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Sudan - Südsudan - Tschad

Der Krieg im Sudan hat gravierende Folgen für die ganze Region.

Der Krieg im Sudan sorgt für Krisen, weit über die eigenen Grenzen hinaus. Die Länder Sudan, Südsudan und Tschad sind auf vielfältige Weise miteinander verbunden: durch familiäre Netzwerke, grenzüberschreitenden Handel und große Fluchtbewegungen infolge verschiedener Konflikte. Die aktuelle Gewalt im Sudan hat deshalb unmittelbare Folgen für seine Nachbarländer.

Frau sitzt zwischen vier Kindern vor provisorischer Unterkunft
Hassania Mansour Mahamet in einem Camp im Tschad

Auf der Flucht habe ich meinen Mann verloren. Mein Bruder wurde getötet. Am Straßenrand habe ich später mein Kind geboren. Ich habe den Tschad allein mit meinen 8 Kindern erreicht. Doch auch hier fehlt es uns an Wasser, Essen und Schutz.

Sudan, Südsudan und Tschad auf einen Blick

Sudan

ist aktuell Schauplatz eines schweren Krieges mit massiver Vertreibung. Mehr als 33 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Südsudan

ist seit 2011 unabhängig. Der Südsudan ist vom Krieg im Sudan aber stark betroffen – durch Fluchtbewegungen zwischen beiden Ländern und wirtschaftliche Auswirkungen.

Tschad

ist ein wichtiges Aufnahmeland für Menschen, die vor der Gewalt im Sudan fliehen, insbesondere aus Darfur und anderen Regionen im Westen.

Flucht und Vertreibung: Auf der Suche nach Sicherheit 

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Frau läuft durch Reihe aufgestellter Wasserkanister
Familien kennzeichnen ihre Kanister, um ihren Platz in der Warteschlange für die nächste Wasserabholung im Lager Iridimi in der Nähe von Iriba im Osten des Tschad zu sichern.
© Mohammad Ghannam/MSF

Im Sudan spielt sich derzeit die größte humanitäre Krise der Welt ab. In der Folge sind mehr als 13 Millionen Sudanes*innen auf der Flucht, die meisten innerhalb des Landes. Viele andere haben in Nachbarländern Schutz gesucht. So sind mehr als eine Million Menschen seit Beginn des Krieges im Tschad angekommen und im Südsudan mehr als eine halbe Million. Hinzu kommen südsudanesische Rückkehrende, die früher aus ihrer Heimat in den Sudan geflohen waren und nun erneut fliehen müssen. Im Südsudan selbst sind mehr als 1,8 Millionen Menschen infolge von Gewalt oder Überschwemmungen vertrieben.  

Die meisten Geflüchteten leben in provisorischen Camps oder bei Aufnahmegemeinden. Doch diese Gemeinden sind vielerorts selbst nur unzureichend versorgt. Für viele Menschen endet die Flucht vor der Gewalt deshalb nicht in Sicherheit, sondern in neuer Not. 

Druck auf Gesundheitsversorgung, Wasser und Ernährung

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Mitarbeiter steht mit Mutter an Behandlungsliege mit Kind darauf
Unsere Teams in Abyei im Südsudan behandeln ankommende Sudanes*innen, die vor der Gewalt fliehen mussten. Hier sucht unser Pfleger eine geeignete Vene für einen Zugang, um diesem Kind Flüssigkeit zuzuführen.
© Nicolò Filippo Rosso

Im Tschad treffen Geflüchtete aus dem Sudan auf ein bereits stark belastetes Gesundheitssystem. Zugleich fehlt es vielerorts an sauberem Wasser, Sanitäranlagen und ausreichend Nahrungsmitteln. In den engen Camps können sich Krankheiten wie Masern oder Diphtherie schnell ausbreiten. Weil auch das Gesundheitssystem im Tschad selbst überlastet ist, bleiben Ausbrüche oft nicht auf die Camps beschränkt, sondern gefährden auch die Aufnahmegemeinden. In Adré, einem wichtigen Ankunftsort für Geflüchtete aus dem Sudan, hat sich die Bevölkerung seit Beginn des Krieges versechsfacht. Dort leben inzwischen rund 200.000 Menschen. 

Wir unterstützen im Tschad sowohl Geflüchtete als auch Aufnahmegemeinden mit medizinischer Versorgung. Dabei helfen wir dort, wo wir die Gesundheitsbehörden sinnvoll unterstützen und kritische Versorgungslücken schließen können. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Mutter-Kind-Versorgung, denn der Tschad gehört zu den Ländern mit der höchsten geburtsbedingten Sterblichkeit weltweit. 

Auch im Südsudan ist das Gesundheitssystem chronisch unterfinanziert. Zunehmend werden Gesundheitseinrichtungen angegriffen und medizinische Hilfe behindert. Gewalt, Vertreibung und die Folgen der Klimakrise verschärfen die Lage weiter. Überschwemmungen zerstören Felder, Häuser und andere Lebensgrundlagen. Das treibt die Ernährungsunsicherheit an und erhöht das Risiko für Krankheiten wie Cholera und Malaria. In vielen Regionen ist medizinische Versorgung kaum noch verfügbar oder bereits zusammengebrochen. 

Unsere Teams leisten Nothilfe, etwa durch den Bau von Brunnen, die Versorgung mit Wasser und die Behandlung mangelernährter Menschen. Zugleich unterstützen wir langfristig die Gesundheitsversorgung, zum Beispiel durch die Ausbildung von Fachpersonal. 

Im Tschad und im Südsudan verschärft der Krieg im Sudan die Lage in Gesundheitssystemen, die bereits überlastet oder kaum noch funktionsfähig sind. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Hilfe. 

Die Gewalt in den Grenzregionen nimmt zu 

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Drei junge Männer stehen hinter verletztem jungen Mann in Rollstuhl
Dieser junge Mann erholt sicht von einer Schussverletzung in Abyei, im Südsudan. Er ist mit seinen Freunden vor den Kämpfen im Sudan geflohen.
© Nicolò Filippo Rosso

Besonders in Nord-Darfur im Sudan, nahe der Grenze zum Tschad, treffen schwere Angriffe immer wieder auch die Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktur. Viele Menschen fliehen daraufhin über die Grenze ins Nachbarland – oft auch Verletzte, die dringend medizinische Hilfe brauchen. 

Auch in Richtung Südsudan weitet sich der Konflikt aus. Gleichzeitig ist die Sicherheitslage im Südsudan seit der Unabhängigkeit 2011 äußerst fragil. Rivalisierende bewaffnete Gruppen, Gewalt, Flucht und Rückkehrbewegungen überlagern sich und verschärfen die Spannungen im Land zusätzlich. 

Kürzungen internationaler Hilfe verschärfen die Krise 

Während sich in der Region mehrere Krisen überlagern, geht die internationale Hilfe zurück. Mittel werden gekürzt – auch durch den Wegfall der Finanzierung USAID. Zugleich erreicht immer weniger Unterstützung die Menschen, weil das humanitäre Völkerrecht zunehmend missachtet wird und Angriffe auf Helfende oft folgenlos bleiben. Hilfsorganisationen sehen sich deshalb gezwungen, ihre Arbeit einzuschränken oder sich ganz zurückzuziehen. 

Dabei ist internationale Hilfe unverzichtbar. Im Südsudan etwa leisten internationale Organisationen mehr als 80 Prozent aller Gesundheitsdienste. Fällt diese Unterstützung weg, können lokale Strukturen die Lücke nicht schließen. 

Der Krieg im Sudan braucht mehr internationale Aufmerksamkeit. Der Sudan-Krieg betrifft die gesamte Region. Internationale Geber müssen deutlich mehr Mittel für medizinische und humanitäre Hilfe bereitstellen.

So können Sie helfen

Werden Sie aktiv und unterstützen Sie unsere weltweite humanitäre Arbeit.