Ebola in der D. R. Kongo

Ausbruch für beendet erklärt

Wir sind erleichtert. Die Ebola-Epidemie, die am 1. August 2018 offiziell bestätigt wurde, hatte sich zum größten Ausbruch in der Geschichte der Demokratischen Republik Kongo entwickelt. Nach mehr als 42 Tagen ohne gemeldete Neuinfektion wurde der Ausbruch am 25. Juni 2020 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für beendet erklärt.

Wir waren seit Beginn der Ebola-Epidemie zur Unterstützung des Gesundheitsministeriums und in Zusammenarbeit mit der WHO im Einsatz. Unsere Teams halfen bei der Infektionskontrolle und bei Präventionsmaßnahmen, versorgten Patient*innen, errichteten und betrieben Ebola-Isolationszentren und kümmerten sich um die Aufrechterhaltung allgemeiner grundlegender Gesundheitsdienste. Auch bei den Impfungen von mehr als 300.000 Menschen, viele davon Mitarbeiter*innen im Gesundheitssystem sowie weitere Kontaktpersonen, waren unsere Teams im Einsatz.

Seit Beginn der Ebola-Epidemie am 01.08.2018 haben wir das Gesundheitsministerium der D.R. Kongo unterstützt.

Insgesamt haben sich beim zweitgrößten Ebola-Ausbruch jemals 3.470 Menschen mit dem Virus infiziert.

In den mehr als 21 Monaten der Ebola-Epidemie starben 2.287 Menschen an dem Virus in der D.R. Kongo.

Eine Lehre, die schmerzhaft war

Der Ebola-Ausbruch hinterlässt nicht nur rund 2.300 Tote, sondern auch ein fragiles Gesundheitssystem, das durch die Epidemie weiter geschwächt wurde. Der Bedarf an medizinischer Versorgung ist in dem konfliktgebeutelten Land jedoch enorm. Krankheiten wie Malaria und Masern, nicht genügend Nahrungsmittel, sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen - all das sind Probleme, die die internationalen Organisationen - Ärzte ohne Grenzen eingeschlossen - bei ihrer Reaktion auf die Epidemie zu wenig berücksichtigt haben.

Das ist ein Grund, warum das Vertrauen der Bevölkerung zunächst nicht ausreichend gewonnen werden konnte. Als uns das schmerzlich bewusst wurde, richteten wir unseren Ansatz integrativer aus. Wir bezogen fortan die lokalen Gemeinschaften viel mehr in die Planungen und Entscheidungsfindungen ein. Nur so konnten wir die notwendige Akzeptanz für wichtige Maßnahmen wie Isolation schaffen - nur wenn bei allen Schritten die Bedürfnisse der Bevölkerung berücksichtigt wurden, konnten Präventiv- und Eindämmungsmaßnahmen erfolgreich sein. 

Eine Lehre, die wichtig war

Eine Lehre, die uns helfen kann

Wir werden auch weiter in der Demokratischen Republik aktiv sein, um die Menschen und das Gesundheitsministerium zu unterstützen. Insbesondere bei der Eindämmung der Coronavirus-Pandemie können die Erkenntnisse aus dem langen Einsatz gegen Ebola helfen. Bei der Bekämpfung von Covid-19 dürfen wir nicht die gleichen Fehler machen und müssen von Beginn an zusammen mit den Menschen agieren.

"Ich werde mich immer an die positiven Auswirkungen der Änderungen erinnern, als wir endlich wirklich mit den Menschen vor Ort kommunizierten. Als wir sie in unseren Kampf gegen die Krankheit miteinbezogen und diesen Kampf auch zu dem ihren machten" erinnert sich Trish Newport, die als Projektkoordinatorin in der D. R. Kongo vor Ort war, und mahnt: "Ich hoffe, dass diese Lehren nicht vergessen oder ignoriert werden.“ Das muss auch für den kürzlich bestätigten Ebola-Ausbruch in der Region Äquator gelten. 

Pressemeldungen

22. November 2019: Ebola-Update: Rückgang der Neuinfektionen, aber Ausbruch noch nicht unter Kontrolle

28. Juni 2019: Ebola, Masern, Gewalt und Vertreibung bedrohen Hunderttausende