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Weltweiter Pakt zur Bekämpfung von Hepatitis C in ärmeren Ländern gegründet

Genf/Paris/New York, 27. Juli 2021. 75 Prozent der Menschen mit einer Hepatitis-C-Erkrankung kommen aus ärmeren Ländern der Welt. Die Drugs for Neglected Diseases Initiative (DNDi), die Foundation for Innovative New Diagnostics (FIND), die Treatment Action Group und Ärzte ohne Grenzen haben eine internationale Partnerschaft gegründet, die sich gegen die anhaltenden Ungleichheiten beim Zugang zu Diagnostik und Behandlung des Hepatitis-C-Virus in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen engagiert.

Die Hepatitis-C-Partnerschaft für die Kontrolle und Behandlung von Hepatitis C (kurz: Hepatitis C PACT) soll eine geeignetere Umgebung für das Testen und die Behandlung von Hepatitis C in ärmeren Ländern schaffen, indem sie rein orale Therapien verfügbar macht, die Testmöglichkeiten ausweitet und sich mit den finanziellen Herausforderungen innerhalb der Länder befasst, die den Start nationaler Programme verhindern. Sie wird sich außerdem kritisch mit Patent- und Zugangsbarrieren auseinandersetzen, die dem Erreichen der Ziele der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Wege stehen, Hepatitis C bis 2030 einzudämmen. Die drei Organisationen haben bereits umfangreiche Erfahrung bei der Unterstützung von Test-und Behandlungs-Programmen in Ländern wie Kambodscha, Indien und Malaysia.

Das Hepatitis-C-Virus (HCV) kann zu chronischen Lebererkrankungen, Zirrhose, Krebs und zum Tod führen. Von 58 Millionen Menschen mit chronischem HCV sind schätzungsweise 9,4 Millionen geheilt worden. In zwölf Ländern mit mittlerem Einkommensniveau findet die Hälfte der Behandlungen statt.

„Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 2016 mit dem kambodschanischen Gesundheitsministerium daran, den Zugang zur Behandlung zu ermöglichen, die Versorgung von Menschen mit Hepatitis C zu vereinfachen und dieses Modell in die Routinegesundheitsdienste zu integrieren“, sagt Mickaël Le Paih, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Kambodscha. „Die Heilungsrate für Tausende Patient*innen blieb bei mehr als 97 Prozent für diejenigen, die in Spezialkliniken oder in Gesundheitszentren behandelt wurden. Unsere Zusammenarbeit mit der kambodschanischen Abteilung für die Kontrolle übertragbarer Krankheiten und von Fachberichte haben gezeigt, dass dieses Modell der HCV-Behandlung eine schnelle Ausweitung bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung einer hohen Versorgungsqualität ermöglicht, die hauptsächlich von geschultem Gesundheitspersonal erbracht wird. Übertragbare Krankheiten wie HCV können mithilfe der Unterstützung staatlicher Programme kontrolliert werden."

Das Hepatitis-C-PACT-Programm wird sich mit vier Schlüsselbereichen befassen, die für den unzureichenden Zugang zu Tests und Behandlungen verantwortlich sind. Der Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung des Zugangs zu Polymerase-Kettenreaktionstests (PCR) und zu Hepatitis-C-Medikamenten der neueren Generation, den sogenannten direkt wirkenden antiviralen Medikamenten (DAAs). DAA-Behandlungen können Patient*innen innerhalb von zwei bis sechs Monaten heilen, aber nicht-generische Versionen sind mit extrem hohen Preisen verbunden.

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Holger Vieth
- Pressestelle