Pressemitteilung zum Jahresabschluss 2019

In Nigeria versorgen Teams von Ärzte ohne Grenzen u. a. Kinder, die unter Mangelernährung und Malaria leiden.

Berlin, 17. Juni 2020. Die deutsche Sektion der Nothilfeorganisation Ärzte ohne Grenzen hat das vergangene Jahr mit einem deutlich höheren Ergebnis an Spenden als im Vorjahr abgeschlossen. Die Gesamteinnahmen 2019 betrugen 171,2 Millionen Euro. Aus privaten Spenden und Zuwendungen stammten 164,9 Millionen Euro, 12,7 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Die Ausgaben lagen bei 170,2 Millionen Euro, 87 Prozent davon flossen direkt in die Projekte. In die Dankbarkeit für die große Unterstützung mischt sich die Sorge um die Menschen in den Einsatzländern während der Coronakrise.

„Unser großer Dank geht an die 656.603 Spenderinnen und Spender, durch die unsere Arbeit erst möglich wird. Ihr beeindruckend großes Engagement ist beispielhaft für die grenzenlose Solidarität, die gerade auch in der aktuellen Pandemie so wichtig, ja für viele sogar überlebenswichtig ist“, sagt Amy Neumann-Volmer, Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen Deutschland.

„Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten alle erfahren, dass diese Pandemie keine Grenzen kennt und nur eingedämmt werden kann, wenn jeder auch an die Anderen denkt: An die Nachbarn, die Menschen im Supermarkt, im Zug, auf der Straße, an die europäischen Nachbarländer. Wir müssen aber eben auch an die Menschen in den Einsatzländern von Ärzte ohne Grenzen denken, in denen die Gesundheitssysteme lange schon überlastet sind, in denen andere Krankheiten, gewaltsame Konflikte und Armut die Bürde ungleich schwerer machen. Angesichts eines sich weltweit ausbreitenden Virus‘ merken wir eindrücklich, dass wir eine Schicksalsgemeinschaft sind.“

Das Corona-Virus zeigt, wie wichtig es ist, weltweit zu agieren, gerade auch, was die faire Verteilung von Schutzkleidung und Masken, von Wissen und in Zukunft von Impfstoffen, Medikamenten und Tests anbelangt. „Ich bin überzeugt: Wer solidarisch handelt, bekommt immer etwas zurück“, sagt Neumann-Volmer. „Und wir werden diese Pandemie nur beenden, wenn sie überall beendet ist.“

Auch Ärzte ohne Grenzen hat in den vergangenen Monaten viel Solidarität erlebt. Die unterschiedlichsten Menschen und Unternehmen sammelten Geld für die Organisation: bei Wohnzimmerkonzerten, Online-Aktionen und bei Spendenläufen; auch viele Künstler und Künstlerinnen warben trotz eigener Herausforderungen für eine Unterstützung von Ärzte ohne Grenzen. Zudem haben sich nahezu doppelt so viele Menschen gemeldet, die in den Hilfsprojekten mitarbeiten möchten, wie in den Vergleichsmonaten des Vorjahres.

Aktuell hat die internationale Hilfsorganisation in mehr als 70 Ländern Covid-19-Projekte. Die deutsche Sektion finanzierte im vergangenen Jahr Einsätze in 44 Ländern sowie die Seenotrettung auf dem Mittelmeer mit. Ein großer Anteil der Einnahmen aus Deutschland floss in Projekte im Südsudan, in der Demokratischen Republik Kongo und im Jemen. 

Den Jahresbericht 2019 finden Sie hier.