Demokratische Republik Kongo

Ebola-Ausbruch in der Provinz Nord-Kivu: Ärzte ohne Grenzen unterstützt mit 337 Mitarbeitern

337 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen unterstützen das kongolesische Gesundheitsministerium in der Reaktion auf den Ebola-Ausbruch im Nordosten der D. R. Kongo.

Noch ist der Ebola-Ausbruch in der Provinz Nord-Kivu, im Nordosten der D. R. Kongo, nicht unter Kontrolle. Zudem sind auch aus der weiter nördlich gelegenen Provinz Ituri Ebola-Fälle gemeldet worden. Insgesamt gibt es bisher (Stand: 4.9.2018) 93 bestätigte Ebola-Fälle und 16 Verdachtsfälle. Leider sind 54 der Patienten, bei denen Ebola bestätigt wurde, verstorben. Zudem gibt es weitere 31 Fälle, bei denen Ebola als Todesursache als wahrscheinlich gilt. Wir unterstützen das Gesundheitsministerium der D. R. Kongo mit verschiedenen Maßnahmen und 337 Mitarbeitern bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie.

Der insgesamt zehnte Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo wurde am 1.8.2018 offiziell bestätigt. Epizentrum ist die Stadt Mangina in der Provinz Nord-Kivu im Nordosten der D. R. Kongo. Das Koordinierungszentrum des kongolesischen Gesundheitsministeriums für den aktuellen Ebola-Einsatz liegt in Beni, einer Stadt mit mehr als 400.000 Einwohnern, 45 Minuten von Mangina und lediglich 100 Kilometer von der Grenze zu Uganda entfernt.

Da es sich um ein Gebiet handelt, in dem die Sicherheitslage fragil ist, ist eine der wichtigsten Aufgaben in einem Ebola-Einsatz nur schwer zu leisten: die Nachverfolgung von Personen, die mit Ebola-Patienten in direktem Kontakt standen. Bisher konnte das Gesundheitsministerium mehr als 4.100 dieser Kontaktpersonen identifizieren, 2.300 von ihnen werden derzeit regelmäßig aufgesucht.

337 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in Nord-Kivu und Ituri im Ebola-Einsatz

Seit dem 14.8.2018 betreiben wir ein Ebola-Behandlungszentrum in Mangina mit einer maximalen Kapazität von 74 Betten. 65 Ebola-Patienten wurden seither hier behandelt und 124 Tests durchgeführt. Seit dem 24. August können wir bei der Behandlung von Patienten auf fünf verschiedene Medikamente – Favipiravir, Remdesivir, ZMapp, REGN3470-3471-3479 sowie mAb114 – zurückgreifen, die von den zuständigen Behörden unter Beachtung eines spezifischen Behandlungsprotokolls zugelassen sind.

Ein weiteres Ebola-Behandlungszentrum in Beni haben wir nach der Errichtung in die Verantwortung des Gesundheitsministeriums der D. R. Kongo übergeben. Zusätzlich haben wir am 28.8.2018 eine Isolierstation für Ebola-Verdachtsfälle mit sieben Betten in Makeke eingerichtet, einer Ortschaft an der Grenze zur Provinz Ituri. Zudem wurden wir vom Gesundheitsministerium autorisiert, in Makeke mit Ebola-Impfungen von besonders gefährdeten Gruppen zu beginnen, wie Gesundheitsmitarbeitern und Bestattern. Ziel ist es, eine weitere Ausbreitung der Ebola-Epidemie nach Norden zu verhindern.

Weiterhin unterstützen wir reguläre Gesundheitseinrichtungen in beiden Provinzen bei der Einrichtung von Isolierräumen für Ebola-Patienten, führen Dekontaminationen durch sowie Maßnahmen zur Überwachung und Infektionsprävention. Außerdem schulen wir medizinisches Personal, damit Ebola-Fälle früh erkannt und behandelt werden können. Eine weitere wichtige Aufgabe besteht in der Unterstützung des regulären kongolesischen Gesundheitssystems, damit die medizinische Versorgung von Nicht-Ebola-Patienten gewährleistet bleibt.

Dichte Besiedlung, Grenzgebiet, Konfliktregion: der aktuelle Ebola-Ausbruch wird von schwierigen Umständen begleitet

Die Provinz Nord-Kivu im Nordosten der D. R. Kongo ist dicht besiedelt. Die Stadt Beni, die unter Kontrolle des kongolesischen Militärs steht, liegt nur 100 Kilometer von der Grenze zu Uganda entfernt. Mehrere bewaffnete Gruppen sind in der Region aktiv. "Es ist das erste Mal, dass wir in einem Konfliktgebiet mit einem Ebola-Ausbruch konfrontiert werden", erklärt Gwenola Seroux. "Das wird die Reaktion umso schwieriger machen, insbesondere im Hinblick auf die Begrenzung der Ausbreitung der Krankheit in schwer zugänglichen Gebieten."

Um auf eine mögliche Ausbreitung von Ebola nach Uganda hinein schnell reagieren zu können, wurde vorsichtshalber ein Isolationszelt in Bwera, einer kleinen Stadt direkt auf ugandischer Seite, eingerichtet. Auch in unserem Projekt in Hoima, Uganda, haben wir ein Ebola-Isolationszelt aufgebaut. In unseren regulären Projekten in Nord-Kivu und Ituri haben wir Material- und Medikamentenvorräte der Situation angepasst, um die bestehenden Aktivitäten vor dem Risiko einer Ebola-Kontamination zu schützen. Dazu gehören unsere Programme zur Versorgung von mangelernährten Patienten und Opfern sexueller Gewalt in Lubero, Bambo und Kiribizi sowie das Krankenhaus in Rutshuru.

Seit 2006 sind wir in der D. R. Kongo entlang der ugandischen Grenze in verschiedenen Projekten im Einsatz. Teams auf der ugandischen Seite der Grenze haben ebenfalls reagiert und arbeiten mit den nationalen Behörden zusammen, falls eine Intervention erforderlich sein sollte.