Ebola: Norwegische Projektmitarbeiterin in Sierra Leone infiziert

Brüssel/Berlin, 6. Oktober 2014. Ärzte ohne Grenzen bestätigt, dass sich eine internationale Mitarbeiterin der Organisation in Sierra Leone mit Ebola infiziert hat. Die norwegische Mitarbeiterin war in der Stadt Bo im Einsatz und wurde am 5. Oktober auf die Isolierstation aufgenommen, nachdem sie Fieber entwickelt hatte. Labortests haben eine Infektion mit Ebola bestätigt.

Gemäß den Richtlinien von Ärzte ohne Grenzen wird die Mitarbeiterin demnächst in ein spezialisiertes Behandlungszentrum in Europa verlegt.

„Mitarbeiter in Ebola-Gebieten sind sehr strikten Richtlinien zur Sicherheit unterworfen. Diese gelten für die Zeit vor, während und nach einem Aufenthalt im Ebola-Gebiet“, erklärt Brice de le Vigne, Programmleiter von Ärzte ohne Grenzen in Brüssel. „Trotz dieses äußerst strikten Sicherheitsprotokolls ist ein Ebola-Einsatz immer mit einem Infektionsrisiko verbunden – und leider sind unsere Teams davon nicht ausgenommen.“

Die Umstände, wie es zu der Ansteckung kam, sind bislang noch ungeklärt. Teams von Ärzte ohne Grenzen sind derzeit dabei, dies zu prüfen.

Aus Gründen der ärztlichen Schweigepflicht und um die Privatsphäre unserer Mitarbeiterin und ihrer Familie zu wahren, wird Ärzte ohne Grenzen derzeit keine weiteren Informationen veröffentlichen.

Ärzte ohne Grenzen ist seit März 2014 im Ebola-Gebiet in Westafrika im Einsatz. Derzeit arbeiten rund 3.000 Mitarbeiter im Ebola-Gebiet, darunter 250 internationale Mitarbeiter.