Ebola in der D. R. Kongo

Die Ebola-Epidemie einzudämmen bleibt eine Herausforderung

Hohe Ebola-Sterberate trotz wirksamer Impfstoffe

Seit Ausbruch der Ebola-Epidemie am 1. August 2018 erkrankten Menschen in verschiedenen Teilen der Provinzen Nord-Kivu, Süd-Kivu und Ituri. Insgesamt haben sich mindestens 3.080 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 2.100 sind daran verstorben.  Der Ebola-Ausbruch ist trotz verschiedener Maßnahmen wie wirksamer Impfstoffe und vielversprechender Medikamente noch nicht unter Kontrolle.

Bekämpfung der Ebola-Epidemie: Unsere Aktivitäten

Unsere Aktivitäten richten sich auf unterschiedliche Aspekte der Bekämpfung der Ebola-Epidemie. In Süd-Kivu sind wir beispielsweise in den Städten Bukavu und Tchowe im Einsatz, ebenso wie in mehreren Projekten in Nord-Kivu und Ituri. Beni ist ein Beispiel für einen wiederkehrenden Hotspot der Epidemie in der Provinz Nord-Kivu. Wir sind dort seit Beginn des Ausbruchs tätig und unterstützen derzeit dezentrale Gesundheitszentren bei der Infektionsprävention und -kontrolle von Patient*innen, bei denen der Verdacht auf eine Ebola-Infektion besteht. Wir betreiben auch das Ebola-Behandlungszentrum der Stadt und unterstützen Impfmaßnahmen. Auch in Munigi, im Norden der Millionenstadt Goma, übernehmen wir die Behandlung von Ebola-Patient*innen.

Verzögerungen bei der Isolierung und Nachverfolgung von Ebola-Patient*innen

Potentielle Ebola-Patient*innen mit Symptomen wie Fieber, Durchfall und Erbrechen sind ansteckend und müssen so schnell wie möglich isoliert und behandelt werden. Derzeit werden neue Ebola-Patient*innen in der Provinz Nord-Kivu aber oft erst mit einer Verzögerung von fünf Tagen nach Auftreten erster Symptome isoliert. Das heißt, dass sie solange noch andere Menschen anstecken können und außerdem nicht so früh wie möglich eine Behandlung erhalten, was ihre Überlebenschancen erhöhen würde.

Wirksamer Impfschutz gegen Ebola – Probleme bei Verfügbarkeit und Tempo

Die Impfstrategie beschränkt sich derzeit auf einen Ringansatz, dessen Erfolg von der zuverlässigen Identifizierung aller direkten und indirekten Kontakte von so genannten Risikopersonen abhängt. Direkte und indirekte Kontakte von Verdachts-Patient*innen und diagnostizierten Ebola-Patient*innen oder humanitärem und medizinischem Personal sind die Zielgruppe. Jedoch schaffen es die nationalen kongolesischen Überwachungsteams nur ein Viertel der Kontakte nachzuverfolgen.

Der eingesetzte Impfstoff rVSV-ZEBOV bietet zwar nach zehn Tagen für mehr als 95 Prozent der Geimpften einen wirksamen Schutz. Sein Einsatz müsste aber beschleunigt und ausgeweitet werden – derzeit wird nur ein Bruchteil der Bevölkerung erreicht.

„Wir glauben, dass es notwendig und auch praktikabel ist, die Durchführung der Impfungen zu beschleunigen“, erklärt unsere Projektleiterin Dr. Isabelle Defourny. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) allerdings beschränke die Verfügbarkeit der Impfstoffe. „Die Gründe hierfür sind uns nicht klar“, so Defourny. Daher fordert Ärzte ohne Grenzen die Einrichtung eines unabhängigen Komitees, um ein transparentes Management der Ebola-Impfprogramme zu erreichen.

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Das Ebola-Behandlungszentrum in Munigi

Kontrolle über die Ebola-Epidemie erlangen

„Misstrauen und Widerstand in der Gemeinschaft wurden oft als die Hauptbarrieren herausgestellt, wenn es um die Bekämpfung von Ebola geht“, erzählt unsere Notfallkoordinatorin Natalie Roberts. „Die Wahrheit ist, dass die Menschen bei beginnenden Symptomen durchaus medizinische Hilfseinrichtungen aufsuchen würden – sofern wir ihnen wirklich erklären, dass ihre Chancen auf Heilung deutlich gestiegen sind, seit wir Medikamente haben, die sich als äußerst vielversprechend erwiesen haben.“

Ein entscheidender Baustein in dieser Strategie, Ebola zu bekämpfen, ist Informationsarbeit. Die lokalen Gemeinschaften müssen in den Mittelpunkt der Intervention gestellt werden, indem zum Beispiel einige Ebola-Maßnahmen auf die lokalen Gesundheitseinrichtungen verteilt werden. Darüber hinaus ist es wichtig, den allgemeinen Zugang zur Gesundheitsversorgung zu unterstützen. Aufklärung gehört zu den wichtigsten Maßnahmen bei der Ebola-Bekämpfung.

Ebola-Aufklärung in Lubero

02.10.2019

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28. Juni 2019: Ebola, Masern, Gewalt und Vertreibung bedrohen Hunderttausende

13. Juni 2019: Jahresabschluss 2018: Ärzte ohne Grenzen nimmt mehr als 150 Millionen Euro an Spenden ein. Ebola-Ausbruch in der D.R. Kongo nicht unter Kontrolle