Covid-19 (Coronavirus-Pandemie)

Gesundheitsaufklärung für besonders verletztliche Gruppen zu COVID-19 durch unsere Teams in Hong Kong.

Inhaltsübersicht

 

Was wissen wir über das Coronavirus?

Am 11. März hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Covid-19-Ausbruch zur Pandemie erklärt. In vielen Ländern, z.B. in Europa, nehmen die Zahlen exponentiell zu. Wir fürchten zudem einen raschen Anstieg der Zahl der an Covid-19-Erkrankten in ärmeren Ländern.

Das Coronavirus ist hochansteckend und bisher gibt es weder einen Impfstoff noch eine spezifische Behandlung gegen die von dem Virus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19. Es wird davon ausgegangen, dass sich jeder Mensch mit dem Virus anstecken kann. Die überwiegende Mehrheit weisen leichte Atemwegserkrankungen auf, die jedoch bei bestimmten Risikogruppen (ältere Menschen und Menschen mit Begleiterkrankungen) schwere Komplikationen mit sich bringen können.

Öffentliche Maßnahmen wie Isolation, Quarantäne und soziale Distanz werden im Allgemeinen ergriffen, um die unkontrollierte Übertragung des Coronavirus zu begrenzen, den Anstieg der Neuerkrankungen und schwerkranker Patient*innen zu verlangsamen, die am stärksten gefährdeten Personen zu schützen und die kollektiven Gesundheitsressourcen zu schonen.

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Welche Herausforderungen bringt die schnelle Ausbreitung des Coronavirus mit sich?

Die Coronavirus-Pandemie hat, was das Ausmaß und die schnelle globale Ausbreitung betrifft, enorme Auswirkungen auf die Gesundheitssysteme in den betroffenen Ländern. Ausgehend von den bisherigen Erfahrungen und Daten werden rund 20 Prozent der bestätigten Covid-19-Fälle schwerwiegend sein und die Erkrankten eine langfristige stationäre Behandlung mit spezieller Betreuung benötigen. Diese Patient*innen brauchen im Durchschnitt drei bis vier Wochen lang eine enge Überwachung mit intensiver Pflege, einschließlich zusätzlicher Sauerstoffversorgung. Etwa sechs Prozent der bestätigten Fälle (rund 30 Prozent der stationär behandelten Patient*innen) werden einen kritischen Verlauf der Erkrankung aufweisen und erfordern eine spezialisierte Intensivpflege wie etwa mechanische Beatmung für mehrere Wochen.

Eine so lange stationäre Versorgung so vieler Menschen mit so hohem Pflegegrad ist selbst für modernste Gesundheitssysteme eine große Herausforderung. Wir sorgen uns insbesondere um die Folgen für Länder mit schwächeren Gesundheitssystemen, wenn dort viele Patient*innen mit Covid-19 behandelt werden müssen und um Bevölkerungsgruppen, die ohnehin in einem prekären Umfeld leben, wie Obdachlose, Menschen in Flüchtlingslagern oder von Konflikten betroffene Bevölkerungsgruppen. Diese Menschen leben bereits unter schwierigen und oft unhygienischen Bedingungen und ihr Zugang zur Gesundheitsversorgung ist bereits stark beeinträchtigt. Sie haben möglicherweise größere Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Präventivmaßnahmen. Es ist sehr wichtig, die Menschen darüber zu informieren, welche Schutzmaßnahmen sie gegen das Coronavirus ergreifen können. Zudem wissen wir wenig darüber, wie das Coronavirus in tropischen Gebieten übertragen wird und welche Auswirkungen beispielsweise Ko-Infektionen mit anderen Krankheiten wie Malaria, Dengue, Tuberkulose oder Masern haben, die dort enorm verbreitet sind.

Was tut Ärzte ohne Grenzen gegen das Coronavirus?

Parallel zum weltweiten Ausbruch des Coronavirus führen wir unsere regulären Aktivitäten fort. Unsere Teams behandeln täglich Hunderttausende Patient*innen mit verschiedensten Krankheiten und Bedürfnissen. Besondere Schwierigkeiten ergeben sich derzeit durch eingeschränkte Reisemöglichkeiten unserer Mitarbeitenden sowie durch den weltweiten Druck auf die Produktion einiger medizinischer Güter, insbesondere auf die Herstellung von Schutzausstattung für Mitarbeiter*innen im Gesundheitswesen. Die künftige Versorgung mit elementaren Produkten wie OP-Schutzmasken, Tupfern, Handschuhen und Chemikalien zur Diagnose von Covid-19 bereitet uns Sorge. Es besteht auch die Gefahr von Versorgungsengpässen wegen der stockenden Produktion von Generika und Problemen bei der Einfuhr lebenswichtiger Medikamente aufgrund von Lockdowns, einer reduzierten Produktion von Basisprodukten, sowie Exportstopps oder Einlagerung von Medikamenten und Material zur Behandlung von Covid-19.

Der Schutz von Patient*innen und Mitarbeiter*innen im Gesundheitswesen ist essenziell, deshalb bereiten wir uns auch auf mögliche Fälle von Covid-19 in unseren Projekten vor. In bereits betroffenen Regionen versuchen wir sicherzustellen, dass Maßnahmen zur Infektionskontrolle getroffen, Screenings durchgeführt und Isolationsbereiche eingerichtet werden sowie Aufklärungsaktivitäten stattfinden. Dabei haben wir vor allem auch den Schutz der verletzlichsten Menschen wie Obdachlose, Geflüchtete oder von Konflikten betroffene Bevölkerungsgruppen sowie ältere Menschen im Blick. In den meisten Ländern arbeiten wir mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und den Gesundheitsministerien zusammen, um zu evaluieren, wie wir bei Bedarf helfen können. Zudem bieten wir Schulungen zur Infektionskontrolle für Gesundheitseinrichtungen an. Durch das Ausmaß der Coronavirus-Pandemie sind unsere Möglichkeiten, angemessen zu reagieren, jedoch eingeschränkt.

Coronavirus – Aktivitäten (Auszug) in den einzelnen Ländern:

Europa

  • Italien ist extrem stark vom Coronavirus betroffen. In der Lombardei unterstützen wir mit rund 25 Mitarbeitenden u.a. drei Krankenhäuser sowie Hausärzt*innen und ambulante Pflegedienste bei der Eindämmung der Pandemie. In der Region Marken (u.a. in Fabriano, Jesi, Senigallia and Ancona) die zu einer der fünf am meisten betroffenen Regionen zählt, haben wir mit Aktivitäten begonnen. Wir unterstützen ein Netzwerk von Pflegeheimen in mehreren Städten, um eine Ausbreitung des Coronavirus in solchen Einrichtungen zu verhindern. 40 unserer Mitarbeiter*innen sind momentan in Italien im Einsatz gegen Covid-19.

  • In Frankreich konzentriert sich unser Einsatz mit einer mobilen Klinik und Mithilfe bei Coronavirus-Tests auf Obdachlose und Migrant*innen in Paris und Ile de France. In drei Notunterkünften in den beiden Städten helfen unsere Teams Covid-19-Patient*innen zu ermitteln.

  • In Belgien haben wir inzwischen einen unserer bisher größten Einsätze gegen das Coronavirus gestartet. Wir helfen mit unserem Fachwissen und dort, wo Versorgungslücken entstehen. Wir unterstützen u.a. mehr als 150 Pflegeheime und besonders bedürftige Gruppen wie Obdachlose und Migrant*innen ohne Papiere. In zwei der am stärksten betroffenen Gebiete – Mons und Antwerpen – sind unsere Teams in Krankenhäusern gegen das Coronavirus im Einsatz. Insgesamt sind wir mit 115 Kolleg*innen in Belgien im Einsatz gegen das Virus und Covid-19 und unterstützen zahlreiche Einrichtungen mit Personal, Material und technischer Beratung.

  • In den Niederlanden bieten wir psychologische Schulungen für medizinisches Personal im Covid-19-Einsatz an. Zudem haben wir Projekte gestartet, um den Gesundheitszustand von Obdachlosen zu überprüfen.

  • In Griechenland unterstützen wir im Lager auf Samos bei der Isolierung unkomplizierter Fälle. Außerdem evaluieren wir, welche Hilfe von den Krankenhäusern benötigt wird. In Lesbos hat Ärzte ohne Grenzen einen Notfallplan für das Lager Moria entwickelt, dessen Evakuierung wir gefordert haben. Neben dem Schutz unseres medizinischen Personals haben wir auch die Versorgung mit sauberem Wasser und sanitären Anlagen ausgebaut.

  • In der Schweiz unterstützen wir das Genfer Universitätsklinikum (HUG) mit fachlichem Know-how, um bei der Behandlung von Patient*innen mit Covid-19 und bei der Organisation von medizinischen Teams und Dienstleistungen im Krankenhaus zu helfen. Unter der Koordination des HUG haben wir ein mobiles medizinisches Einsatzteam zusammengestellt, um jene Menschen mit Covid-19 zu Hause zu versorgen, die die Kriterien für die Krankenhauseinweisung nicht erfüllen. Zudem unterstützen wir besonders gefährdete Gruppen wie Obdachlose und Migrant*innen und beraten Sozialarbeiter*innen zu Infektionsschutzmaßnahmen.

  • In Spanien unterstützen wir die Gesundheitsbehörden bei Maßnahmen zur Bewältigung der Gesundheitskrise. Um Infektionen innerhalb der Strukturen des Gesundheitswesens zu minimieren, stellen wir unsere Erfahrungen und Fachwissen im Umgang mit Epidemien zur Verfügung. Daneben sollen Krankenhäuser und Gesundheitszentren bei der Versorgung von Patient*innen mit Covid-19 entlastet werden. Daher haben wir in der Nähe von Madrid zwei temporäre Krankenhäuser für Patient*innen mit moderaten Beschwerden eingerichtet. So können sich die örtlichen Krankenhäuser auf Patient*innen mit schweren Krankheitsverläufen konzentrieren. In Barcelona leisten wir strategische Unterstützung bei der Entwicklung externer Gesundheitseinrichtungen, die in Pavillons von Krankenhäusern eingerichtet werden. Patient*innen, die von Covid-19 betroffen sind, werden dort versorgt werden. Zudem schulen wir Mitarbeiter*innen von Gesundheitsdiensten und Betreiber von Altenheimen zu Maßnahmen gegen das Virus. U.a. im Baskenland bieten wir psychologische Unterstützung für das Gesundheitspersonal an.

  • In Norwegen leisten wir strategische Beratung und unterstützen ein besonders stark belastetes Krankenhaus bei der Infektionsvorbeugung und -kontrolle.

  • In der Ukraine haben wir ein Aufklärungsprogramm zur Eindämmung des Coronavirus gestartet.

Mittlerer und Naher Osten

  • In den Iran haben wir ein Notfallteam und ein aufblasbares Behandlungszentrum mit 50 Betten entsendet. Das Behandlungszentrum sollte in Isfahan, der am zweitstärksten vom Coronavirus betroffenen Provinz des Landes, zum Einsatz kommen und die Behandlungskapazität für Schwerkranke erhöhen. Die Notwendigkeit unseres Einsatzes und die erforderlichen Genehmigungen wurden zuvor mit den zuständigen Behörden diskutiert und vereinbart. Nach Ankunft unseres Teams und des Materials verkündeten Mitarbeitende des iranischen Gesundheitsministeriums überraschend, dass die Genehmigung für unseren Einsatz vor Ort aufgehoben wurde, da das Land keine zusätzlichen Behandlungskapazitäten benötige. Wir sind nach wie vor bereit, unser Notfallteam und unsere Behandlungskapazitäten andernorts im Iran oder in anderen Länder der Region einzusetzen, wo der Bedarf durch den Coronavirus-Ausbruch enorm ist.

  • In Syrien unterstützen Mitarbeitende in Azaz und Idlib mit Trainings und bei der Einrichtung von Isolationsbereichen. Krankenhäuser in der Region haben wir zudem mit Schutzkleidung versorgt. In den Vertriebenencamps, in denen wir aktiv sind, haben unsere Mitarbeiter*innen in den mobilen Kliniken begonnen, Menschen mit Verdacht auf Covid-19 zu isolieren. Die Verteilung von Hilfsgütern im Nordwesten Syriens haben wir ausgeweitet

  • Im Irak unterstützen wir die Arbeit eines Covid-19-Zentrums in Bagdad und stellen Schutzausrüstung bereit. In Mossul wird ein von uns wieder errichtetes Krankenhaus als zentrale Anlaufstelle für Covid-19-Patient*innen genutzt.

  • Im Jemen helfen wir bei der Einrichtung einer Isolationseinrichtung in Aden.

  • In Afghanistan schulen wir Krankenhauspersonal in Kabul und planen das Fallmanagement in Herat zu unterstützen.

  • In Pakistan hat eines unserer Teams eine Isolierstation in Timurgara übernommen.

Asien

  • In Hongkong leisten wir Aufklärungsarbeit und psychosoziale Unterstützung für gefährdete Gruppen.

  • In Bangladesch haben wir u.a. Wartebereiche für Coronavirus-Verdachtsfälle in einigen Einrichtungen angelegt.

  • In Kambodscha arbeitet ein Team daran mit, nationale Richtlinien für die Infektionskontrolle und -vorbeugung sowie die klinische Behandlung von Covid-19-Fällen zu entwickeln.

  • In Malaysia haben wir den zuständigen Behörden Unterstützung angeboten und leisten Aufklärungsarbeit.

  • In Usbekistan haben wir Aufklärungsprogramme gestartet, die sich insbesondere an Tuberkulose-Patient*innen in der Region Karakalpakistan richten.

  • In Kirgistan beraten wir die Regierung im Krisenmanagement und statten die Behörden u.a. mit Schutzausrüstung aus.

Lateinamerika

  • In Mexiko bauen wir die Projekte im Asylbewerberlager in Matamoros aus.

  • In Brasilien evaluieren wir die Lage des existierenden Schutz des Gesundheitspersonals in Sao Paolo, Rio de Janeiro und Mina Gerais.

  • In El Salvador passen wir unsere regulären Aktivitäten in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium an den Coronavirus-Ausbruch an.

Afrika

  • In Südafrika unterstützen wir in den Provinzen Gauteng, KwaZulu-Natal und Western Cape bei der Nachverfolgung von Kontakten und der Entwicklung und Verteilung von Aufklärungsmaterial. Zudem erstellen wir in Kliniken Pläne für Triage, Isolation und Behandlungsmaßnahmen. In der Stadt Tshwane betreuen wir insbesondere ältere Menschen und Asylsuchende.

  • Im Sudan sind unsere Mitarbeiter*innen im Austausch mit dem nationalen Gesundheitsministerium und bereiten sich auf einen möglichen Einsatz vor.

  • In Burkina Faso schulen wir Personal des Gesundheitsministeriums.

  • Im Senegal unterstützen wir ein Krankenhaus in Dakar durch Schulungen des Personals und Hygienemaßnahmen.

  • In Kamerun unterstützen wir drei Krankenhäuser in Yaounde und Buea dabei, Isolationskapazitäten zu schaffen.

  • In Mali unterstützen wir das Management einer Covid-19-Station in Bamako. In den Regionen Niono und Tominian leisten wir u.a. Aufklärungsmaßnahmen und installieren Handwaschstationen.

  • In Niger bauen wir ein Behandlungszentrum in Niamey und passen unsere Maßnahmen zur Infektionsprävention in unserem Kinderkrankenhaus in Magaria an.

  • In Nigeria unterstützen wir mit dem Aufbau von Handwaschstellen und Aufklärungsmaßnahmen, sowie der Einrichtung von Isolationsbereichen in bestehenden Gesundheitseinrichtungen.

  • In der Demokratischen Republik Kongo haben wir ein spezielles Isolations-Team gegründet, das in einem Krankenhaus in Kinshasa für die Behandlung von Covid-19-Patient*innen mit HIV-Erkrankung zuständig sein soll.

  • In Simbabwe unterstützen wir u.a. die Betreuung von Covid-19-Patient*innen und erweitern Kapazitäten in unseren Einrichtungen.

  • In Mosambik haben wir bereits 16 Handwaschstationen in unterstützten Einrichtungen errichtet und unterstützen zwei Krankenhäuser in Maputo mit Logistik und Technik.

  • In Eswatini beraten wir die Behörden zu Infektionsschutz und der Versorgung von an HIV und Tuberkulose erkrankten Menschen.

  • In der Elfenbeinküste unterstützen wir am Flughafen von Abidjan beim Screening ankommender Passagiere auf Covid-19. In Bouake haben wir 
    Trainings für Gesundheitspersonal abgehalten. 

Ob wir auch in anderen Ländern aktiv werden können, wird von dem Verlauf des Ausbruchs vor Ort, aber auch von unseren Einsatzkapazitäten abhängig sein.

Beratung für Organisationen und Institutionen in Deutschland

Wir sind dabei zu evaluieren, ob und wie unsere Unterstützung in der Coronavirus-Pandemie auch in Deutschland hilfreich wäre. Aus unserer Perspektive ist das deutsche Gesundheitssystem im internationalen Vergleich robust, sodass die Frage einer operativen Tätigkeit in Deutschland der eingehenden Prüfung bedarf.

Generell richten wir unseren Fokus in all unseren Projekten auf die Schwächsten der Gesellschaft; hier in Deutschland sind das aus epidemiologischer Sicht vor allem Menschen in dicht gedrängten Unterbringungen (z.B. Obdachlose, Geflüchtete), Menschen ohne Papiere, ohne Krankenversicherung oder Menschen in ähnlich prekären Situationen. Für Vereine, Organisationen und Wohlfahrtsverbände, sowie Vertreter*innen staatlicher Institutionen und Träger, die in diesem Bereich arbeiten, haben wir eine zentrale E-Mailadresse eingerichtet. Unter (COVID19-response(at)berlin.msf.org) können Sie Anfragen nach Unterstützung oder Beratung richten, wenn Sie zum Beispiel auf der Suche nach medizinischer, logistischer oder epidemiologischer Fachexpertise, Beratung beim Design von Interventionsmaßnahmen sowie konkreter, punktueller Personalunterstützung bei der Implementierung sind.  
 
Für generelle Auskünfte rund um die Corona Pandemie verweisen wir Sie gerne auf die einschlägigen Seiten des RKI  und BMG. Medizinische Einzelfallhilfe, Sprechstunden am Telefon sowie Behandlung oder medizinische Beratung von Einzelpersonen können wir leider nicht leisten. Wenden Sie sich in diesen Fällen an Ihre*n Hausärztin oder die nächste Klinik.

Wie sehen Vorbeugungs- und Präventionsmaßnahmen gegen Covid-19 aus?

In Ländern, in denen bislang noch keine Coronavirus-Infektionsfälle bekannt sind, versuchen wir die Risiken einer Ausbreitung so weit wie möglich zu begrenzen. Insbesondere in Gebieten mit fragilen Gesundheitssystemen ist es notwendig, das Gesundheitspersonal zu schützen. Gleichzeitig ist es wichtig, kontinuierlich die Behandlung und Versorgung von weit verbreiteten Erkrankungen wie Malaria, Masern und Atemwegsinfektionen sicherzustellen.

Zu unseren Präventionsmaßnahmen gehört die Ermittlung gefährdeter Gebiete und Bevölkerungsgruppen. Wir leisten Gesundheitsaufklärung, verteilen Seife und Schutzausrüstung an das Gesundheitspersonal und verstärken Hygienemaßnahmen in den medizinischen Einrichtungen. Mit diesen Vorkehrungen versuchen wir zu verhindern, dass unsere Krankenhäuser und Kliniken zu Übertragungsorten für das Coronavirus werden.

Die Coronavirus-Pandemie erfordert neben zwischenstaatlicher Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen gegenseitige Hilfe, Transparenz und gemeinsame Nutzung von Ressourcen. In den betroffenen Gebieten gilt unsere Solidarität den am meisten gefährdeten Bevölkerungsgruppen und dem medizinischen Personal.

Unsere Forderungen zur weltweiten Versorgung mit Covid-19-Medikamenten, -Impfstoffen und -Diagnostika

Es muss sichergestellt werden, dass medizinische Güter, die dringend benötigt werden, um auf Covid-19 zu reagieren, zugänglich, bezahlbar und verfügbar sind. Wir fordern daher alle betroffenen Regierungen, pharmazeutischen Unternehmen und Forschungsorganisationen, die Behandlungen, Diagnostika und Impfstoffe entwickeln, dazu auf:

  • zu verhindern, dass Patente und Monopole die Produktion und den bezahlbaren Zugang einschränken;
  • den Zugang zu Medikamenten, die gegen andere Krankheiten eingesetzt werden (wie zum Beispiel Malaria oder HIV) und aktuell gegen das Coronavirus getestet werden, für Patient*innen zu garantieren, die an Krankheiten leiden, für die die Medikamente ursprünglich gedacht waren- Die Fortsetzung ihrer Behandlung muss gewährleistet werden;
  • die Verfügbarkeit medizinischer Güter für den Schutz und die Behandlung von Mitarbeiter*innen der Gesundheitsfürsorge zu priorisieren;
  • die Transparenz und Koordination zu verbessern und die Lieferkette für wichtige medizinische Güter kontinuierlich zu überwachen;
  • einen globalen Koordinationsmechanismus einzurichten, um sicherzustellen, dass Menschen in ressourcenarmen Gebieten ausreichend mit Covid-19-Medikamenten, Impfstoffen und Diagnostika versorgt werden und dass alle Covid-19-Ressourcen auf der Grundlage des Bedarfs zugewiesen werden.

3. April 2020