Lungenkrankheit Covid-19 und das Coronavirus

Gesundheitsaufklärung für besonders verletztliche Gruppen zu Covid-19 durch unsere Teams in Hong Kong.

Inhaltsübersicht

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Coronavirus: Symptome, Behandlung und aktuelle Maßnahmen

Am 11. März hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Covid-19-Ausbruch zur Pandemie erklärt. In vielen Ländern nimmt die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus exponentiell zu. Durch die Krise befinden sich derzeit viele, selbst reichere Länder wirtschaftlich, sozial und medizinisch in einer Ausnahmesituation. Wir fürchten, dass es durch die schnelle Verbreitung des Coronavirus zudem zu einem raschen Anstieg der Zahl der Covid-19-Erkrankten in Lateinamerika, Afrika und dem Mittleren Osten mit all ihren Folgen kommen wird. Die Coronavirus-Pandemie hat, was das Ausmaß und die schnelle Ausbreitung weltweit betrifft, enorme Auswirkungen auf die Gesundheitssysteme und die Menschen in den betroffenen Ländern.

Was ist das Coronavirus und wie verbreitet sich Covid-19?

Das Coronavirus ist hochansteckend. Die Lungenkrankheit, die durch das Coronavirus ausgelöst wird, heißt Covid-19. Nicht selten zeigen sich die Symptome einer Infektion erst nach zehn bis 14 Tagen. Seit der Erreger im Dezember 2019 erstmals beschrieben wurde, beobachten Expert*innen eine rasante Ausbreitung weltweit. Deswegen wurde der Ausbruch auch zur Pandemie erklärt. Bisher gibt es weder einen Impfstoff noch eine spezifische Behandlung gegen eine Infektion mit dem Virus und gegen Covid-19.

Virolog*innen gehen davon aus, dass
•    sich jeder Mensch mit dem Virus anstecken kann.
•    dass Infizierte, die Covid-19 durchgemacht haben, danach möglicherweise immun sind.
•    dass es eventuell Spätfolgen gibt, die die Wissenschaft bisher noch nicht überblickt. Ob und wann es eine Heilung von Covid-19 gibt, ist ebenso unbekannt (Berichten zufolge gibt es Patient*innen, die die Erkrankung zunächst auskuriert hatten und negativ getestet worden waren, anschließend aber wieder positiv getestet wurden).

Welche Symptome haben Patient*innen mit Covid-19?

Die meisten Infizierten weisen, meist fünf bis 14 Tagen nach der Infektion, leichte Atemwegsbeschwerden wie Fieber und trockenen Husten auf. Menschen bestimmter Risikogruppen erleiden jedoch oft schwere Komplikationen. Zu den gefährdeten Patient*innen zählen beispielsweise ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen.

Wie wird eine Coronavirus-Infektion diagnostiziert?

Die Diagnose einer Infektion mit dem Coronavirus erfolgt über einen Test. Es gibt verschiedene Diagnose-Tests. Unterschieden werden Labortests, bei denen markante Abschnitte im Erbgut des Coronavirus selbst nachgewiesen werden. Sie heißen Antigen-Tests. Im Unterschied dazu analysiert ein sogenannter Antikörper-Test, ob das Immunsystem der Patient*innen auf das Virus reagiert hat. Sowohl die Antigen- als auch die Antikörpertests sind als Labor- oder Schnelltest verfügbar.

Welche Behandlung gibt es für Covid-19?

Bisher gibt es keine spezifische Behandlung für die Erkrankung Covid-19. Die meisten Betroffenen haben leichte Symptome, die sie ohne spezielle Medikamente auskurieren. Unklar ist, ob es - wie bisher von einigen Wissenschaftler*innen angenommen-, danach zur Heilung kommt. Denn Berichten zufolge gibt es einige Patient*innen, die die Erkrankung zunächst auskuriert hatten und negativ getestet worden waren – und dann wieder positive Testergebnisse hatten.  Auch zu möglichen Spätfolgen besteht noch kein klares Bild. Ausgehend von den bisherigen Erfahrungen und Daten verlaufen rund 20 Prozent der bestätigten Covid-19-Erkrankungen schwerwiegend – und die Erkrankten benötigen eine langfristige stationäre Behandlung mit spezieller Betreuung. Diese Patient*innen brauchen im Durchschnitt drei bis vier Wochen lang eine enge Überwachung mit intensiver Pflege, einschließlich zusätzlicher Sauerstoffversorgung. Bei etwa sechs Prozent der bestätigten Fälle, das entspricht rund 30 Prozent der stationär behandelten Patient*innen, wird die Erkrankung kritisch verlaufen. Die Betroffenen werden eine spezialisierte Intensivpflege wie etwa mechanische Beatmung für mehrere Wochen benötigen.
Um die unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus zu begrenzen, ergreifen die Verantwortlichen der von der Pandemie betroffenen Länder weitreichende öffentliche Maßnahmen. Dazu zählen

•    Quarantäne,
•    Ausgangssperren,
•    und soziale Distanz.

Zur Eindämmung der Pandemie verordnen viele Länder sogar einen zeitweisen Lockdown: Durch diese temporäre staatlich verordnete und durchgesetzte Einschränkung des öffentlichen Lebens mit Schließung von Geschäften, Behörden und öffentlichen Orten wie Restaurants soll der Anstieg der Neuerkrankungen und die Zahl schwerkranker Patient*innen  verlangsamt werden. Besonders gefährdete Personen werden so geschützt und Gesundheitssysteme entlastet, damit immer genügend Betten und Personal verfügbar sind.

Gibt es eine Impfung gegen das Coronavirus?

Bisher gibt es keine Impfung gegen das Coronavirus. Wissenschaftler*innen forschen derzeit in verschiedenen Projekten weltweit mit Hochdruck daran, einen Impfstoff gegen das Virus zu finden. Bei der Entwicklung eines Impfstoffs muss die zu prüfende Substanz bis zur Zulassung mehrere Etappen durchlaufen. Die meisten Projekte befinden sich in der Phase, in der der potentielle Impfstoff in Tierversuchen geprüft wird. Es laufen zudem bereits erste Studien, wo potentielle Kandidat*innen an Freiwilligen getestet werden. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass es 2021 einen ersten Impfstoff eben könnte.

Die Pandemie eindämmen: Was tut Ärzte ohne Grenzen?

Aktuelle Informationen zu unserem weltweiten Engagement gegen das Coronavirus finden Sie hier.

Parallel zur Ausbreitung des Coronavirus weltweit führen wir unsere regulären Aktivitäten fort. Denn gleichzeitig ist es unter anderem wichtig, kontinuierlich die Behandlung und Versorgung von weit verbreiteten Erkrankungen wie Malaria, Masern und Tuberkulose sicherzustellen.

Wie erfolgt die Behandlung von Erkrankten in ärmeren Ländern?

Eine lang andauernde stationäre Versorgung so vieler Menschen mit hohem Pflegegrad ist selbst für moderne Gesundheitssysteme eine große Herausforderung. Wir sorgen uns um die Menschen in Ländern mit schwächeren Gesundheitssystemen, wenn dort viele Patient*innen mit Covid-19 behandelt werden müssen, und um Bevölkerungsgruppen, die ohnehin in einem prekären Umfeld leben, wie Obdachlose, Menschen in Flüchtlingslagern oder in Konfliktgebieten.

Schutz für Menschen in prekären Lebensverhältnissen

Menschen in prekären Lebensverhältnissen leben oft unter unhygienischen Bedingungen und ihr Zugang zur Gesundheitsversorgung ist eingeschränkt. In den betroffenen Ländern ist es möglicherweise schwieriger, Präventionsmaßnahmen umzusetzen. Es ist sehr wichtig, Menschen darüber zu informieren, wie sie sich gegen das Coronavirus schützen können. Zudem wissen wir wenig darüber, wie das Coronavirus in tropischen Gebieten übertragen wird und welche Auswirkungen beispielsweise Ko-Infektionen mit anderen Krankheiten wie Malaria, Dengue, Tuberkulose oder Masern haben, die dort enorm verbreitet sind.

Welche Herausforderungen birgt die Behandlung von Covid-19?

Unsere Teams behandeln täglich Hunderttausende Patient*innen mit verschiedensten Krankheiten und Bedürfnissen. Besondere Schwierigkeiten ergeben sich derzeit aufgrund eingeschränkter Reisemöglichkeiten unserer Mitarbeitenden sowie durch den weltweiten Druck auf die Produktion einiger medizinischer Güter, insbesondere auf die Herstellung von Schutzausstattung für Mitarbeiter*innen im Gesundheitswesen. Die künftige Versorgung mit elementaren Produkten wie OP-Schutzmasken, Tupfern, Handschuhen und Chemikalien zur Diagnose von Covid-19 bereitet uns Sorge.

Wir setzen uns dafür ein, dass alle Menschen Zugang zu Medikamenten und Impfstoffen gegen Covid-19 erhalten. Auch besteht die Gefahr von Versorgungsengpässen wegen der stockenden Produktion von Generika und Problemen bei der Einfuhr lebenswichtiger Medikamente aufgrund von Lockdowns, einer reduzierten Produktion von Basisprodukten sowie Exportstopps oder Einlagerung von Medikamenten und Material zur Behandlung von Covid-19.

Der Schutz von Patient*innen und Mitarbeiter*innen im Gesundheitswesen ist essenziell. Deshalb ergreifen wir in unseren Projekten notwendige Maßnahmen. In bereits betroffenen Regionen treffen wir Maßnahmen zur Infektionskontrolle und Aufklärung, führen Screenings durch und richten Isolationsbereiche ein. Dabei haben wir den Schutz der verletzlichsten Menschen im Blick. In den meisten Ländern arbeiten wir mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und den Gesundheitsministerien zusammen, um zu evaluieren, wie wir helfen können. Zudem bieten wir Schulungen zur Infektionskontrolle für Gesundheitseinrichtungen an.

Welche Präventionsmaßnahmen helfen gegen Covid-19?

In Ländern, in denen bislang noch keine Coronavirus-Infektionsfälle bekannt sind, versuchen wir die Risiken einer Ausbreitung so weit wie möglich zu begrenzen. Insbesondere in Gebieten mit fragilen Gesundheitssystemen braucht auch das Personal einen besseren Schutz vor dem Coronavirus.

Zu unseren Präventionsmaßnahmen gehört die Ermittlung gefährdeter Gebiete und Bevölkerungsgruppen. Wir leisten Gesundheitsaufklärung, verteilen Seife und Schutzausrüstung an das Gesundheitspersonal und verstärken Hygienemaßnahmen in den medizinischen Einrichtungen. Mit diesen Vorkehrungen versuchen wir zu verhindern, dass unsere Krankenhäuser und Kliniken zu Übertragungsorten für das Coronavirus werden.
Die Coronavirus-Pandemie erfordert neben zwischenstaatlicher Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen gegenseitige Hilfe, Transparenz und eine gemeinsame Nutzung von Ressourcen.

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Stand: 20. April 2020