Demokratische Republik Kongo

DR Kongo: Kleinkinder sind überproportional von Ebola-Krankheit betroffen

Drei Menschen tragen Schutzbekleidung
Mitarbeitende von Ärzte ohne Grenzen untersuchen einen Ebola-Patienten im Behandlungszentrum Kitatumba in Butembo, Demokratische Republik Kongo.

Kleinkinder sind in besonderem Maße Leidtragende der aktuellen Ebola-Epidemie im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Sie stellen einen erheblichen Teil der Infizierten, bei ihnen führt eine Infektion mit dem Bundibugyo-Virus häufiger zum Tod als bei Erwachsenen. In der Forschung und bei Eindämmungsmaßnahmen wird der starken Gefährdung von Kindern jedoch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Laut Epicentre, dem epidemiologischen Forschungszentrum von Ärzte ohne Grenzen, betrifft fast jeder vierte bestätigte Fall in der Provinz Nord-Kivu ein Kind unter fünf Jahren. In 13 Prozent der bestätigten Fälle ist es ein Säugling. In der Provinz Ituri sind 13 Prozent der bestätigten Infizierten Kinder unter fünf Jahren und sechs Prozent Säuglinge.

Im Ebola-Behandlungszentrum von Ärzte ohne Grenzen in Butembo in Nord-Kivu lag die Sterblichkeitsrate bei Kindern zwischen Juni und September 2026 bei 80 Prozent – die meisten von ihnen waren jünger als fünf Jahre.

Die rasche Ausbreitung der Krankheit in den Gemeinden und der eingeschränkte Zugang zu spezialisierter Versorgung tragen zu dieser alarmierend hohen Sterblichkeitsrate bei.

Kinder stecken sich häufig in Gesundheitseinrichtungen an

„In den Basisgesundheitseinrichtungen fehlt es oft an Fachwissen, Ausrüstung und den notwendigen Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle, um Verdachtsfälle zu erkennen und sicher zu behandeln“, erklärt Stéphanie Hoffmann, Projektkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Butembo.

„Die meisten Kinder, die im Sommer mit Ebolafieber in unser Behandlungszentrum kamen, waren kurz zuvor wegen anderer Erkrankungen in anderen Gesundheitseinrichtungen behandelt worden. Dort haben sie sich sehr wahrscheinlich mit Ebolafieber angesteckt.“

Es fehlt an kindgerechten Medikamenten und Forschung

Während Kinder von der aktuellen Epidemie überproportional betroffen sind, werden sie bei der Entwicklung von medizinischen Hilfsmitteln nicht genügend mitgedacht. „Es fehlen passende Dosierungsempfehlungen und kinderfreundliche Darreichungsformen“, sagt Guyguy Manangama, Epidemiologe und stellvertretender Einsatzleiter bei Ärzte ohne Grenzen.

Ärzte ohne Grenzen fordert die nationalen Behörden wie auch die internationalen Forschungseinrichtungen, Arzneimittelentwickler und Geldgeber auf, Kinder zu einer Priorität in allen laufenden und zukünftigen Studien zum Bundibugyo-Virus zu machen, um weitere Ansteckungen und Todesfälle in dieser besonders stark gefährdeten Gruppe zu verhindern.

Für weitere Auskünfte sprechen Sie uns an.