Ebola in der D. R. Kongo

Rückgang der Neuinfektionen noch kein Grund zur Entwarnung

Verlagertes Epizentrum für Ebola-Neuinfektionen

Im Oktober wurden 70 neue Ebola-Patient*innen registriert. Ein deutlicher Rückgang nach noch 157 im September. Dennoch bleibt die Epidemie eine ernste Gesundheitskrise, denn allein im Laufe des Oktobers wurden neue Fälle in neun Gesundheitszonen gemeldet. Das Zentrum der Neuinfektionen liegt nun zwischen Biakato, Mangina und Beni im Grenzgebiet der Provinzen Ituri und Nord-Kivu.

Insbesondere in Ituri haben wir unsere Ebola-Aktivitäten daher verstärkt. In der Goldabbauregion Biakato haben unsere Teams am 10. November ein neues Ebola-Behandlungszentrum mit 20 Betten eröffnet. In der Region um Mambasa nordwestlich von Biakato unterstützen wir zehn Gesundheitszentren. Insgesamt betreibt Ärzte ohne Grenzen derzeit vier Ebola-Behandlungszentren in Biakato, Beni, Goma und Bunia und zahlreiche dezentralisierte Isolations- bzw. Transitzentren für Verdachtspatient*innen.

Seit Beginn der Ebola-Epidemie am 01.08.2018 unterstützen wir das Gesundheitsministerium der D.R. Kongo.

3.298 Menschen in der D.R. Kongo haben sich mit dem Ebola-Virus infiziert (Stand: 22.11.2019).

Bislang gibt es 2.197 Ebola-Todesfälle in der D.R. Kongo (Stand: 22.11.2019).

Hoffnung dank Ebola-Impfstoff

In Goma, der Hauptstadt von Nord-Kivu, haben wir am 14. November eine Ebola-Impfkampagne gestartet, gemeinsam mit den Behörden und anderen Organisationen. Die Impfkampagne mit einem neuen Wirkstoff der Firma Johnson&Johnson wird im Rahmen einer klinischen Studie durchgeführt. Der Impfstoff wird in zwei Dosen im Abstand von 56 Tagen verabreicht.

Bisher wurden Ebola-Impfkampagnen mit einem Impfstoff der Firma Merck durchgeführt. Allerdings erreichen sie aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit von Impfdosen sowie der Vorgaben des Studienprotokolls nur Kontaktpersonen und Gesundheitsmitarbeiter. Wegen vieler unbekannter Übertragungsketten plädiert Ärzte ohne Grenzen allerdings in bestimmten Gebieten für breiter angelegte Impfkampagnen.

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Verschiedene Aktivitäten im Einsatz gegen Ebola

Die größten Hürden bei der Bekämpfung von Ebola

Viele Probleme der Ebola-Bekämpfung hängen mit dem andauernden bewaffneten Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo zusammen. Kämpfe, gezielte Anschläge und das mit dem Konflikt verbundene Misstrauen behindern seit Beginn des Ausbruchs wichtige Maßnahmen wie Impfungen, die Nachverfolgung von Kontaktpersonen, die epidemiologische Überwachung, die Gesundheitsaufklärung und das Gewährleisten sicherer Beerdigungen von Ebola-Toten.

Misstrauen gegen Behörden und Helfer bei der Ebola-Bekämpfung führt häufig dazu, dass Ebola-Patient*innen zu spät in den Behandlungszentren ankommen – im Schnitt fünf Tage nach dem Auftreten der ersten Symptome. Mit jedem Tag, an dem sie noch nicht mit Medikamenten behandelt werden, sinken ihre Überlebenschancen. Und sie können in dieser Zeit andere infizieren.

Obendrein hat die Ebola-Epidemie das ohnehin sehr schwache Gesundheitssystem der Region, das zeitgleich mit mehreren Gesundheitskrisen konfrontiert ist, weiter destabilisiert. Eine Masern-Epidemie hat etwa seit Januar in der DR Kongo mit mehr als 200.000 Erkrankten und 4.000 Toten mehr Todesopfer gefordert als Ebola. Es ist deshalb von allergrößter Bedeutung, das Funktionieren der Gesundheitszentren auch während der Ebola-Epidemie zu gewährleisten.

22.11.2019

Aktuelle Pressemeldungen

22. November 2019: Ebola-Update: Rückgang der Neuinfektionen, aber Ausbruch noch nicht unter Kontrolle

28. Juni 2019: Ebola, Masern, Gewalt und Vertreibung bedrohen Hunderttausende