Weltgesundheitsversammlung: Zugang zu Covid-19-Mitteln darf nicht der Willkür von Staaten und Firmen überlassen werden

Wir setzen uns dafür ein, dass alle Menschen die Versorgung bekommen, die sie benötigen.

Auf der 73. Weltgesundheitsversammlung wollen sich die Mitgliedsstaaten der WHO heute auf eine Resolution zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie einigen.

Dazu sagt Marco Alves von der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Berlin:

„Ärzte ohne Grenzen begrüßt zwar prinzipiell die Resolution der Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit ihrem Ziel, Forschung und Entwicklung voranzubringen sowie einen weltweit gerechten Zugang zu Mitteln gegen Covid-19 zu gewährleisten. Uns sorgt allerdings, dass es an verbindlichen Regeln und durchsetzbaren Verpflichtungen fehlt. Die Frage, wer wann Zugang zu dringend benötigten Impfstoffen, Medikamenten oder Diagnostika hat, darf in einer globalen Pandemie nicht der Freiwilligkeit und der Willkür einzelner Firmen oder Länder überlassen werden. Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn hat zurecht die wichtige koordinierende Rolle der WHO unterstrichen und bekräftigt, dass ein Impfstoff ein globales öffentliches Gut sein muss.

Die WHO und ihre Mitgliedsstaaten müssen dringend einen klaren Prinzipienkatalog erstellen und verbindliche Maßnahmen definieren, damit relevante Technologien, Daten und Know-how offen ausgetauscht werden. Das ist ein wichtiger Faktor, um eine ausreichende Produktion zur Deckung des globalen Bedarfs zu beschleunigen. Ebenso müssen für alle bezahlbare Preise garantiert sowie ein gerechter Verteilungsschlüssel organisiert werden. Dazu gehört auch die vollständige Transparenz über alle öffentlich finanzierten Forschungsvorhaben und Forschungskosten. Daran müssen strikte Bedingungen geknüpft werden, die Verfügbarkeit und Zugang unmissverständlich regeln.“

Mehr Informationen (auf Englisch) finden Sie hier.

Hier das gemeinsame Statement von Ärzte ohne Grenzen und der "Drugs for Neglected Diseases Initiative (DNDi).