Ebola in der D.R. Kongo

Mehr als 2.200 Fälle zeigen: Wir müssen das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnen

Starker Anstieg an Ebola-Erkrankungen

Mehr als zehn Monate nach dem Ausbruch verschlechtert sich die Lage in den von Ebola betroffenen Gebieten der Demokratischen Republik Kongo weiter. Mehr als 2.200 Menschen haben sich bisher mit dem Virus infiziert, mehr als 1.500 Todesfälle sind bestätigt (Stand: 24.6.2019). Die Hälfte der bestätigten Ebola-Fälle ereignete sich in den letzten drei Monaten. Insbesondere die fragile Sicherheitslage in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri macht eine effektive Bekämpfung schwierig. Die WHO berichtete kürzlich zudem von ersten Ebola-Fällen in Uganda.

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Fragile Sicherheitslage erschwert Ebola-Bekämpfung

Der aktuelle Ebola-Ausbruch in der D. R. Kongo wurde am 1.8.2018 offiziell bestätigt. Seither sehen sich die Helferinnen und Helfer in ihren Bemühungen zur Eindämmung der Epidemie immer wieder mit Rückschlägen konfrontiert. Insbesondere die Kontaktverfolgung gestaltet sich schwierig. Bei etwa 80 Prozent der neu bestätigten Fälle ist unklar, über welche Kontakte die Ansteckung mit dem Ebola-Virus erfolgte. Gründe für den mangelnden Erfolg in der Eindämmung der Epidemie sind fehlendes Vertrauen der Bevölkerung sowie die fragile Sicherheitslage in den von Ebola betroffenen Gebieten.

So gab es in diesem Jahr bereits mehrere gewalttätige Angriffe auf Ebola-Behandlungszentren. Die Folge ist eine starke Einschränkung vieler Aktivitäten. So mussten wir nach gewaltsamen Angriffen auf unsere Einrichtungen in Katwa (24.2.19), Butembo (27.2.2019) und Benia (28.2.2019) unsere Arbeit im Epizentrum der Ebola-Epidemie vorerst einstellen.

Brandanschlag auf Ebola-Zentrum in Katwa

Vertrauen der Bevölkerung in Ebola-Einsatz stärken

Der schwierigen Sicherheitslage geschuldet, mussten wir uns aus der Arbeit in den Ebola-Behandlungszentren zurückziehen. Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen konzentrieren sich zurzeit auf die Leitung von Ebola-Transitzentren und die Unterstützung regulärer Gesundheitsstrukturen. Auch die Rückgewinnung von Vertrauen und Akzeptanz der Bevölkerung steht im Fokus unserer Arbeit. Spezielle Teams aus Gemeinde-, Gesundheits- und Hygieneberatern besuchen die Menschen in ihren Wohnorten, um über das Virus aufzuklären und um für die notwendigen Maßnahmen im Kampf gegen Ebola zu sensibilisieren. 

Denn neben der fragilen Sicherheitslage sind es vor allem Angst und Gerüchte, die die Ebola-Bekämpfung so schwierig machen. "Die Hygienemaßnahmen, die durchaus beängstigend erscheinen können, dienen in erster Linie dem Schutz der Menschen vor Infektionskrankheiten", erklärt Dr. Kanouté, der in unserem Projekt in Lubero arbeitet. "Innerhalb weniger Tage können wir einen Patienten auf die gängigsten Krankheiten, wie Cholera, Masern und Malaria testen. Patienten mit Verdacht auf Ebola werden dann an ein Fachzentrum in Butembo überwiesen", so Kanouté weiter. 

 

Ebola-Aufklärung in Lubero
Aktuelle Pressemeldungen

13. Juni 2019: Jahresabschluss 2018: Ärzte ohne Grenzen nimmt mehr als 150 Millionen Euro an Spenden ein. Ebola-Ausbruch in der D.R. Kongo nicht unter Kontrolle