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Ärzte ohne Grenzen begrüßt Änderungen im Asylverfahren durch US-Präsident Biden

Ärzte ohne Grenzen begrüßt die wieder aufgenommene Bearbeitung von Asylanträgen durch die USA an mehreren Punkten entlang der mexikanischen Nordgrenze. Die internationale Hilfsorganisation zeigt sich jedoch weiterhin besorgt über die Situation von Tausenden von Migranten und Asylbewerbern, die in Mexiko gestrandet sind und dort weiter unter schwierigsten Bedingungen leben.

Nach Angaben der Vereinten Nationen haben die USA und Mexiko die Bearbeitung von Asylanträgen im Lager Matamoros im Bundesstaat Tamaulipas aufgrund der dortigen schwierigen humanitären Bedingungen priorisiert. In dem Camp bietet Ärzte ohne Grenzen Hunderten Familien, die seit Juni 2019 in Zelten untergebracht sind, eine umfassende medizinische Versorgung.

Der Beginn des Registrierungsprozesses ist ein erster Schritt für die USA, ihren Verpflichtungen nach nationalem und internationalem Recht nachzukommen. Es gibt jedoch immer noch Tausende von Migranten und Asylbewerbern, die in den mexikanischen Grenzstädten festsitzen und dringend registriert werden müssen. Etwa 25.000 Asylsuchende haben aktive Fälle im Rahmen des sogenannten „Migrant Protection Protocols“, besser bekannt als die „Remain in Mexico“-Politik, die von der Trump-Administration eingeführt wurde. Viele der hiermit verbundenen migrationsfeindlichen Maßnahmen, die ein komplexes Geflecht bilden, bestehen fort und erschweren die Situation dieser Menschen weiter. 

Ärzte ohne Grenzen fordert die USA auf, die unter „Titel 42“ erlassene Anordnung, die die Abschiebung von Asylbewerbern ohne Anhörung aus fadenscheinigen Gründen im Namen der öffentlichen Gesundheit erlaubt, sofort zurückzunehmen.
    
Die katastrophalen Bedingungen im Lager Matamoros sind das Ergebnis mangelnder internationaler Hilfe und Schutz für Asylsuchende und Migranten in Mexiko. "Wir sehen weiterhin die massive Kriminalisierung von Migranten, eine Zunahme von Razzien und Verhaftungen, den Mangel an notwendiger Unterstützung für Unterkünfte und den Mangel an medizinischer Versorgung in einer wegen der Covid-19-Pandemie besonders kritischen Zeit", erklärt Sergio Martín, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen in Mexiko. "Wir begrüßen den Beginn des Registrierungsprozesses für Asylsuchende, aber Tausende werden weiter leiden, wenn die derzeitigen Maßnahmen gegen Menschen auf der Flucht beibehalten werden."

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Holger Vieth
- Pressestelle