-19-Patient*innen und halten die medizinische Grundversorgung aufrecht.
  • Wir kümmern uns um Menschen mit chronischen Erkrankungen, Geflüchtete und Obdachlose, die besonders gefährdet und anfällig für eine Infektion und schwere Krankheitsverläufe sind.
  • Wir setzen uns für eine gerechte weltweite Verteilung der Impfstoffe ein.

 Aktuelle Informationen zu unserem weltweiten Engagement gegen Covid-19 finden Sie hier.

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Wissenswertes über Covid-19 und das Coronavirus SARS-CoV-2

Was ist das Coronavirus und wie verbreitet sich Covid-19?

Das Coronavirus ist hochansteckend. Die Lungenkrankheit, die durch das Coronavirus ausgelöst wird, heißt Covid-19. Das Coronavirus verbreitet sich sowohl über die sogenannte Tröpfcheninfektion als auch über in der Luft schwebende Minitröpfchen (Aerosole). 

Infizierte Menschen tragen Virus-Tröpfchen in Nase und Mund sowie den unteren Atemwegen, die sich vor allem beim Sprechen, Singen, Niesen oder Husten in der Luft verteilen. Wenn die Virus-Tröpfchen auf die Schleimhäute beispielsweise in Nase und Mund anderer gelangen, können sich diese Menschen mit dem Virus anstecken. Vermutlich kann es auch zu einer Übertragung kommen, wenn Viruspartikel über die Hände aufgenommen werden, dann ins Gesicht und dabei in Mund, Nase und Augen gelangen (Schmierinfektion).

Welche Symptome haben Patient*innen mit Covid-19?

Die meisten Infizierten weisen, meist fünf bis 14 Tage nach der Infektion, leichte Beschwerden wie Fieber und trockenen Husten auf. Menschen erleiden jedoch auch schwerwiegendere Verläufe. Zudem kann es zu schweren Komplikationen kommen, z. B. durch Lungenentzündungen, so dass die betroffenen Patient*innen stationär aufgenommen werden müssen. Mehrwöchige Aufenthalte auf der Intensivstation mit künstlicher Beatmung können die Folge sein. Zu den gefährdetsten Patient*innen zählen ältere Menschen oder Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen und Behinderungen. Bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit eines kritischen Verlaufs – im schlimmsten Fall sogar mit Todesfolge – am höchsten.  

Eine Erkrankung mit dem Coronavirus kann Spätfolgen haben, einheitliche Definitionen der Langzeitfolgen werden zurzeit noch diskutiert. Bei schweren Verläufen kann es z.B. organbezogene Langzeitfolgen nach Intensivbehandlungen geben. Gleichzeitig sind dabei auch längerfristige Müdigkeitserscheinungen, Merkstörungen oder Gedächtnisprobleme möglich. Letztere werden wiederum aber auch bei milderen Verläufen beobachtet. 

Wie wird eine Coronavirus-Infektion diagnostiziert?

Da die frühen Krankheitssymptome weitgehend jenen häufiger Erkältungskrankheiten ähneln, ist für die sichere Diagnose oder den sicheren Ausschluss einer Infektion mit dem Coronavirus ein Test erforderlich. Es gibt verschiedene Diagnose-Tests. Unterschieden werden verhältnismäßig (zeit-)aufwendige, aber sehr präzise Labortests, bei denen markante Abschnitte im Erbgut des Coronavirus selbst mittels der sogenannten Polymerasekettenreaktion (PCR-Tests) nachgewiesen werden. Außerdem gibt es Antigen-Tests – auch als Schnelltest bekannt -, bei denen mittels einer kleinen Testkassette in sehr kurzer Zeit ein allerdings etwas weniger sicheres Ergebnis direkt vor Ort ermittelt werden kann. Einer anderen Kategorie als diese Tests sind Antikörper-Tests zuzuordnen. Mit ihnen lässt sich ab etwa zwei Wochen nach der Infektion nachweisen, ob das Immunsystem der Patient*innen auf das Virus reagiert hat.  

Welche Behandlung gibt es für Covid-19?

Die meisten Betroffenen haben leichte Symptome und erholen sich ohne spezielle Medikamente. Aktuell werden nur wenige Medikamente direkt zur Bekämpfung des Virus eingesetzt: z.B. Antikörper, die man aus dem Blut Infizierter gewinnt, sowie das Antivirus-Medikament Remdesivir. Außerdem werden bei schwerwiegenden Verläufen von Covid-19 andere Substanzen wie Cortison eingesetzt, und oft ist eine stationäre oder gar eine intensivstationäre Behandlung mit spezieller Pflege, einschließlich zusätzlicher Sauerstoffversorgung notwendig. Bei kritischen Verläufen benötigen Patient*innen eine mechanische Beatmung unter Narkose. 

In Ländern mit geringeren wirtschaftlichen Ressourcen ist es sehr viel schwieriger, Menschen eine angemessene Behandlung zukommen zu lassen. Vor allem fehlt es an Möglichkeiten, den am schwersten Erkrankten Sauerstoff oder gar eine Beatmungstherapie zukommen zu lassen. Schwächere Gesundheitssysteme geraten sehr schnell an ihre Grenzen. Wir behandeln daher in sehr vielen der mehr als 70 Länder, in denen wir arbeiten, betroffene Patient*innen bzw. unterstützen das Gesundheitspersonal vor Ort dabei. 

Unklar ist, ob es - wie bisher allgemein angenommen - nach überstandener Infektion zu Immunität kommt. Denn Berichten zufolge gibt es einige Patient*innen, die nach bestätigter und auskurierter Erkrankung erneut erkranken und positiv getestet werden. 

Welche Maßnahmen eignen sich zur Eindämmung der Pandemie?

Um die unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus zu begrenzen, ergreifen die Verantwortlichen in den von der Pandemie betroffenen Ländern weitreichende öffentliche Maßnahmen. Dazu zählen 

  • Quarantäne, 
  • Ausgangssperren, 
  • und soziale Distanz 

Viele Länder verordnen sogar einen zeitweisen Lockdown: Durch diese temporäre staatlich bestimmte und durchgesetzte Einschränkung des öffentlichen Lebens mit Schließung von Geschäften, Behörden und öffentlichen Orten wie Restaurants soll der Anstieg der Neuerkrankungen und die Zahl schwerkranker Patient*innen verlangsamt werden. Besonders gefährdete Personen werden so geschützt und Gesundheitssysteme entlastet, damit genügend Betten und Personal verfügbar sind. In welchem Umfang und in welcher Form solche Maßnahmen angeordnet und von den Menschen umgesetzt werden können, hängt u.a. sehr von den Vorerfahrungen bei der Bekämpfung von Epidemien und den wirtschaftlichen Ressourcen in den einzelnen Ländern ab. Oftmals haben Menschen in ressourcenarmen Regionen kaum Chancen, die wichtigsten Regeln umzusetzen, mit denen sie sich vor einer Ansteckung schützen könnten. Beispiele dafür sind Menschen in Kriegs- und Krisengebieten, Geflüchtete oder marginalisierte Bevölkerungsgruppen. Ihnen fehlen oftmals schon die grundlegendsten Möglichkeiten, an sauberes Wasser und Seife zu kommen. Oder sie leben in überfüllten Unterkünften, in denen sie keinen Abstand halten können. Häufig haben sie durch lockdown-ähnliche Maßnahmen erhebliche Probleme, ihr tägliches Einkommen zu verdienen. Wir unterstützen daher in vielen der mehr als 70 Länder, in denen wir arbeiten, die Verteilung von Gütern des täglichen Bedarfs und Maßnahmen zur Gesundheitsaufklärung. Wir verteilen Seife und Schutzausrüstung an das Gesundheitspersonal und verstärken Hygienemaßnahmen in den medizinischen Einrichtungen. Wir arbeiten dabei oft mit den Gesundheitsministerien vor Ort und auch der Weltgesundheitsorganisation zusammen. 

Gibt es eine Impfung gegen das Coronavirus?

Es gibt verschiedene Impfstoffe, die zugelassen wurden und eingesetzt werden. Unklar ist noch, wie lange eine Immunität gegen das Coronavirus nach der Impfung anhalten wird. Andere Impfstoffe sind noch in der Entwicklungs-, Prüfungs- oder Zulassungsphase. Für uns ist es entscheidend, dass wirksame Impfstoffe auf der ganzen Welt gerecht verteilt werden. Wir setzen uns dafür ein, dass die mit öffentlichen Mitteln unterstützte Impfstoffentwicklung weltweit allen zugutekommt. Bislang haben entsprechende Initiativen keine Ergebnisse hervorgebracht, was für die Menschen in ärmeren Ländern fatale Folgen hat. Außerdem können in Ländern, in denen sich das Virus – u.a. wegen fehlender Impfungen - ungehindert ausbreiten kann, auch mehr Mutationen entstehen. Wir fordern daher, geistige Eigentumsrechte wie Patente für Covid-19 bezogene Impfstoffe, aber auch für Medikamente, Schutzmaterialien und Schnelltests, vorläufig auszusetzen. So könnte weltweit mehr und bedarfsorientiert produziert werden.

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