Ebola in der D.R. Kongo

Die Epidemie forderte bereits mehr als 1.600 Menschenleben

WHO: Ebola ist internationaler Gesundheitsnotstand

Die Bilanz der seit fast einem Jahr wütenden Ebola-Epidemie ist erschreckend: Mehr als 2.500 Menschen haben sich mit dem Virus infiziert, mehr als 1.600 sind daran verstorben. Zwischen August 2018 und März 2019 wurden in den Provinzen Ituri und Nord Kivu rund 1.000 Fälle gemeldet. Aber allein zwischen April und Juni 2019 hat sich diese Zahl noch einmal verdoppelt. Seither ist die Zahl der wöchentlich neu gemeldeten Ebola-Fälle mit 75 bis 100 konstant hoch.

Nur etwa die Hälfte der neu gemeldeten Ebola-Fälle können dabei als Kontakte zu früheren bestätigten Fällen identifiziert werden. Das erschwert eine angemessene und rechtzeitige Versorgung der Betroffenen, die Impfung von identifizierten, aber nicht infizierten Kontakten und erhöht das Übertragungsrisiko. Aufgrund der sich zuspitzenden Situation erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ebola-Krise nun zum internationalen Gesundheitsnotstand.

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Ebola: Nur eine Krise von vielen

Für die Menschen in der D. R. Kongo ist Ebola nur eine Krise unter mehreren anderen. Hinzukommen eine massive Masern-Epidemie sowie der Höhepunkt der Malaria-Saison. Massenvertreibungen sowie die immer wieder aufflammende Gewalt erschweren die Lage weiter. Für viele Menschen ist die Hauptsorge daher nicht Ebola, sondern die medizinische Versorgung ihrer Kinder, die an Masern oder anderen Krankheiten sterben. Oder wie man eine angemessene Unterkunft und Sicherheit findet.

Wir sind daher der Ansicht, dass Ebola-bezogene Aktivitäten in das bestehende Gesundheitssystem integriert werden müssen. Denn all diese Sorgen erhöhen das Gesundheitsrisiko und halten die Menschen oft davon ab, Hilfe zu suchen. Nur wenn wir nah an den Lebenswirklichkeiten der Menschen bleiben, ist gewährleistet, dass das Gesundheitssystem funktionsfähig bleibt und dass die Ebola-Aktivitäten erfolgreich sein können.
 

Ebola, Masern, Gewalt: Hunderttausende betroffen

Vertrauen der Bevölkerung in Ebola-Einsatz stärken

Der schwierigen Sicherheitslage geschuldet, mussten wir uns aus der Arbeit in den Ebola-Behandlungszentren zurückziehen. Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen konzentrieren sich zurzeit auf die Leitung von Ebola-Transitzentren und die Unterstützung regulärer Gesundheitsstrukturen. Auch die Rückgewinnung von Vertrauen und Akzeptanz der Bevölkerung steht im Fokus unserer Arbeit. Spezielle Teams aus Gemeinde-, Gesundheits- und Hygieneberatern besuchen die Menschen in ihren Wohnorten, um über das Virus aufzuklären und um für die notwendigen Maßnahmen im Kampf gegen Ebola zu sensibilisieren. 

Denn neben der fragilen Sicherheitslage sind es vor allem Angst und Gerüchte, die die Ebola-Bekämpfung so schwierig machen. "Die Hygienemaßnahmen, die durchaus beängstigend erscheinen können, dienen in erster Linie dem Schutz der Menschen vor Infektionskrankheiten", erklärt Dr. Kanouté, der in unserem Projekt in Lubero arbeitet. "Innerhalb weniger Tage können wir einen Patienten auf die gängigsten Krankheiten, wie Cholera, Masern und Malaria testen. Patienten mit Verdacht auf Ebola werden dann an ein Fachzentrum in Butembo überwiesen", so Kanouté weiter. 

 

Ebola-Aufklärung in Lubero
Aktuelle Pressemeldungen

28. Juni 2019: Ebola, Masern, Gewalt und Vertreibung bedrohen Hunderttausende

13. Juni 2019: Jahresabschluss 2018: Ärzte ohne Grenzen nimmt mehr als 150 Millionen Euro an Spenden ein. Ebola-Ausbruch in der D.R. Kongo nicht unter Kontrolle