Ebola in der D. R. Kongo

Fragile Sicherheitslage erschwert Eindämmung der Epidemie

Seit dem ersten August 2018, als die Ebola-Epidemie in der D. R. Kongo offiziell bestätigt wurde, hat sie bereits mehr als 2233 Menschen das Leben gekostet. Hoffnung verspricht ein neuer Ebola-Impfstoff. Allerdings mussten wir durch den jüngsten Anstieg der Gewalt unsere Teams mancherorts aus Sicherheitsgründen abziehen. Die Folgen zeigen sich in einem Anstieg bestätigter Ansteckungen, gesunkenen Impfzahlen und einer immer schwieriger umsetzbaren Kontaktnachverfolgung.

Aktuell unterstützen wir den Kampf gegen Ebola durch verschiedene Maßnahmen, die wir versuchen, möglichst eng an den Bedürfnissen der Bevölkerung auszurichten. Unsere Mitarbeiter*innen kümmern sich um Patient*innen in zwei Ebola-Behandlungszentren in Beni und Goma. Darüber hinaus versorgen wir zahlreiche dezentralisierte Isolationszentren und verfolgen verschiedene Aktivitäten zur Infektionsprävention und -kontrolle (IPC). Eine unserer Hauptprioritäten liegt auf der Verbesserung der Gesundheitsversorgung außerhalb der Epidemie-Bekämpfung.

Seit Beginn der Ebola-Epidemie am 01.08.2018 unterstützen wir das Gesundheitsministerium der D.R. Kongo.

3.270 Menschen in der D.R. Kongo haben sich mit dem Ebola-Virus infiziert (Stand: 22.11.2019).

Bislang gibt es 2.233 Ebola-Todesfälle in der D.R. Kongo (Stand: 22.11.2019).

Hoffnung dank Ebola-Impfstoff

In Goma, der Hauptstadt von Nord-Kivu, haben wir am 14. November eine Ebola-Impfkampagne gestartet, gemeinsam mit den Behörden und anderen Organisationen. Die Impfkampagne mit einem neuen Wirkstoff der Firma Johnson&Johnson wird im Rahmen einer klinischen Studie durchgeführt. Verabreicht wir der Impfstoff in zwei Dosen im Abstand von 56 Tagen. Bis zum 5. Januar 2020 konnten 4.500 Menschen gegen Ebola geimpft werden.

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Verschiedene Aktivitäten im Einsatz gegen Ebola

Die größten Hürden bei der Bekämpfung von Ebola

Viele Probleme der Ebola-Bekämpfung hängen mit dem andauernden bewaffneten Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo zusammen. Kämpfe, gezielte Anschläge und das mit dem Konflikt verbundene Misstrauen behindern wichtige Maßnahmen wie Impfungen, die Nachverfolgung von Kontaktpersonen, die epidemiologische Überwachung, die Gesundheitsaufklärung und das Gewährleisten sicherer Beerdigungen von Ebola-Toten.

Misstrauen gegen Behörden und Helfer bei der Ebola-Bekämpfung führt außerdem dazu, dass Ebola-Patienten zu spät in den Behandlungszentren ankommen – im Schnitt fünf Tage nach dem Auftreten der ersten Symptome – Ihre Überlebenschancen sinken und es bleibt mehr Zeit, andere mit Ebola zu infizieren.

Obendrein schwächt die Ebola-Epidemie das ohnehin schon überlastete Gesundheitssystem, das zeitgleich mit mehreren Krisen konfrontiert ist. Eine Masernepidemie kostete seit Januar 2019 in der DR Kongo mit mehr als 288.000 Erkrankten und 5.700 Verstorbenen mehr Todesopfer als Ebola. Es ist deshalb von allergrößter Bedeutung, das Funktionieren der Gesundheitszentren auch während der Ebola-Epidemie zu gewährleisten.

21.01.2020

Aktuelle Pressemeldungen

22. November 2019: Ebola-Update: Rückgang der Neuinfektionen, aber Ausbruch noch nicht unter Kontrolle

28. Juni 2019: Ebola, Masern, Gewalt und Vertreibung bedrohen Hunderttausende